Feuerwehr Thun rüstet sich fürs nächste Jahrzehnt

Das Jahr 2010 bescherte der Feuerwehr Thun bisher mehr als 240 Einsätze. Dabei ist vor allem bei Fahrzeugbränden, Personenrettungen nach Unfällen sowie Vandalismus mit Brandstiftung eine merkliche Zunahme zu verzeichnen. Auf Ende Jahr verlassen 18 Mann mit total 322 Dienstjahren die zur Zeit 180 Mann zählende Feuerwehr, sieben werden befördert oder in neue Kaderfunktionen ernannt.

An der traditionellen Entlassungs- und Beförderungsfeier konnte der Kommandant der Feuerwehr Thun, Major Daniel Hürzeler, auf ein reges und erfolgreiches Jahr zurückblicken. "Der Anfang Jahr erfolgte, markante Führungswechsel an der Spitze von Kommando, Löschzug und Zweiteinsatzzug lief problemlos ab, die Konsolidierung ist erfolgt", hielt Hürzeler fest.

Intensive Aktivitäten in den Bereichen Ausbildung und Einsatz, die häufigeren Autobrände und Vandalismus-Vorfälle sowie der Grossbrand unmittelbar neben dem Feuerwehrmagazin waren Schwerpunkte, die der Kommandant zu Beginn der diesjährigen Feier im Areal Thun Expo den geladenen Feuerwehrangehörigen und den Gästen in Erinnerung rief. 231 Weiterbildungstage absolvierten die Angehörigen der Feuerwehr im zu Ende gehenden Jahr, bedeutend mehr als im Vorjahr.

Er sei stolz und dankbar für die geleisteten Dienste und Einsätze, welche 2010 durch die Miliz zugunsten der Allgemeinheit geleistet wurden, hielt der Kommandant fest. Die ständige Einsatzbereitschaft sei – in einer Zeit mit immer grösser werdendem Freizeitangebot - nicht mehr selbstverständlich. Motivation und Wille stünden nach wie vor im Vordergrund, diese Werte gelte es zu pflegen und zu erhalten, damit das heutige Milizsystem weiterleben könne, sagte Hürzeler weiter.<s></s>

2011 werden Organisation und Abläufe überprüft

"Um Ziele zu erreichen, braucht es vor allem Bereitschaft zur Veränderung, Verständnis, Sorgfalt und Fingerspitzengefühl, und zwar auf sämtlichen Stufen und Funktionen", betonte Hürzeler. Zu den Schwerpunkten des kommenden Jahres gehörten die Überprüfung der Organisation und der Abläufe, die Beschaffung moderner Einsatzmittel und Fahrzeuge, die Anpassung des Bestandes nach unten und die Förderung der Fachkompetenz. Zugleich sei der Hauptauftrag stets "rasch, effizient und kostengünstig" zu erfüllen.

Namhafte Beträge werden 2011 auch in einheitliche Kommunikationsmittel, insbesondere Funkgeräte und Sprechgarnituren, sowie in die Sicherheit der persönlichen Ausrüstung mit neuem Helm für die Atemschutzgeräteträger investiert. Intensiv wird an einer Lösung für einen künftigen Neubau eines Feuerwehrmagazins studiert, da nicht nur das Material, sondern auch die dafür benötigte bauliche Infrastruktur an die vorhandenen Einsatzmittel angepasst werden müssen.

Planung Neumotorisierung

Im Zusammenhang mit der Anfang 2008 erfolgten Integration der Feuerwehr Heiligenschwendi gilt es, die Fahrzeugflotte abzulösen und zu modernisieren. So werden für die Kompanie 3 (Heiligenschwendi) zwei neue Einsatzfahrzeuge neuster Generation mit Überdruckbelüftung und Wärmebildkamera beschafft.

Sie wurden bei der Feuerwehr Thun befördert (von links): Wm Markus Herrmann (LZ); Kpl Dani Richner (Kp 3); Adj Uof Daniel Jost (Stab); Wm Michael Kunz (ZEZ); Wm Thomas Lenggenhager (Kp2); Wm Roger Feller (ZEZ) sowie der Kdt Feuerwehr Thun, Major Daniel Hürzeler. Auf dem Bild fehlt Wm Yves Donzé (LZ).

322 Jahre Erfahrung verlassen die Feuerwehr

Per Ende Jahr werden 18 Kameraden aus dem Feuerwehrdienst entlassen, teils wegen Dienstzeitbeschränkung, teils nach eigenem Entscheid. Sie leisteten zusammen eindrückliche 322 Dienstjahre, wobei die drei Angehörigen der Kp 3 den grössten Teil ihrer Dienstzeit in der ehemaligen Feuerwehr Heiligenschwendi geleistet haben. Die längste Dienstzeit leistete mit 44 Jahren Kpl Hansueli Rösch sowie mit 31 Jahren Gfr Andreas Grütter. Diesen beiden “Feuerwehrveteranen“ wurde nebst der traditionellen Pfeffermühle auch ein Blumenstrauss überreicht.

In den verdienten "Feuerwehr-Ruhestand" entlassen wurden:

 

·         Elektro: Kpl Marco Müller (4);

·         Löschzug: Gfr Beat Herrmann (21);

·         Kompanie 1: Kpl Michael Wyss (8), Gfr Daniel Roth (12), Gfr Michael Kratzer (22) ;

·         Kompanie 2: Lt Fritz Ruprecht (27), Four Kurt Rieder (20), Gfr Markus Gäumann (7), Gfr Rolf Graber (22), Gfr Andreas Grütter ( 31), Gfr Hansueli Mäder (9), Gfr Christoph Meyer (11), Gfr Stefan Moser (22), Gfr Hansjürg Zurbuchen (12), Gfr Kurt Zurbuchen (12);

·         Kompanie 3: Kpl Walter Furer (29), Kpl Hansueli Rösch (44), Gfr Daniel Schlosser (9).

Ernannt und befördert wurden:

·         Stab: Daniel Jost zum Adj Uof und Ausbildungsverantwortlichen Feuerwehr Thun;

·         Löschzug: Yves Donzé zum Wachtmeister, Markus Herrman zum Wachtmeister;

·         Zweiteinsatzug: Roger Feller zum Wachtmeister, Michael Kunz zum Wachtmeister;

·         Kompanie 2: Thomas Lenggenhager zum Wachtmeister;

·         Kompanie 3: Dani Richner zum Korporal.

Kommandant Daniel Hürzeler dankte dem abtretenden Kreisfeuerwehrinspektor von Thun, Major Heinrich Gammenthaler, Hilterfingen, für seinen langjährigen Einsatz im Feuerwehrwesen. Er sei "ein jederzeit kompetenter Ansprechpartner in Freud und Leid" gewesen, sagte Hürzeler. Der für die Feuerwehr zuständige Gemeinderat und Sicherheitsvorsteher Peter Siegenthaler dankte im Namen der Stadtregierung allen Dienstleistenden für ihr Engagement und die geleisteten Dienste.

Auskünfte an die Redaktionen:

Major Daniel Hürzeler, Kommandant Feuerwehr Thun, Tel. 033 225 35 74 (Jürg Isler, Stabschef Feuerwehr, bitte Rückruf verlangen)

Thun, 4. Dezember 2010