Bauarbeiten für Uferweg Bahnhof-Schadau haben begonnen

Vom Bahnhof Thun entlang dem Schifffahrtskanal und der Aare zum Schadaupark und an den See flanieren - nach jahrzehntelanger Planungszeit und politischen Rückschlägen wird dies nun endlich möglich: Am 4. April beginnen die Bauarbeiten. Im Herbst will die Stadt den neuen Uferweg eröffnen.

 

Wer heute vom Bahnhof Thun auf einem Fussweg ans Seeufer und zum idyllischen Schadaupark spazieren will, ist gezwungen, der Seestrasse zu folgen - auf Asphalt, fernab vom Ufer des Schiffahrtskanals und der Aare. Nach jahrzehntelanger Planung und einem Volksnein zu einem früheren Uferwegprojekt im Jahr 2000 sind die Tage dieser touristisch unattraktiven Situation gezählt: Am 4. April beginnt der Bau des Uferwegs vom Bahnhof Richtung See. "Obwohl ich mit der langen Vorgeschichte nur ganz am Schluss zu tun hatte, schätze ich mich heute glücklich, dieses für die touristische Attraktivität der Stadt Thun so wichtige Vorhaben lancieren zu dürfen", sagte Gemeinderat Roman Gimmel, seit Anfang 2011 Vorsteher der Direktion Bau und Liegenschaften, anlässlich des feierlichen Baustartes am Montag, 4. April.

 

Teilbaubewilligung bis kurz vor Schadaupark

Von den fünf Einsprachen gegen ein neues, im Mai 2010 durch das Stadtparlament genehmigtes Projekt ist nur noch eine hängig. Sie betrifft die letzte Parzelle bzw. den letzten Abschnitt des Weges zwischen dem Kohleweiher und dem Anschluss an das Trottoir vor dem Schadaupark. Drei Einsprachen wurden in eine Rechtsverwahrung umgewandelt und eine zurück gezogen. Der Regierungsstatthalter von Thun erteilte nun eine Teilbaubewilligung bis zur letzten Parzelle kurz vor dem Schadaupark. Diese Teilbaubewilligung ermöglicht es der Stadt Thun, die für den Bau des ersten Teilstückes notwendigen Pfählungen rechtzeitig vor Inbetriebnahme der Schifffahrt soweit fertig zu stellen, dass diese nicht behindert wird.

 

Weg erschliesst eine Reihe von Sehenswürdigkeiten

Der neue Uferweg wird Fussgängern mehrere reizvolle Sehenswürdigkeiten Thuns erschliessen, so die alte Scherzligen-Ländte mit Rundblick auf das Inseli, das Hofstettenquartier, über das Aarebecken und zu den Alpen, die über tausendjährige Kirche Scherzligen mit dem "Fischerhaus", das markante Schloss Schadau und das benachbarte Thun-Panorama. Die Fortsetzung wird den Zugang zu den Hotels Seepark und Holiday, später auch zum geplanten Hotel Lachen, zum Kultur- und Kongresszentrum Thun (KKThun) und zum Thuner Strandbad ermöglichen.

 

Holzsteg, Kiesweg, Ruhebänke und Infotafeln

Vom Bahnhof her öffnet sich der Uferweg im Anschluss an einen rund 100 Meter langen und 1.80 Meter breiten Holzsteg, gegenüber dem südlichen Ende des Rosenau-Postgebäudes, und verläuft über einen Kiesweg entlang des Kiesverlades der Balmholz AG zum alten Kohleweiher (siehe Planskizze). Dazwischen bestehen Ruhemöglichkeiten auf Sitzbänken und in einer Wiese am Wasser, zudem wird auf einer Infotafel die Geschichte des alten Bahnhofs Scherzligen erzählt. Aus Sicherheitsgründen wird der Uferweg entlang des Kiesverlades der Balmholz AG jeweils während der - nur selten und kurz andauernden - Verladearbeiten geschlossen. Weiter führt der Weg dem alten Kohleweiher entlang, bevor ein zweiter, kurzer Holzsteg diesen parallel zur Seestrasse überquert.

 

"Konstruktive Zusammenarbeit mit Grundeigentümern"

Die danach noch bestehende Lücke nach dem Steg über den Kohleweiher bis an das bestehende, seeseitige Trottoir als Anschluss an den Schadaupark wird, sobald mit den Einsprechern eine Lösung gefunden werden kann, über eine asphaltierte Wegverbindung entlang der Seestrasse geschlossen. In diesem Fall könnte der Uferweg Bahnhof - Schadau nach einer Bauzeit von etwa sechs Monaten im Herbst eröffnet werden. Damit wird ein touristisch sehr wichtiger Abschnitt des bis an die Gemeindegrenze im Gwatt geplanten Uferweges realisiert sein. "Die intensive und konstruktive Zusammenarbeit mit allen betroffenen Grundeigentümern seit Wiederaufnahme des Projektes hat zu einem guten gestalterischen Ergebnis und zu beidseitig fairen Lösungen beigetragen", erläuterte Projektleiter Markus Weibel, Leiter Stadtgrün, an der heutigen Feier.

 

Ziel: Durchgehender Uferweg vom Bahnhof bis nach Gwatt

Fehlen wird danach nur noch ein vom Kanton bereits genehmigtes, aber noch nicht gebautes Teilstück vom Schadaupark bis zum Lachengraben. Die Realisierung dieses Abschnittes dürfte etwa 2015 erfolgen.

 

Beiträge von Bund und Kanton entlasten die Stadt

Den Baukredit für den auf insgesamt 3.63 Mio. veranschlagten Uferweg hat der Thuner Stadtrat bereits am 11. Mai 2010 genehmigt. Nach Abzug der Bundesleistungen, der Kantonsbeiträge und der durch das See- und Flussufergesetz zugesicherten Gelder kostet der Uferweg die Stadt Thun noch rund 1 Mio. Franken.

 

Seit 1982 ist der Uferweg in Planung

 

Rund 30 Jahre dauerte die Vorgeschichte des neuen Uferweges vom Bahnhof Thun zum Schadaupark, dessen Bau nun begonnen hat und der später Richtung Lachen weiter geführt werden soll. Nach der Annahme des See- und Flussufergesetzes durch das Berner Volk im Jahr 1982 lag in Thun 1986 eine erste Konzeptstudie für die Uferwegplanung vor. Ein Vorprojekt für einen Uferweg wurde bis 1997, auch im Rahmen einer öffentlichen Mitwirkung, mehrmals überarbeitet, bis schliesslich der Thuner Stadtrat Anfang 1998 einen Uferschutzplan Bahnhof-Schadau - eine Grob-Planung - genehmigte. Gegen einen Anfang 1999 durch das Stadtparlament bewilligten Baukredit von rund 2 Mio. Franken wurde allerdings das Referendum ergriffen. Die Thuner Stimmberechtigten lehnten den Kredit im Mai 2000 an der Urne mit einer Mehrheit von 57 Prozent ab. Schon kurze Zeit später wurde das Projekt überarbeitet, aus Spargründen aber vorübergehend wieder aus den Legislaturzielen des Gemeinderates gestrichen. Mitte 2007 gab eine Stadtratsmotion dem Vorhaben neuen Schwung: In zwei Etappen soll der Uferweg bis 2011 bis zum Schadaupark realisiert werden. Im Mai 2010 bewilligte der Stadtrat den Baukredit in der Höhe von brutto 3.63 Mio. Franken. Die Stadt beteiligt sich daran mit rund 1 Mio. Franken, den Rest tragen Bund und Kanton (siehe Haupttext).

 

Auskünfte an die Redaktionen

·       Roman, Gimmel, Vorsteher Direktion Bau und Liegenschaften,
Tel. 033 225 83 33

·       Rolf Maurer, Stadtingenieur, Tel. 033 225 83 52

·       Markus Weibel, Leiter Stadtgrün / Projektleiter, Tel. 033 225 83 63

 

 

Thun, 4. April 2011