"Kunst und Bau" fürs KKThun - Bauarbeiten im Zeitplan

Ein Kupfer-Messing-Polyeder mit 64 Flächen als Garderobetheke und an die Wände projizierte Zitate berühmter Persönlichkeiten im Foyer: Diese künstlerischen Elemente werden das erweiterte Kultur- und Kongresszentrum Thun kennzeichnen. Eine Jury hat die Werke des Künstlerpaars Sabina Lang und Daniel Baumann aus Burgdorf sowie der Thunerin Chantal Michel aus fünf Vorschlägen ausgewählt. Ausgestellt sind alle fünf Projektskizzen vom 4. bis 6. Dezember im Foyer des bisherigen Saals.

Im Rahmen des Um- und Neubaus des ehemaligen Schadausaals zum künftigen Kultur- und Kongresszentrum Thun (KKThun) wurden fünf Kunstschaffende eingeladen, eine Projektskizze für eine künstlerische Arbeit im oder beim KKThun zu entwerfen. Die beiden Projektideen "F64" des Künstlerpaars Lang/Baumann und "En passant" von Chantal Michel wurden von einer sechsköpfigen Jury aus städtischen und externen Fachleuten zur Realisierung ausgewählt. Neben Chantal Michel und dem Künstlerpaar Lang/Baumann wurden Reto Leibundgut aus Thun, Renate Buser aus Basel und das Künstlerpaar Barbara Meyer Cesta sowie Rudolf Steiner ("Haus am Gern") aus Biel zum Wettbewerb eingeladen. Zu den allgemeinen Auswahlkriterien gehörten neben der künstlerischen Qualität auch die technische Realisierbarkeit, funktionelle Aspekte, der Orts- und Kontextbezug sowie die finanzielle Realisierbarkeit.

"F64": Kann sich zum Treffpunkt entwickeln

Das eine Projekt stammt vom Künstlerpaar Sabina Lang, geboren 1972, und Daniel Baumann, geboren 1967, aus Burgdorf. Sie werden eine zweiteilige mobile Garderobetheke, ein Polyeder mit 64 Flächen und einer goldglänzenden Kupfer-Messing Oberfläche, für das neue Foyer realisieren. Das insgesamt fünf Meter lange und 70 cm hohe Objekt mit seinem skulpturalen Charakter und seiner zugleich funktionalen Verwendung setzt im Foyer einen künstlerischen Akzent. Eben dieses Wechselspiel des Objekts zwischen Plastik und Möbel, das Kunst und Funktionalität miteinander verbindet, hat die Jury überzeugt. Aus ihrer Sicht kann sich die Theke durchaus auch zum unübersehbaren Treffpunkt entwickeln.

Modell des Kupfer-Messing-Polyeders F 64 von Sabina Lang und Daniel Baumann. Er wird im KKThun als Garderobetheke dienen.

"En passant": Wenig bekannte Zitate

Die 41-jährige Thunerin Chantal Michel wird in ihrem Projekt Zitate von Persönlichkeiten, die in Thun gelebt oder die Stadt "en passant" bereist haben, auf die Wände des Foyerbereichs applizieren. So werden etwa wenig oder nicht bekannte Zitate von Lukas Bärfuss und Johannes Brahms ausgewählt. Die Besucherinnen und Besucher des KKThun können die Zitate "en passant" wahrnehmen. Die Jury hat die Schlichtheit und Einfachheit der Arbeit sowie die Sensibilität der Künstlerin für die Texte, die stets neue Interpretationen zulassen, überzeugt.

Zitate berühmter Persönlichkeiten im Foyer: Fotomontage des Projektes von Chantal Michel.

Für das gesamte Kunst-und-Bau-Projekt steht ein Kostendach von 91'000 Franken zur Verfügung, was 1 Prozent der reinen Gebäudekosten entspricht und in der Regel für Kunst-und-Bau-Projekte eingesetzt wird. In Thun werden bei städtischen Um- und Neubauten künstlerische Interventionen dann realisiert, wenn eine hohe Publikumsfrequenz zu erwarten und ein Kunstprojekt wirkungsvoll und angebracht ist. Im Durchschnitt ist dies maximal ein Projekt pro Jahr.

Weitere Infos:

Sabina Lang und Daniel Baumann: www.langbaumann.com

Chantal Michel: www.chantalmichel.ch

Ausstellung und Führungen

Die fünf Projektskizzen können vom Freitag, 4. bis Sonntag 6. Dezember jeweils von 10.00 bis 14.00 Uhr im bisherigen Foyer des Schadausaals besichtigt werden (Eingang Seite Gymnasium benützen). Täglich werden um 12.00 und 13.00 Uhr Führungen angeboten.

Sanierung und Erweiterung läuft wie geplant

Die im Juli 2009 begonnenen Arbeiten zur Sanierung des früheren Schadausaals und dessen Erweiterung zum künftigen KKThun laufen gemäss Zeitplan: Noch vor Weihnachten - bis am 18. Dezember - wird der Rohbau für den zusätzlichen Saal mit 500 Plätzen und einem Foyer abgeschlossen sein. Am bestehenden Gebäude wurden vor allem die Öffnungen zum Anbau gefräst und die Übergänge zu diesem vorbereitet. Demnächst angefangen werden auch die Kanalisationsarbeiten. Nach einem Arbeitsunterbruch über die Festtage wird die Dachkonstruktion aus Stahl in Angriff genommen. Voraussichtlich im März 2010 wird die Aufrichte gefeiert werden können. Der gesamte Um- und Anbau wird im Frühjahr 2011 abgeschlossen sein. Die Thuner Stimmberechtigten hatten dafür am 11. März 2007 einen Baukredit von 19 Mio. Franken bewilligt.

Auskünfte an die Redaktionen:

Für den Kunst-und-Bau-Wettbewerb: Marianne Flubacher, stv. Leiterin Kulturabteilung, Tel. 033 225 85 88 (vormittags)

Thun, 30. November 2009