ESP Thun Nord / Kleine Allmend: Mitwirkung zum neuen Richtplan

Die früher ausschliesslich militärisch genutzte „Kleine Allmend“ ist ein bedeutendes Areal für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Thun. Ein neuer Richtplan „ESP Thun Nord“ soll eine nachhaltige, gemischte militärische und zivile Nutzung des rund 60 Hektaren grossen Areals als Wirtschaftsstandort fördern. Geklärte baurechtliche Grundlagen sorgen für eine bedarfsgerechte und flexible Umsetzung und entsprechen der Bedeutung dieses kantonalen Entwicklungsschwerpunktes (ESP). Bis 31. Januar 2011 kann sich die Bevölkerung dazu äussern.

Seit 2005 dient der Richtplan „ESP Thun Nord/Steffisburg“ dazu, die Tätigkeiten von VBS, RUAG, Stadt Thun, Gemeinde Steffisburg und Kanton Bern auf der „Kleinen Allmend“ aufeinander abzustimmen. Der Richtplan fördert die Koordination und ist für die Behörden verbindlich. Aufgrund veränderter Bedingungen wird er nun angepasst. So entfällt beispielsweise das Areal „AMP Schwäbis“ in Steffisburg aus dem Planungsgebiet, weil es auch langfristig ausschliesslich militärisch genutzt werden soll.

Pragmatische und auf die Zukunft ausgerichtete Lösungen zu Städtebau, Erschliessung und Gebietsmanagement sind im neuen, kommunalen Richtplan enthalten. Er ermöglicht eine dynamische Arealentwicklung und stimmt die verschiedenen Nutzungsansprüche optimal aufeinander ab. Der Richtplan gewährleistet, dass Grundstücke und Immobilien effizient zur Marktreife gebracht werden können. Nun führt die Stadt Thun eine öffentliche Mitwirkung zum Richtplan durch. Bis 31. Januar 2011 können sich alle Interessierten dazu äussern (siehe Kasten). Nach Auswertung der Eingaben wird die Planung dem Kanton zur Vorprüfung eingereicht. Der Gemeinderat wird im Herbst 2011 über den Richtplan befinden. Danach folgt das Genehmigungsverfahren durch den Kanton.

Schrittweise Öffnung in den nächsten 15 Jahren

Die Kleine Allmend öffnet sich schrittweise für zivile Nutzungen. Gemäss Planung läuft dieser Prozess über die nächsten 15 Jahre. Das Areal bietet ein städtebaulich und für die wirtschaftliche Entwicklung attraktives Umfeld. Für den Wirtschaftspark gibt es klare Vorgaben zur Erschliessung, für die Gestaltung der Aussenräume und zur Bebauung. 28 Massnahmenblätter liefern Vorgaben dazu. Darin sind Ziele, Vorgehen, Verantwortliche und Kosten festgehalten. Eine aktive Vermarktung durch die beauftragte Geschäftsstelle ESP Thun Nord unterstreicht die Attraktivität des Wirtschaftsparks. Ein periodisches Controlling stellt die Umsetzung des Richtplans sicher.

Vielfältige Nutzungsmöglichkeiten

Mittlerweile sind über 50 Firmen mit rund 3000 Beschäftigten auf der Kleinen Allmend und an der Uttigenstrasse ansässig. Dazu gehören KMU aus den Bereichen Handel und Gewerbe, Technologie und Dienstleistung. Ebenso sind im Wirtschaftspark Behörden und Anbieter für Soziales und Kultur, Forschung und Entwicklung vertreten. Von der Gastronomie über die Kinderbetreuung und Energieversorgung bis hin zur Abfallentsorgung können die Firmen im Wirtschaftspark auf ein grosses Serviceangebot zurückgreifen. Im Areal sind gemäss Richtplan weiterhin militärische und zivile Nutzungen mit Schwerpunkt Arbeiten vorgesehen. An der Allmendstrasse sind Betriebe im Bereich Aus- und Weiterbildung, Entwicklung und Forschung, Verwaltung und Verkauf, aber auch Restaurants und Hotels möglich.

Gute Anschlüsse an Autobahn und Neat

Der westliche Arealteil eignet sich wegen der bestehenden Logistikanlagen und des Gleisanschlusses besonders für Produktions- und Logistikbetriebe. Der Entwicklungsschwerpunkt Thun Nord ist direkt an die Neat-Zubringerstrecke des Lötschberg-Basistunnels nach Italien und nach Deutschland angeschlossen. Mit dem Bypass Thun Nord und der damit verbundenen neuen Aarebrücke erhält das Areal ab etwa 2017 einen direkten Anschluss an die Autobahn. Dadurch werden die Arbeits- und Transportwege der ansässigen Firmen deutlich verkürzt. Ab dem Bypass wird eine neue Ringstrasse die Kleine Allmend optimal erschliessen.

Strassen auf künftige Buslinien ausgerichtet

Voraussetzung für eine gute Erschliessung ist, dass das Strassennetz auch von Bussen befahren werden kann. Da im Areal erst mittelfristig Buslinien vorgesehen sind, werden die Strassen flexibel auf eine allfällige künftige Linienführung ausgerichtet. Vom Stadtzentrum bis ins Lerchenfeld entsteht eine attraktive Achse für den Langsamverkehr. Auch werden voraussichtlich vier Bahnquerungen für den Fuss- und Veloverkehr realisiert.

Mitwirkung zum neuen Richtplan – Auflage und Internet

Die Mitwirkung zum neuen Richtplan „ESP Thun Nord“ dauert von Donnerstag, 18. November 2010 bis Montag, 31. Januar 2011.

Die Unterlagen können im Erdgeschoss des städtischen Verwaltungsgebäudes an der Industriestrasse 2, 3602 Thun, von Montag bis Freitag, 08.00 bis 11.45 Uhr und 13.30 bis 17.00 Uhr (Freitag bis 16.00 Uhr) eingesehen werden.

Allfällige Eingaben sind schriftlich bis spätestens Montag, 31. Januar 2011 an das Planungsamt der Stadt Thun, Industriestrasse 2, Postfach 145, 3602 Thun, zu richten. Nach Ablauf der Mitwirkung wird darüber ein Bericht erstellt. Dieser ist öffentlich.

Dokumentation im Internet

Die vollständigen Mitwirkungsunterlagen sind auch im Internet abrufbar unter www.wirtschaftspark-thun.ch oder www.thun.ch/mitwirkung

 

Auskünfte an die Redaktionen:

Jolanda Moser, Vorsteherin Direktion Bau und Liegenschaften,
Tel. 033 225 83 33

Melchior Buchs, Geschäftsstelle ESP, Tel. 033 225 61 61

Hansueli Graf, Stadtplaner, Tel. 033 225 83 77

Thun, 15. November 2010