7. November: Hochwasserschutzsysteme werden getestet

Am kommenden Mittwochnachmittag, 7. November testet das Gemeindeführungsorgan Thun zusammen mit kantonalen Zivilschutzorganisationen beim Waisenhaus das bewährte Schlauch-Hochwasserschutzsystem Beaver vor. Das Pumpen von Aare- oder Leitungswasser wird mit etwas Lärm verbunden sein.

 

Gestützt auf die Erfahrungen der Hochwasser in den vergangenen Jahren, hat das Gemeindeführungsorgan (GFO) der Stadt Thun festgestellt, dass der Bereich Thunerhof - Mühleplatz nach wie vor gefährdet ist. Im Fall eines Hochwassers ist vorgesehen, mit Sandsäcken und Schalbrettern entlang der Ufer Schutzdämme zu errichten. Eine Alternative dazu bietet der Einsatz von Hochwasser-Schutzsystemen, wie sie zum Beispiel auch im Berner-Mattenquartier verwendet werden (siehe Kasten). Damit sich die verantwortlichen Stellen vor Ort ein Bild über die zeitlichen Verhältnisse für Aufbau und Inbetriebnahme von Hochwasserschutzsystem machen können, konnte mit dem Amt für Bevölkerungsschutz, Sport und Militär des Kantons Bern eine Vorführung und ein Test vor Ort abgemacht werden. Im Rahmen einer Ausbildungssequenz für kantonale Zivilschutzformationen werden am Mittwoch, 7. November 2012 entlang des Aare Abschnittes hinter dem Ristorante Waisenhaus fünf Hochwasserschutzsysteme eingebaut. Die Arbeiten beginnen am Mittag und dauern bis etwa 16.00 Uhr. Das GFO bittet die Anwohnerinnen und Anwohner um Verständnis für die Lärmbelastung und das Verkehrsaufkommen. Es wird darum gebeten, die Signalisation vor Ort zu beachten.

 

Pumpen von Aarewasser

Die Hochwasser-Schutzsysteme werden mit Fahrzeugen vor Ort transportiert und ausgelegt. Anschliessend werden sie mit Wasser gefüllt. Wenn möglich wird hierzu mit Hilfe von mobilen Pumpen Aare-Wasser aus der Aare geholt, was einen gewissen Lärm verursacht. Falls das Aarewasser zu diesem Zeitpunkt schmutzig sein sollte, wird Wasser vom Hydranten bezogen. Am Schluss werden die Schläuche wieder entleert. Dazu kommen die Pumpen erneut zum Einsatz.

 

Überschwemmungen trotz Stollen nicht auszuschliessen

Gewitter und starker Regen können immer wieder zu ausserordentlichen Hochwassersituationen entlang der Aare und am Thunersee führen. Mit dem Entlastungsstollen, welcher seit 2009 in Thun in Betrieb ist, kann das Schadenausmass erheblich reduziert werden. Allerdings kann in Thun nur so viel Wasser abgelassen werden, dass die aareabwärts liegenden Gemeinden und ganz besonders auch das Mattenquartier der Stadt Bern nicht zu Schaden kommen. Die Regulierung der Abflussmengen erfolgt zentral und unter Einbezug aller Faktoren durch das kantonale Amt für Wasser und Abfall. Trotz all dieser Massnahmen sind Überschwemmungen bei ausserordentlichen Lagen in Thun nicht auszuschliessen.

 

 

Test des Schlauch-Systems "Beaver"

 

Bei den kantonalen Zivilschutz-Formationen und bei der Feuerwehr Bern im Einsatz ist unter anderem das System "Beaver" (Deutsch: "Biber"). Es hat sich bisher bewährt. Im Sinne der Kompatibilität bei gegenseitiger Hilfe macht es aus Sicht des GFO Thun Sinn, dieses System auch in Thun einzusetzen. An der Vorführung vom kommenden Mittwoch (s. oben) kommt "Beaver" in zwei Dimensionen zum Einsatz: 20 Meter lange Schläuche mit 50 cm Durchmesser sowie 15 Meter lange mit 80 cm Durchmesser.

 

Weitere Informationen:

www.beaver-ag.com/?gclid=CLfHlpnn4rICFUhZ3godhCwAog

 

 

 

Auskünfte an die Redaktionen:

 

  • Hugo Räz, Chef Gemeindeführungsorgan (GFO) der Stadt Thun, Tel. 079 592 22 60
  • Gemeinderat Peter Siegenthaler, Vorsteher der Direktion Sicherheit und Soziales, Tel. 033 225 84 93

 

 

Thun, 5. November 2012