Thuner Schulinformatik soll ausgebaut werden

Mit dem Lehrplan "Informations- und Kommunikationstechnologien" löste der Kanton Bern im Jahr 2007 den Auftrag aus, die Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) in den Unterricht der Volksschulen zu integrieren. Die Stadt Thun schuf in den Jahren 2006-2009 die Grundlagen zur Umsetzung. Nach dem Gemeinderat wird sich nun der Stadtrat mit der Weiterentwicklung der ICT in den Schulen befassen.

 

In den Jahren 2006-2009 wurden die Unterrichtsräume der Thuner Volksschule vernetzt und zwei Arbeitsstationen pro Klasse sowie ein Gerätepool pro Schulhaus beschafft. Zudem wurden die Lehrpersonen aus- und weitergebildet. Für viele Lehrpersonen war die Integration der ICT in den Unterricht anfänglich eine Herausforderung. Heute wird der Computer bereits selbstverständlich eingesetzt. In den unteren Klassen steht der Einsatz von Lernsoftware im Vordergrund, in der Mittelstufe werden erste Recherchen im Internet getätigt und Arbeiten verfasst. In der 5. Klasse erfolgt die Einführung ins Tastaturschreiben. In der Oberstufe, wo auch der eigentliche Informatikunterricht stattfindet, werden alle Anwendungen vertieft und erweitert.

 

Bedeutung nimmt zu

Die Bedeutung der ICT nimmt in der Schule ebenso zu wie im übrigen Leben. Immer mehr Inhalte sind (nur noch) im Internet zu finden. Die Kommunikation ist vermehrt internetbasiert. Texte und andere Produkte werden fast ausschliesslich digital produziert. Die Schüler/innen müssen früh lernen, mit den Möglichkeiten, aber auch mit den Gefahren der ICT umzugehen. ICT in der Schule aber auch im Privatbereich werden immer wichtiger. Eine Studie der Uni Basel zum volkswirtschaftlichen Nutzen zeigt bspw. auf, dass dieser insbesondere mit Massnahmen zusammenhängt, die auf schulischer Ebene ansetzen und die Kinder und Jugendlichen frühzeitig ausbilden.

 

Die Bedeutung der ICT nimmt auch bei den Lehrmitteln zu. Zwar werden diese noch mehrheitlich in Papierform hergestellt, immer mehr Inhalte werden aber digital mitgeliefert (auf CD oder im Internet). Bspw. startet ab Sommer 2011 der Französischunterricht bereits in der 3. Klasse. Im neuen Lehrmittel "Mille Feuille" spielt der Bereich "Hören" in vielen Aufträgen eine wichtige Rolle. Die Schüler/innen sollen die Sequenzen in eigenem Tempo ein- oder mehrmals anhören können. Aus diesem Grund geht das Lehrmittel davon aus, dass pro Klasse mindestens drei Arbeitsstationen zur Verfügung stehen. Die gleichen Anforderungen werden ab 2013 auch für den Englischunterricht ab der 5. Klasse gelten.

 

Gemeinderat befürwortet Erweiterung - Stadtrat entscheidet im Mai

In Thun stehen zur Zeit zwei Arbeitsstationen pro Klasse zur Verfügung. Nach einer Einsatzdauer der Geräte von sechs Jahren wird eine Erneuerung notwendig. Diese soll in den Jahren 2012-2015 umgesetzt werden. Der Gemeinderat hat für diesen Ersatz in eigener Kompetenz einen Investitionskredit von Fr. 1.5 Mio. als gebundene Ausgabe beschlossen. Er befürwortet zudem eine dritte Arbeitsstation pro Klasse, so wie es der Kanton empfiehlt und die neuen Fremdsprachen-Lehrmittel auch vorsehen. Der Gemeinderat ist ebenfalls der Meinung, die Arbeitsplätze der Kindergartenlehrpersonen mit einer Arbeitsstation auszurüsten und ans Internet anzuschliessen. Die Kindergartenlehrpersonen sollen am Arbeitsplatz per Mail erreichbar sein und ihre Unterrichtsvor- und nachbereitung auch mit Unterstützung der Schulinformatik-Infrastruktur tätigen können. Über diese sowie weitere kleinere Erweiterungen und den damit verbundenen Investitionskredit von Fr. 0.5 Mio. wird der Stadtrat im Mai entscheiden. Eine Übersicht über den Umsetzungsstand und die künftigen Erfordernisse liefert auch die externe Auswertung, welche 2010 gemacht worden ist.

 

 

Auskünfte an die Redaktionen

·       Peter Müller, ICT-Koordinator Volksschule, Amt für Bildung und Sport;
033 225 84 30, peter.mueller@thun.ch

 

Thun, 29. April 2011