Burgergemeinde und Einwohnergemeinde feiern 150-jährige Partnerschaft

Vor 150 Jahren einigten sich in Thun die Burgergemeinde und die Einwohnergemeinde darauf, welche Körperschaft über welche Vermögenswerte verfügen sollte. Der Ausscheidungsvertrag ermöglichte es der politischen Gemeinde Thun, ihre Aufgaben mit der nötigen Infrastruktur zu erfüllen. Die Partnerschaft zwischen Burgergemeinde und Einwohnergemeinde ermöglichte eine nachhaltige Entwicklung der Stadt Thun. Mit einem feierlichen Akt zum Jubiläum bekräftigen die beiden Partner heute Freitag das gute Einvernehmen.

 

Die Burgergemeinde und die Einwohnergemeinde Thun feiern heute Freitag, 16. November 2012 im Thuner Rathaus das 150-Jahre-Jubiläum des sogenannten Ausscheidungsaktes. In diesem Vertrag wurden im Jahr 1862 die Güter  - vor allem Häuser, Strassen, Grundstücke und Wälder - der beiden Körperschaften untereinander so aufgeteilt, dass sie ihre jeweiligen Aufgaben damit besser erfüllen konnten. So übertrug die Burgergemeinde z. B. das Rathaus, Schulhäuser und die Bibliothek der Einwohnergemeinde. Diese wiederum trat der Burgergemeinde Grünflächen und Waldbesitz ab.

 

Dem Ausscheidungsvertrag gingen jahrzehntelange Verhandlungen voraus. Seit der Gründung der Einwohnergemeinde Thun im Jahr 1832 hatte diese bis ins Jahr 1862 zwar die politischen Aufgaben, aber teilweise nicht die zu deren Erfüllung notwendige Infrastruktur in ihrem Besitz.

 

Stadtpräsident Raphael Lanz betont in seiner Ansprache die weitsichtige Leistung, welche der Ausscheidungsvertrag darstellt. Dem Thuner Gemeinderat ist die gute Partnerschaft und das Einvernehmen zwischen Burgergemeinde und Einwohnergemeinde sehr wichtig. Gemeinsam konnten und können wichtige Projekte wie die Arena Thun realisiert werden.

 

Burgerratspräsident Markus Engemann hält fest, dass seit jeher eine nachhaltige und möglichst weitsichtige Sachpolitik im Vordergrund stand und steht, wobei Eigeninteressen und Parteipolitik in den Hintergrund zu treten haben. Dank dieser Haltung konnte die Burgergemeinde Thun in den vielen Jahren als Grundeigentümerin Sorge zu Land und Wald tragen. Hätte die Burgergemeinde ihre Aufgabe nicht ernst genommen und all den Begehrlichkeiten nach Land stattgegeben, würden heute kaum noch unüberbaute Landparzellen in ihrem Eigentum stehen, und eine Stadtentwicklung mit neuem Fussballstadion auf Thun-Süd wäre nicht mehr realisierbar gewesen.

 

Die Burgergemeinde Thun pflegt die Naherholungsgebiete rund um die Stadt und trägt damit, so Engemann weiter, wesentlich zur hohen Lebensqualität in der Region bei. Den sich verändernden Ansprüchen der Gesellschaft an die Gestaltung dieses natürlichen öffentlichen Raums begegnet die Burgergemeinde Thun mit langfristigen Überlegungen. Die Koexistenz beider Gemeinden mit ihren je unterschiedlichen Aufgaben wirkt ausgleichend zum Wohl des ganzen Gemeinwesens.

 

 

Auskünfte an die Redaktionen:

 

  • Stadtpräsident Raphael Lanz, Tel. 033 225 82 15
  • Burgerratspräsident Markus Engemann, Tel. 033 336 91 08

 

 

Thun, 16. November 2012