Alkohol- und Tabaktestkäufe zeigen Wirkung

Die jüngsten Resultate in der Region Thun zeigen, dass Alkohol- und Tabaktestkäufe ihre Wirkung nicht verfehlen. Die Anzahl Verstösse geht zudem zurück, wenn die Testkäufe regelmässig durchgeführt werden. Der nationale Trend wird auch in der Region Thun beobachtet: Handlungsbedarf besteht vor allem bei Festwirtschaften und bei Barbetrieben. Das Gewerbeinspektorat Thun will deshalb den Fokus im nächsten Jahr gezielt auch auf grössere Festwirtschaften richten.

Die Gemeinden Heimberg, Steffisburg, Thun, Uetendorf und Spiez haben am 2. und 4. Dezember wiederum regionale Alkohol- und Tabaktestkäufe durchgeführt. Insgesamt wurden 13 Kioske, 34 Gastgewerbebetriebe und 5 Festwirtschaften kontrolliert. Nun liegt die Auswertung vor: Die Übertretungsquote ist gegenüber der ersten Testreihe vom 26. und 27. August von 42 auf 40 % zurückgegangen. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass bisher nicht in jeder Gemeinde regelmässig Testkäufe durchgeführt worden sind. In der erstmals beteiligten Gemeinde Spiez haben deshalb noch 80 % der kontrollierten Betriebe gegen die Jugendschutzbestimmungen verstossen. Es wird erwartet, dass zukünftige Kontrollen die Übertretungsquote weiter senken werden.

Handlungsbedarf bei Festwirtschaftsbetreibern

Die jüngsten Testkäufe haben gezeigt, dass die meisten Verstösse in Festwirtschaften oder Barbetrieben entstanden sind. In Uetendorf wurden beispielsweise 5 Festwirtschaften kontrolliert. Die Übertretungsquote lag bei 100 %, was auf Handlungsbedarf hinweist. Das Resultat würde in den anderen Gemeinden wohl ähnlich ausfallen. Deshalb hat sich das Gewerbeinspektorat entschieden, den Fokus mindestens in der Stadt Thun im nächsten Jahr auf die grösseren Festwirtschaften zu richten. Wer eine Festwirtschaft betreibt, muss die Alkoholabgabeverbote und die Jugendschutzbestimmungen genauso beachten wie jeder andere Wirt auch.

Die Gemeinden haben die Pflicht, dafür zu sorgen, dass das Gebot der Rechtsgleichheit verschiedenartigster Gastwirtschaftsbetriebe beachtet wird. Im Weiteren sind sie gehalten, Wettbewerbsverzerrungen unter diesen zu verhindern.

Fehlbare müssen mit Sanktionen rechnen

Die Testergebnisse werden wiederum sowohl dem Regierungsstatthalteramt als auch dem Untersuchungsrichteramt weitergeleitet. Die Fehlbaren müssen sowohl mit verwaltungsrechtlichen Massnahmen wie Verwarnungen, Verkaufseinschränkungen o.ä wie auch mit strafrechtlichen Schritten wie Bussen rechnen.

Hilfestellung für verantwortliche Personen

Um die Übertretungsquote weiter zu senken, müssen folgende Punkte konsequent beachtet werden:

·        regelmässige Personalschulung durch die Verantwortlichen;

·        kein Alkoholkonsum während der Arbeit für Chefs und Mitarbeitende;

·        ansprechendes Angebot an alkoholfreien Getränken;

·        konsequente Ausweiskontrollen - nur amtliche Ausweise werden akzeptiert;

·        gezielte Anschriften am Buffet, auf Getränke- und Speisekarten sowie auf Plakaten.

Die Gemeinden stehen den verantwortlichen Personen gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Auskünfte an die Redaktionen:

Reto Keller, Gewerbeinspektor Stadt Thun, Tel. 033 225 84 90

Thun, 16. Dezember 2009