Rechnung 2009 schliesst ausgeglichen ab

Die Rechnung 2009 der Stadt Thun schliesst bei einem Umsatz von 252 Mio. Franken bei höheren Steuereinnahmen als budgetiert und nach zusätzlichen Abschreibungen von 6 Mio. Franken ausgeglichen ab. Der Voranschlag rechnete mit einem Aufwandüberschuss von 0,8 Mio. Franken. Dennoch bleibt die finanzielle Lage der Stadt Thun angespannt.

Ausschlaggebend für das erfreuliche Ergebnis des Rechnungsabschlusses der Stadt Thun für das Jahr 2009 ist der Steuerertrag, der netto um 3 Mio. Franken oder 3 % höher ausfällt als budgetiert, wenn auch - als Folge der Steuergesetzrevision - tiefer als im Vorjahr. Damit bestätigt sich die bereits anlässlich des Rechnungsabschlusses 2008 und der Budgetierung für das Jahr 2010 durch den Gemeinderat kommunizierte Erwartung, dass der Steuerertrag 2009 den Budgetwert übertreffen wird. Dies ist auch in den meisten anderen bernischen Städten und Gemeinden der Fall.<s></s>

Günstigere Beiträge und Zinsen

Zum guten Ergebnis tragen auch tiefere Beiträge für die Lastenausgleichssysteme und die geringere Zinsbelastung bei. Der Anteil der Stadt Thun an den vier Lastenausgleichsbereichen beträgt 44 Mio. Franken oder 43 % des Steuerertra­ges.

Personalaufwand wie budgetiert

Der Personalaufwand liegt mit 54 Mio. Franken um 0,3 Mio. Franken oder 0,6 % über dem Vor­anschlag. Die Löhne des Personals sind durch die nicht im Ausmass des budgetierten Wertes aus­gerichtete Teuerungszulage und weitere Einsparungen unter dem Budgetwert. Über dem Voranschlag liegt der Aufwand für Sozialversicherungsbeiträge, zurückzuführen vor allem auf die Unterdeckung der Pensionskasse Ende Dezember 2008, die in der Zwischenzeit erfreulicherweise wieder kleiner geworden ist.

Investitionen deutlich unter dem geplanten Ausmass

Die Nettoinvestitionen betragen rund 6,7 Mio. Franken. Geplant waren Ausgaben von insgesamt 19,6 Mio. Franken. Die Abweichung um 12,9 Mio. Franken bzw. rund 66 % ist hoch. Minderausgaben sind aus verschiedenen Gründen vor allem bei den Schulbauten (Schulraumplanung Pestalozzi und Verbundprojekte verzögern sich um ein Jahr) und bei den fol­genden Projekten zu verzeichnen:

·        Thun-Panorama: Zeitbedarf für Studienauftrag und Abklärungen mit der Eidg. Kommission für Denkmalpflege.

·        Erschliessung Wirtschaftspark Schoren: Der Stadtrat hat die Arbeiten an die Bedingung geknüpft, dass ein definitiver Landverkauf vorliegt.

·        Weststrasse: verzögerter Start durch Koordination mit dem Stadionprojekt.

·        Uferweg Bahnhof-Kohlenweiher: Überarbeitung des Projektes und Koordination mit dem Bypass-Thun-Nord-Projekt.

·        Hochwasserentlastungsstollen: Die geplanten Ausgaben fielen bereits 2008 an.

·        Laufbahn Lachenstadion: Verzögerung durch Abklärungen in Bezug auf weitere Varianten.

·        Abfallbeseitigung: Überarbeitung des Projektes Abfallsammelhof; Sanierung der Deponie Schluckhals vor 2009 abgeschlossen; Verzögerung durch Einsprachen bei der Neugestaltung der Wertstoffsammelstellen.

·        Abwasseranlagen: Personalengpass führte dazu, dass Kanalbauten verschoben wurden; der Beitrag an Investitionen der ARA fiel tiefer aus als budgetiert.

·        Parkplätze bei der Scherzligkirche: Verzögerung bei der Wohnüberbauung

Zusätzliche Abschreibungen

Das Rechnungsergebnis ermöglicht im Ausmass von rund 6 Mio. Franken zusätzliche Abschreibungen auf dem Ver­waltungsvermögen. Dies schafft gute Voraussetzungen für die durch die Änderung der Rechnungslegung (HRM 2) zu erwartende Mehrbelastung.

Abnahme der Verschuldung

Die mittel- und langfristigen Schulden konnten dank des guten Rechnungsergebnisses und der tiefen Investitionsausgaben von 181 auf 161 Mio. Franken reduziert werden.

Düstere Aussichten ab 2011

Der wirtschaftliche Abschwung in den Jahren 2008 und 2009 wird sich verzögert auch in der Stadtrechnung negativ auswirken. Während für das Jahr 2010 noch von einer praktisch ausgeglichenen Rechnung ausgegangen wird, weist die Aufgaben- und Finanzplanung ab dem Jahr 2011 hohe Fehlbeträge im Ausmass von 4 bis 5 Mio. Franken aus. Diese sind teilweise auch auf die Auswirkungen der anstehenden Steuergesetzrevision zurückzuführen. Neue Aufgaben müssen deshalb weiterhin sehr kritisch hinterfragt werden.

Auskünfte an die Redaktionen:

  • Stadtpräsident Hans-Ueli von Allmen, Vorsteher Präsidiales und Finanzen, Tel. 033 225 82 15
  • Finanzverwalter Daniel Wegmüller,
    Tel. 033 225 82 86

Thun, 23. März 2010