Stadtrat befindet über Zonenplanänderung Hoffmatte

Neben der Hoffmann Neopac AG soll eine neue Überbauung mit Wohnungen, Alterspflegeheim, Kindertagesstätte und Quartierladen entstehen. Nach der öffentlichen Planauflage liegt die dafür nötige Zonenplanänderung nun dem Stadtrat zur Genehmigung vor.

Neben der Hoffmann Neopac AG im Gwatt besteht eine als Arbeitszone definierte, weitgehend unbebaute Fläche. Da der jetzige Produktionsbetrieb dort keinen weiteren Flächenbedarf hat, prüfte die Stadt Thun auf Initiative der Grundeigentümerschaft Alternativen zur Industrienutzung. Vorgesehen ist eine Überbauung mit 180 Wohnungen, einem Alterspflegheim mit 96 Plätzen und 55 Alterswohnungen. Weiter sollen eine Kindertagesstätte und ein Laden zur Aufwertung des Quartiers beitragen. Für die geplante Nutzung bedarf es einer Zonenplanänderung und einer Überbauungsordnung.

Entspricht raumplanerischen Zielen

Die neue Zone mit Planungspflicht (ZPP) Hoffmatte schafft die Voraussetzungen zur Realisierung einer zeitgemässen Überbauung mit einer hohen Qualität bezüglich Städtebau, Wohn- und Aussenraum. Die vorgesehene Entwicklung entspricht durch den haushälterischen Umgang mit Boden und die Siedlungsentwicklung nach innen den Vorgaben von Bund und Kanton sowie den strategischen Zielen der Stadt Thun. Im Stadtentwicklungskonzept STEK 2035 und in der Wohnstrategie 2030 ist die Hoffmatte als wichtiges Areal für die Weiterentwicklung der Stadt aufgeführt.

Attraktiver Wohnraum für alle Generationen

Die geplante Überbauung bietet gefragten Wohnraum, der insbesondere auch für Familien interessant ist. Der Einbezug eines Alterspflegeheims und von Wohnungen für Menschen in der zweiten Lebenshälfte sorgt für einen breiten Nutzungs- und Generationenmix. Das Pflegeheim soll von der Stiftung Wohnen im Alter (WiA) betrieben werden. Die Stiftung kann durch das Projekt einen weiteren Standort realisieren und den Betrieb der bestehenden Heime während deren Sanierung sichern.

Mehrjähriges Planungsverfahren

Der nun vorliegenden Änderung der baurechtlichen Grundordnung von der heute gültigen Arbeitszone in eine Zone mit Planungspflicht (ZPP) ging ein mehrjähriges Planungsverfahren voran inklusive der Durchführung eines Architekturwettbewerbs. Im Sommer 2017 konnte sich die Bevölkerung im Rahmen einer öffentlichen Mitwirkung zur Zonenplanänderung äussern. Im November 2018 erfolgte die öffentliche Planauflage (vgl. Medienmitteilung vom 2. November 2018). Dabei wurden verschiedene Einsprachen eingereicht, über welche das Amt für Gemeinden und Raumordnung des Kantons Bern (AGR) im Rahmen des weiteren Genehmigungsverfahrens befindet. Die Einsprachen beziehen sich mehrheitlich auf die Gebäudehöhe und den Verkehr. Diesen zwei Punkten schenkte die Stadt Thun bereits nach der Mitwirkung besondere Beachtung und nahm basierend auf den Eingaben entsprechende Anpassungen vor: Einerseits reduzierte sie die maximale Höhe der zwei höchsten Gebäude um drei bis vier Geschosse auf höchstens zehn Geschosse bzw. unter 30 Meter. Andererseits wurden eine Tempo-30-Zone an der Hofackerstrasse und weitere Massnahmen zur Verkehrssicherheit definiert.

Weitere Schritte

Die Verabschiedung der Überbauungsordnung liegt in Gemeinderatskompetenz. Über die Zonenplanänderung befindet der Stadtrat am 24. Oktober. Die Vorlage unterliegt dem fakultativen Referendum. Schliesslich wird das Geschäft dem Kanton zur Genehmigung eingereicht. Für das Bauprojekt wird anschliessend ein Baubewilligungsverfahren durchgeführt.

 

 

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