SEF-Wegzug: Gemeinderat schwer enttäuscht

Der Entscheid des Swiss Economic Forums (SEF), den Top-Wirtschaftsanlass in den nächsten drei Jahren in Interlaken anstatt in Thun durchzuführen, enttäuscht den Thuner Gemeinderat schwer. Elf Jahre lang hat die Stadt das SEF finanziell unterstützt, und zur Zeit wird der Schadausaal für 24 Mio. Franken modernisiert und ausgebaut. Das SEF war ein wichtiger Auslöser dieses Ausbaus. Dass das SEF seinen Firmensitz und einen der Anlässe in Thun belässt und bei der Acquisition von Kongressen mit Thun zusammenarbeiten will, wird begrüsst.

Einstimmig hatte sich der Thuner Stadtrat am 24. Juni hinter das SEF gestellt, indem er für weitere drei Jahre eine jährliche Unterstützung des Top-Anlasses mit nationaler und internationaler Ausstrahlung beschloss. Seit 1999 engagierte sich die Stadt finanziell und in der Form von Gratis-Dienstleistungen für die Durchführung des SEF in Thun. Auch ist das SEF einer der wichtigsten Gründe, dass der Schadausaal gegenwärtig zum Kongress- und Kulturzentrum Thun (KKThun) ausgebaut und modernisiert wird. 2007 hatten die Thuner Stimmberechtigten einem entsprechenden Kredit von 19 Mio. Franken deutlich zugestimmt. Erst kürzlich, am 2. Juni, erhöhte der Stadtrat den Gesamtkredit auf 24 Mio. Franken, um - nebst dem bereits früher beschlossenen Ausgleich der Teuerung in der Höhe von 2,4 Mio. Franken - unter anderem eine vor allem vom SEF geforderte Klimaanlage und eine verbesserte Saaltechnik zu ermöglichen. Und nun gibt das SEF bekannt, Thun zu verlassen und den Anlass künftig in Interlaken durchzuführen.

Damit erweisen sich alle bisherigen und jüngsten Bemühungen, dem SEF in Thun optimale Bedingungen zu bieten, als hinfällig. Die deutlichen Unterstützungssignale der Thuner Bevölkerung, des Thuner Gemeinderates und des Stadtrates von Thun waren vergeblich. Der Gemeinderat hat diesen unternehmerischen Entscheid des SEF zu akzeptieren, ist aber schwer enttäuscht. Die Stadtregierung bedauert auch sehr, dass das SEF mit seinem heutigen Entscheid die Gelegenheit verpasst, seinen Teilnehmerinnen und Teilnehmern nächstes Jahr das neue KKThun zu präsentieren und sie von dessen Vorteilen zu überzeugen.

Dass die Hotelsituation - und auch die allgemeine touristische Infrastruktur - in Interlaken tatsächlich besser sind als in Thun und dass der dortige Saal grösser ist, lässt sich allerdings nicht bestreiten. Der Gemeinderat anerkennt auch, dass der Firmensitz des SEF und der CEO-Dialog in Thun bleiben und dass das SEF mit der Geschäftsleitung des KKThun Synergien bei der Acquisition von Anlässen und Kongressen suchen will. Dennoch bleibt es eine Tatsache, dass mit dem Wegzug des SEF ein wichtiger Imageträger, welcher sehr stark zur Profilierung der Region als Wirtschaftsstandort beiträgt, verloren geht.

Der Gemeinderat wird die neue Ausgangslage, insbesondere für das KKThun, intern und mit der Geschäftsleitung der KKThun AG vertieft analysieren und weiterhin alles daran setzen, attraktive Anlässe und Kongresse nach Thun zu holen.

Auskünfte an die Redaktionen

Hans-Ueli von Allmen, Stadtpräsident,
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Thun, 2. Juli 2010