Unterflursammelstellen als Beitrag zu sauberer und sicherer Stadt

Altglas, Blech- und Aludosen sowie Hauskehricht rund um die Uhr entsorgen können – und dies ohne Lärm- und Geruchsbelästigungen und bei insgesamt tieferen Kosten: Dies wird dank Unterflursammelstellen mit unterirdischen Containern auch in der Stadt Thun möglich. Das neue System, das auch zu einem verbesserten Stadtbild und Sicherheitsgefühl beiträgt, wird schrittweise in Zusammenarbeit mit der AG für Abfallverwertung (AVAG) eingeführt.

Nebst Städten der Westschweiz, des Tessins und des Mittellandes kennt im Kanton Bern bereits die Stadt Bern die neuen Unterflursammelstellen. Sei dies für Wertstoffe wie Altglas, Weissblech- und Aludosen oder für Kehrichtsäcke - sie haben damit bei der Abfallentsorgung gute Erfahrungen gemacht. Nun werden sie auch in den Thuner Quartieren installiert: in den Boden eingebaute, bis fünf Kubikmeter fassende Container, in die Wertstoffe oder Hauskehricht in Gebührensäcken fast zu jeder Tages- und Nachtzeit entsorgt werden können. Oberirdisch bietet sich ein aufgeräumtes, optisch ansprechendes Bild, sind doch lediglich verschiedenfarbig markierte, schlichte Einwurfsäulen aus rostfreiem Stahl zu sehen.

Pilotanlage für Wertstoffe hat sich bewährt

Für Wertstoffe existiert in Thun bereits seit November 2007 eine Pilotanlage beim Migros Dürrenast. Aufgrund der positiven Erfahrungen hat der Thuner Gemeinderat beschlossen, das System im ganzen Stadtgebiet etappenweise einzuführen. In einem ersten Schritt für Wertstoffe, in einem zweiten dann für Hauskehricht in Gebührensäcken.

Die Vorteile von Unterflursammelstellen sind:

·         Für Kundinnen und Kunden: Entsorgung von Hauskehricht ist während sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr möglich. Um die ohnehin geringen Lärmemissionen gänzlich zu vermeiden, wird bei den Wertstoffsammelstellen die Benutzung auf die Tageszeit an Werktagen eingeschränkt, dies vor allem wegen des Einwurfs von Altglas. Die gewohnten Kehrichttouren werden vorerst unverändert beibehalten.

·         Für Passanten: Herkömmliche, uneinheitliche Mulden- und Rollcontainer sowie herumstehende Kehrichtsäcke verschwinden oder sind seltener zu sehen, auch entsteht zusätzlicher Platz. Der Inhalt eines Unterflurcontainers für Hauskehricht entspricht einem Fassungsvermögen von sechs bis sieben 800-Liter-Rollcontainern bzw. der wöchentlichen Kehrichtmenge von etwa 60 Wohnungen. Dank der ansprechenden Gestaltung der Unterflursammelstellen bleibt der begehbare Raum einer Liegenschaft überschaubar. Die eleganten Einwurfsäulen fügen sich in die Umgebung ein und vermitteln ein Bild von Sauberkeit. Damit erhöht sich das subjektive Sicherheitsgefühl in der Innenstadt sowie in Aussenquartieren. Unterfluranlagen können in bestehende oder neue Überbauungen intergriert werden.

·         Für die Gebührenzahlenden: Mittel- und langfristig können Kosten eingespart werden, da weniger Sammeltouren nötig sein werden und die Leerung der Unterflursammelstellen effizienter ablaufen wird als mit dem heutigen System. Bei wachsender Bevölkerung müssen die Mittel für die Abfallentsorgung nicht mehr im selben Mass aufgestockt werden wie beim bisherigen konventionellen System.

·         Für die Entsorgungsbetriebe und das Gewerbe der Innenstadt: Das Tiefbauamt wird mit weniger negativen Begleiterscheinungen der Abfallentsorgung wie Verschmutzung rund um die Sammelstellen, Vandalismus und Reklamationen wegen Lärm und Gestank zu kämpfen haben. Zudem können Hauskehricht und Wertstoffe nach Bedarf mit zusätzlichen Touren abgeführt werden. Besonders in der Innenstadt kann damit vermieden werden, dass es durch das zeitliche Zusammenfallen von Anlässen und ordentlichen Abfuhren zu Verkehrsbehinderungen kommt. Die Abfallentsorgung beansprucht ein Minimum an Platz und Zeit - für Gewerbe und Anstösser der Innenstadt eine spürbare Verbesserung.

Wertstoffsammelstellen: Umrüstung 2009 bis 2012

In einem ersten Schritt werden ab dem laufenden Jahr bis ins Jahr 2012 die Wertstoffsammelstellen kontinuierlich auf das Unterflursystem umgerüstet. Bereits hat das städtische Tiefbauamt alle 19 Wertstoffsammelstellen nach Sammelmengen, Eignung für das neue System und Zufahrtsverhältnissen für das künftige neue Entleerungsfahrzeug überprüft. Vier Sammelstellen sollen demnach wegen zu kleiner Sammelmengen aufgehoben, drei jedoch neu eingerichtet werden. Insgesamt zehn Standorte erhalten Unterflurcontainer. Die andern werden mit einem neuen Überflursystem mit modernen, einheitlich gestalteten Containern ausgerüstet.

Kehricht: Neuüberbauungen und Innenstadt zuerst

In einem zweiten Schritt wird die Entsorgung des Hauskehrichts modernisiert, und zwar zunächst in grossen Neuüberbauungen, paralell dazu auch in der Innenstadt. Die erste Unterflursammelstelle für Hauskehricht wird in diesem Jahr in der Innenstadt realisiert, weitere ab 2010 auch in Neuüberbauungen. Die Anzahl künftiger Standorte richtet sich einerseits nach dem Bedarf seitens der Liegenschaftsbesitzer und andererseits nach der Machbarkeit auf öffentlichen oder privaten Grundstücken. Für die Leerungen des Hauskehrichts aus den Unterflursammelstellen wird anstelle eines neuen Wechselladekippers ein Lastwagen mit Kran- und Muldenaufbau angeschafft.

Investitionen teils über Grundgebühren finanziert

Die Investitionen für die Umstellung auf das neue System werden bei den Wertstoffsammelstellen stadtseitig aus den Abfall-Grundgebühren und den Erlösen aus der Wertstoffsammlung finanziert. Einen entsprechenden (gebundenen) Kredit in der Höhe von 560'000 Franken hat der Thuner Gemeinderat für die Umrüstung während der nächsten vier Jahre bewilligt. Entlastet wird die Stadt Thun durch die Leistungen der AVAG, die die neuen Überflurcontainer, die Sammeltransporte, den Unterhalt der Container sowie einen Anteil an die Unterfluranlagen bezahlt. Kostensenkend für die Stadt wirkt sich u.a. auch die Tatsache aus, dass ab Juli dieses Jahres 30 Stellenprozente bei den Lastwagenfahrern eingespart werden können. Diese Reduktion kann durch einen internen Wechsel im Tiefbauamt aufgefangen werden. Die Unterflursammelstellen für Hauskehricht sollen grundsätzlich mit Grundeigentümerbeiträgen finanziert werden.

„Stadt gewinnt an Attraktivität“

Für die zuständige Gemeinderätin Jolanda Moser, Vorsteherin der Direktion Bau und Liegenschaften, ist die Einführung des neuen Abfall-Entsorgungssystems nicht zuletzt ein wichtiger Schritt in Richtung Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung: „Das Stadtbild wird sich in der Innenstadt und den Aussenquartieren verbessern. Thunerinnen, Thuner und Gäste werden sich sicherer fühlen. Insgesamt wird die Stadt an Attraktivität gewinnen.“


Beim Migros Dürrenast hat sich eine Pilotanlage des neuen Unterflur-Entsorgungssystems seit November 2007 bewährt. Das System wird schrittweise in der ganzen Stadt eingeführt.

Auskünfte an die Redaktionen:

·         Jolanda Moser, Vorsteherin der Direktion Bau und Liegenschaften, Tel. 033 225 83 33

·         Rolf Maurer, Stadtingenieur, Tel. 033 225 83 52

·         Rolf Bolz, Abfallberater

Tel. 033 225 84 08

Thun, 19. Februar 2009