Ab 1. März Areal für Moslemgräber auf Schorenfriedhof

Moslems erhalten im Thuner Schorenfriedhof ein eigenes Grabfeld. Die Stadt hat gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern muslimischen Glaubens die Form der muslimischen Bestattungen per 1. März an die städtischen Vorschriften angepasst.

Ab 1. März gibt es auch in Thun die Möglichkeit, Menschen muslimischen Glaubens gemäss ihrer religiösen Tradition zu bestatten - das Friedhofreglement wurde entsprechend angepasst. Im Schorenfriedhof am südlichen Stadtrand steht für Moslem-Gräber eine rund 600 Qudaratmeter grosse Fläche für maximal 160 Erdbestattungen zur Verfügung. Die schlichten Moslem-Gräber, die aus etwa 20 cm hohen Erdhügeln bestehen, liegen rechtwinklig zur Blickrichtung nach Mekka. Das Haupt der Verstorbenen wird, auf die rechte Seite geneigt, nach Mekka ausgerichtet. Den Angehörigen steht es offen, die Gräber mit den Namen der Verstorbenen zu kennzeichnen.

Das städtische Tiefbauamt, das in Thun für die Friedhofanlagen verantwortlich ist, hat die Ausgestaltung der Anlage mit Vertreterinnen und Vertretern muslimischen Glaubens und mit der Stadt Bern, die seit längerem Moslem-Gräber anbietet, abgesprochen. Dabei konnte auch vereinbart werden, dass die Verstorbenen aufgrund der hier geltenden Hygienevorschriften eingesargt werden, wie es bei Moslems sonst nicht üblich wäre.

Den Angehörigen stehen die Aufbahrungsräume sowie die Abdankungshalle des Schorenfriedhofes zur Verfügung, nicht jedoch die Kapelle. Die Abschiedsrituale werden, wie bei christlichen Bestattungen auch, mit dem Friedhofspersonal abgesprochen. Die Bestattungsgebühren für einheimische und auswärtige Moslems entsprechen denjenigen für die üblichen Erdbestattungen der Christen.

In den letzten Jahren wurde von Bürgern muslimischen Glaubens immer öfter das Anliegen vorgebracht, dass sie da, wo sie gelebt haben und ihre Angehörigen leben, auch begraben werden können. Dies ist eine Entwicklung, welche sich durch die relativ gute Integration dieser Menschen in die schweizerische Gesellschaft ergeben hat. Im Gegensatz zu den Einwanderern der ersten und zweiten Generation, welche sich nach ihrem Tod praktisch immer in die Heimatländer zurückführen lassen, haben die zu Bestattenden der dritten Generation und ihre Angehörigen wenig oder gar keine Beziehungen zu den Ländern ihrer Vorfahren. In den grösseren Städten werden deshalb immer mehr Friedhöfe, analog dem jüdischen Glauben, auch für Muslime zur Verfügung gestellt.

Die Schaffung eines separaten Moslem-Grabfeldes in Thun geht auf ein im August 2000 überwiesenes Postulat der SP im Stadtrat zurück. Der Bau des Grabfeldes konnte bereits 2007 abgeschlossen werden. Ende 2008 konnten zwischen den Vertretern der muslimischen Glaubensgemeinschaft und der Stadt Thun die letzten Details geklärt werden. Der Gemeinderat hat die entsprechenden Bestattungsabläufe und Bestimmungen genehmigt und das Friedhofreglement angepasst.


Ab 1. März 2009 können auf dem Thuner Schorenfriedhof Moslems gemäss ihrer Tradition beerdigt werden - im Vordergrund drei schlichte Erdhügel von Moslemgräbern.

Auskünfte an die Redaktionen:

Jolanda Moser, Gemeinderätin, Vorsteherin der Direktion Bau und Liegenschaften, Tel. 033 225 83 33

Thun, 24. Februar 2009