"Midnight Sports" ab 20. Oktober für 13- bis 17-Jährige - Antwort afu Postulat

Stadtrats-Postulat und Postulatsantwort des Gemeinderates

Postulat betreffend Pilotprojekt "Midnight Sports" in Thun ab 9. Schuljahr.

Fraktion SP, Grüne, BDP, FdM + Christine Buchs (FDP), Serge Lanz (FDP), Lukas Lanzrein (SVP), Peter Fahrni (SVP) vom 7. Juni 2012; Beantwortung

  

Wortlaut des Postulates

 

Antrag

 

Der Gemeinderat wird gebeten, möglichst rasch - vor Start der Pilotphase "Midnight Sports" in Thun - die festgelegte Altersgrenze ab dem 9. Schuljahr zur prüfen und allenfalls auf 13 Jahre festzulegen.

 

Begründung

 

Am 20. Oktober 2012 startet in der Turnhalle Progymatte das Pilotprojekt "Midnight Sports". Vorgesehen ist, in Thun Midnight Sports von Oktober bis Februar jeweils am Samstagabend von 20.30 bis 23.30 Uhr ab der 9. Klasse anzubieten.

 

Am 3. Mai 2012 hat dazu eine Informationsveranstaltung / Kick-Off für alle Interessierten stattgefunden. Wir freuen uns über das Pilotprojekt und begrüssen sehr, dass damit in naher Zukunft auch in Thun "Midgnight Sports" angeboten wird. Wir teilen die Haltung der gemeinnützigen Stiftung idée:sport, die das Projekt vor mehr als zehn Jahren lancierte und betreut und überzeugt davon ist, dass der Sport ein wichtiges Instrument der Gewalt- und Suchtprävention, der Gesundheitsförderung und der gesellschaftliche Integration ist.

 

An der Informationsveranstaltung vom 3. Mai stellt sich für uns die Frage, warum in Thun die Altersgrenze für den Zugang zu "Midnight Sports" auf Jugendliche ab dem 9. Schuljahr festgelegt wurde. Schweizweit richten sich die Midnight-Sports-Projekte von idée:sport an die Zielgruppe der 13-17-Jährigen. Wir können uns nicht erklären, warum Thun unter rund 100 Midnight-Sports-Projekten der einzige Sonderfall in der Schweiz sein soll.

 

Wir befürchten deshalb, dass das Pilotprojekt bereits vor dem Start schlechte Voraussetzungen hat, da ein wichtiges Kriterium für die definitive Einführung die Anzahl der NutzerInnen sein wird. Ausserdem wirkt das Projekt präventiv - und Prävention beginnt nicht in der neunten Klasse, sondern spätestens am der 7. Klasse. Zudem hat die Senkung der Altergrenze auf 13 Jahre keine finanziellen Auswirkungen.

  

Stellungnahme des Gemeinderates

 

Mit Midnight Sports startet in Thun nach den Herbstferien versuchsweise ein neues Freizeit-Angebot für Jugendliche. In der Progymatte-Turnhalle können Schülerinnen und Schüler an 16 Samstagabenden Sport treiben und soziale Kontakte pflegen. Betreut werden sie von jugendlichen und erwachsenen Coaches. Midnight Sports will Bewegung wie auch soziale Integration fördern und zugleich Gewalt, Vandalismus und Suchtmittelmissbrauch vermindern.

 

Der Versuch dauert bis Februar 2013 und wird danach ausgewertet. Fachlich begleitet werden die Midnight-Sports-Projekte von der Stiftung idée:sport und dem Amt für Bildung und Sport. Finanziert wird das Versuchsprojekt aus dem Anteil Amtsanzeigerfonds des Amtes für Bildung und Sport, von der Stiftung idée:sport und vom Kanton Bern.

 

Die Kick-off Sitzung fand am 3. Mai 2012 in der Aula Progymatte statt. Eingeladen wurden Nachbarn, Eltern, Polizei, Politik, Verwaltung und diverse Organisationen aus dem pädagogischen, sozialen und sportlichen Bereich. Die Stadt Thun und die Stiftung idée:sport informierten über das Projekt und beantworten verschiedene Fragen; so unter anderem zur Leitung, zum Standort, zu den Öffnungszeiten, zur Kontrolle und zur Evaluation.

 

Schweizweit richten sich die Midnight Sports Projekte an die Zielgruppe der 13- bis 17-Jährigen. Der Gemeinderat hat für das Angebot in Thun ursprünglich beschlossen, dieses auf die 9. KlässlerInnen bis zu den Volljährigen zu beschränken. Dieser Einschränkung lagen verschiedene Überlegungen zugrunde: So erschien es dem Gemeinderat als zweifelhaft, ob es richtig ist, mit städtischer Unterstützung ein Angebot für Siebt- und Achtklässler zur Verfügung zu stellen, welches zur Folge hat, dass diese Jugendlichen Samstags erst gegen Mitternacht nach Hause kommen. Ein spätabendliches Angebot für 13-Jährige schien dem Gemeinderat auch im Hinblick auf die Aktion "Bänkli" der Kantonspolizei als problematisch, weil sich gemäss den entsprechenden Kriterien schulpflichtige Jugendliche unter 14 Jahren nach 22.00 Uhr nicht mehr alleine im öffentlichen Raum aufhalten sollten und ein Verstoss zu einer Rückführung an die Eltern oder einer Gefährdungsmeldung an die Vormundschaftsbehörde führen kann. Schliesslich erwog der Gemeinderat auch, dass sich 13- und 17-jährige Jugendliche in unterschiedlichen Entwicklungsphasen befinden, weshalb ein gemeinsames Freizeitangebot gerade für die Jüngeren problematisch sein könnte.

 

Aufgrund der von den Postulantinnen und Postulanten durch alle Parteien hinweg gestellten Forderung, die Altersgrenze auf 13 Jahre zu senken, ist der Gemeinderat gewillt, auf seinen Entscheid zurückzukommen. Für das Pilotprojekt 2012/2013 sollen deshalb Jugendliche ab der 7. Klasse (Geburtstag ab 1. Mai 1999) bis und mit vollendetem 17. Lebensjahr teilnehmen können. Der Gemeinderat weist aber darauf hin, dass es in der Verantwortung der Eltern liegt, ob und unter welchen Bedingungen sie ihren Kindern die Teilnahme am Angebot erlauben wollen.

 

Antrag

 

Annahme und gleichzeitige Abschreibung.

 

  

Thun, 5. Juli 2012

 

Für den Gemeinderat der Stadt Thun

 

Der Stadtpräsident                    Der Stadtschreiber

Raphael Lanz                            Bruno Huwyler Müller