"Bärensaal" künftig Sport- und Mehrzwecksaal

Soll der stadteigene Bärensaal in Thun-Dürrenast nach der Eröffnung des KKThun weiterhin als Veranstaltungslokal genutzt oder verkauft werden? Eine Analyse aus zwei Monaten Betrieb lieferte die Grundlagen für den Entscheid des Gemeinderates: Der Bärensaal wird nach einer geringfügigen Sanierung an Wochentagen als polyvalent nutzbarer Sport- und Mehrzweckraum, am Wochenende für andere Anlässe vermietet. So kann gegenüber heute sogar eine deutlich höhere Auslastung erreicht werden. Ein Verkauf steht bis auf Weiteres nicht zur Diskussion.

 

Seit Jahrzehnten nutzten zahlreiche Vereine der Interessengemeinschaft (IG) Thun-Strättligen den der Stadt gehörenden "Bärensaal" im Dürrenastquartier als günstiges und praktisches Veranstaltungslokal. Rund 100 Anlässe pro Jahr fanden in letzter Zeit hier statt. Nun steht den Vereinen seit dem vergangenen Wochenende ein moderner, vielfältig verwendbarer Ersatz im "Lachensaal" des soeben eröffneten Kultur- und Kongresszentrums Thun (KKThun) zur Verfügung. Wie soll es nun weiter gehen mit dem Bärensaal? Um dies herauszufinden, beauftragte der Gemeinderat das Amt für Bildung und Sport, eine "sportliche" Nutzung des Bärensaals im September und Oktober 2010 detailliert zu untersuchen. Fazit dieses Testbetriebes:

1.       Der Saal kann durch Sportarten wie Fechten, Tanzen oder Tischtennis unter der Woche voll belegt werden. Die Auslastung wird gegenüber heute sogar erhöht.

2.       An Wochenenden können mittelfristig bis auf weiteres grössere Anlässe von Vereinen oder Privaten stattfinden. Eine spätere Verlegung dieser Anlässe wird jedoch geprüft.

3.       Von einem Verkauf des Saals wird bis auf Weiteres abgesehen, damit die Stadt diesen angesichts der grossen Nachfrage an Räumen für sportliche Aktivitäten vorerst weiterhin an Vereine vermieten kann.

4.       Mit geringfügigen baulichen Sofortmassnahmen wird den Bedürfnissen der Vereine Rechnung getragen. Dafür hat der Gemeinderat einen Unterhaltskredit in der Höhe von 70'000 Franken bewilligt.

5.       Die Räumlichkeiten des Untergeschosses können weiterhin als Lager- und Übungsräume an die Vereine der IG Thun-Strättligen vermietet werden.

 

Während viele Vereine der IG Thun-Strättligen, die den Bärensaal bisher belegten, ihre Anlässe künftig im KKThun durchführen werden, wollen insbesondere Migrantenorganisationen und Privatpersonen gemäss den Erhebungen weiterhin den alten Standort nutzen.

 

Für spezifische Bedürfnisse von Sportvereinen geeignet

Interessant bleibt der Saal auch für diverse bisherige Nutzer wie religiöse Gruppierungen, Kulturveranstalter und Veranstalter von Dia- und Multivisions-Shows. Vereinzelte mehrtägige Anlässe sind weiterhin möglich. Mit der künftigen Nutzung als Sport- und Mehrweckraum kann die Warteliste des Amtes für Bildung und Sport für Übungs- und Trainingsräume etwas verkleinert werden. Zudem wird die Auslastung gegenüber heute wesentlich gesteigert.

 

Für externe Betreiber wenig attraktiv

Die gegenwärtig als eher gering eingestuften Verkaufschancen sind gemäss den Ergebnissen des Testbetriebes unter anderem darin begründet, dass der Saal baulich eng an den angrenzenden Restaurationsbetrieb des "Morris" angegliedert ist. Für externe Betreiber sind die Lage des Saals im Innern des Gebäudekomplexes mit schlecht erkennbarem seitlichem Eingang, unmittelbar benachbarten Wohnhäusern, nur wenigen Parkplätzen vor dem Lokal sowie bescheidener Ausstattung ohne Kochgelegenheit wesentliche Nachteile.

 

Minimale Eingriffe in die Gebäudestruktur

Die baulichen Sofortmassnahmen umfassen unter anderem die Verbesserung der Saalausleuchtung, das Anbringen eines Prallschutzes an der Bühne sowie die Bereitstellung von abschliessbaren Materialdepots. Spezielle Graderobenschränke auf Rollen sollen künftig den Gymnastikgruppen als mobile Spiegelwände dienen. Sollte der Saal auch mittelfristig im Besitz der Stadt Thun bleiben, werden tiefgreifendere bauliche Massnahmen nötig werden, so ein Ausbau der Duschen, der Einbau eines Liftes, der Ersatz der Heizung und die Sanierung des Flachdaches.

 

Vermietung: Neue Zuständigkeit ab Sommerferien

Bis zu den Sommerferien ist die Kulturabteilung für die Vermietung des Bärensaals zuständig. Nach Beendigung der Unterhaltsarbeiten soll die Bewirtschaftung an das Amt für Bildung und Sport übergehen. Im Frühjahr 2014 wird das Amt für Stadtliegenschaften dem Gemeinderat eine Auswertung des Betriebes vorlegen. Danach wird definitiv über die Zukunft des Bärensaals entschieden.

 

Auskünfte an die Redaktionen

·       Ursula Haller, Gemeinderätin, Vorsteherin der Direktion Bildung Sport Kultur, Tel. 033 225 83 93

·       Keshab Zwahlen, Fachstelle Sport, Tel. 033 225 84 10 - bitte Rückruf verlangen

·       Thomas Zumthurm, Leiter Amt für Stadtliegenschaften,
Tel. 033 225 83 51

 

Thun, 12. April 2011