Innenstadt-Ordnungsdienst nun ganzjährig

Wie bereits angekündigt, hat der Thuner Gemeinderat beschlossen, den nächtlichen Innenstadt-Ordnungsdienst neu während des ganzen Jahres - und nicht nur während der Sommermonate - patrouillieren zu lassen. Die Fahrverbote in der Oberen Hauptgasse, in der Marktgasse und der Gerberngasse werden ebenfalls das ganze Jahr überwacht. Die Gastgewerbebetriebe beteiligen sich an den jährlichen Kosten des Ordnungsdienstes, während die Fahrverbotsüberwachung über Parkinggebühren finanziert wird.

Wie der Thuner Gemeinderat bzw. die Direktion Sicherheit Anfang November an einer Medienkonferenz darlegte, haben die Massnahmen des Projektes "Nachtruhe" für die Altstadt Wirkung gezeigt (vgl. Comm. vom 9. November 2010). Es gilt der Grundsatz "wer sich in der Stadt Thun nicht korrekt verhält, wird zur Rechenschaft gezogen". Gestützt auf die positiven Rückmeldungen aus dem Altstadt-Stamm, der Innenstadt-Genossenschaft, des Komitees "thun rockt", der Wirtenden, der Kantonspolizei und den stadtinternen Stellen, hat der Gemeinderat nun - wie damals angekündigt - entschieden, den Ordnungsdienst Innenstadt 2011 während des ganzen Jahres patrouillieren zu lassen. Die Fahrverbote Obere Hauptgasse und Marktgasse/Gerberngasse werden ebenfalls das ganze Jahr überwacht. Jene Gastgewerbebetriebe, die im Besitz einer Bewilligung für verlängerte Öffnungszeiten sind, beteiligen sich an den jährlichen Kosten von 225'000 Franken mit 41'000 Franken.

Unverändert: Einsatztage und -zeiten sowie Perimeter

Der Ordnungsdienst-Auftrag gilt neu während des ganzen Jahres und nicht nur von Mai bis Oktober. Sonst ändert sich der Auftrag nicht: Er wird wie bisher durch die Berner Hunde Security GmbH und die GSD Gayret Security GmbH in den Nächten von Donnerstag auf Freitag, Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag zwischen 00.30 und 04.30 Uhr wahrgenommen. Auch der Perimeter Aarequai ab Thunerhof, Obere/Untere Hauptgasse (Lauitor bis Berntorplatz), Schlosstreppen, Hauptgasse und Rathausplatz, Freienhofgasse, Waisenhausplatz, Bälliz, Mühleplatz, Gerberngasse, Marktgasse, Grabenstrasse, Schwäbisgasse und Berntorgasse gilt weiterhin.

Bekenntnis zu einer lebenswerten und florierenden Innenstadt

Die Stadt Thun trägt mit 184'000 Franken die Hauptkosten des Ordnungsdienst-Auftrags 2011. Damit signalisiert der Gemeinderat, dass ihm eine lebenswerte und florierende Innenstadt sehr am Herzen liegt. Gleichzeitig hat er die Direktion Sicherheit beauftragt abzuklären, inwieweit die Fahrverbotsüberwachung durch bauliche Massnahmen abgelöst werden könnte, um Kosten zu sparen. Denkbar sind da beispielsweise versenkbare Poller oder Barrieren.

Ergänzung zur sichtbaren Präsenz der Kantonspolizei

Der Ordnungsdienst Innenstadt bildet lediglich eine Ergänzung zur sichtbaren Präsenz der Kantonspolizei in der Innenstadt. Sicherheitsvorsteher Peter Siegenthaler hat die Kantonspolizei beauftragt, in der Innenstadt weiterhin eine möglichst starke sichtbare Präsenz zu leisten.

Fehlbare werden weiterhin konsequent zur Rechenschaft gezogen

Wer sich in der Stadt Thun nicht korrekt verhält, wird weiterhin konse­quent zur Rechenschaft gezogen. Fehlbare Personen werden gebüsst und zu Gesprächen zum Gewerbeinspektor eingeladen.

Stadtanalyse des Städtverbandes soll Erkenntnisse zur Altstadt liefern

Wie sich die Thuner Altstadt bevölkerungsmässig und wirtschaftlich entwickelt und wie sich die bisher getroffenen Massnahmen zur Erhöhung der Lebensqualität auswirken - dazu haben Stadtverwaltung und Gemeinderat bisher keine genauen Angaben oder Beurteilungskriterien. Dennoch möchte der Gemeinderat gemäss seiner Stadtentwicklungs-Strategie die Obere Hauptgasse als Wohnort in Zusammenarbeit mit den Grundeigentümern aufwerten, das Erscheinungsbild der Innenstadt verbessern und lärmige Freizeitnutzungen besser regeln. Um konkrete Grundlagen zur Erreichung dieser Zielsetzungen zu erhalten, hat der Gemeinderat beim Netzwerk Altstadt des Schweizerischen Städteverbandes eine standardisierte Stadtanalyse in Auftrag gegeben. Sie soll im Frühjahr 2011 vorliegen und aussagekräftige, spezifische Erkenntnisse darüber liefern, was sich in der Thuner Altstadt verändert hat, sich voraussichtlich noch verändern wird und was unternommen werden kann. Es geht um die Art der Geschäftsnutzungen, die Konflikte, die einer Wohnnutzung entgegen stehen, die Möglichkeiten, die Nutzung des öffentlichen Raumes zu regeln, mögliche Partnerschaften mit Privaten und zu prüfende flankierende Massnahmen ausserhalb der Altstadt. Der Gemeinderat hat für diese Analyse einen Kredit von 6500 Franken bewilligt.

Auskünfte an die Redaktionen

Reto Keller, Gewerbeinspektor, Tel. 033 225 84 90

Thun, 14. Dezember 2010