Casino-Areal: Offene Planung zur Klärung künftiger Nutzungen

An attraktiver Lage am rechten Thunerseeufer besitzt die Stadt Thun das Casino-Areal, zu dem auch ein unterirdisches Parking gehört. Gestützt auf Erkenntnisse aus einer Ausschreibung für eine Landabgabe und aus dem bisherigen Planungsvorgehen, möchte der Gemeinderat jedoch Zeit gewinnen. Die künftige Nutzung des Casino-Areals soll - unter Einbezug benachbarter Flächen - im Rahmen einer offenen Planung eruiert werden. Auch die Bevölkerung soll sich äussern können. Bis eine definitive Nutzung bestimmt ist, sollen Zwischennutzungen ermöglicht werden.

 

Ende letzten Jahres beschloss der Thuner Gemeinderat die Durchführung eines Testplanverfahrens, um im Hinblick auf einen Entscheid zur Zukunft des Casino-Areals alle Randbedingungen und offenen Fragen zu klären. Auf der rund 5000 Quadratmeter grossen Parzelle am rechten Thunerseeufer betreibt die Casino Thun AG heute noch einzelne Spielautomaten. Dem einst florierenden Betrieb hatte der Bundesrat 2002 die Spielbankenkonzession entzogen. Seither sucht der Gemeinderat nach Lösungen, um sein bereits damals formuliertes Legislaturziel, die mittel- und langfristige Umnutzung des Casino-Areals, zu erfüllen und die attraktive Lage in Seenähe in Wert zu setzen. Auf eine Verkaufsausschreibung hatten sich 2010 zwar drei Interessenten gemeldet, doch kamen sie aus verschiedenen Gründen nicht in Frage.

 

Nun hat sich aber gezeigt, dass das Testplanverfahren, gemessen an der Grösse des Gebietes und in Berücksichtigung der Erkenntnisse aus den bisherigen Abklärungen, methodisch fraglich und vom Aufwand her unverhältnismässig ist. Der Gemeinderat möchte für die Entwicklung künftiger Szenarien mehr Zeit zur Verfügung haben und die Bevölkerung vermehrt einbeziehen:

·              Das Casino-Areal inklusive benachbarter Flächen wie die Schiffsländte, das ehemalige Feuerwehrmagazin und Teile des Bellevue-Areals sollen bis auf Weiteres als "strategische Landreserve" im Besitz der Stadt bleiben und mittel- bis langfristig - in zehn bis 15 Jahren - neu genutzt werden.

·              An einem offenen Planungsprozess soll sich auch die Bevölkerung in geeigneter Weise beteiligen können. Zudem muss eine künftige Neunutzung mit der Strategie Stadtentwicklung übereinstimmen.

·              Bis eine definitive, langfristige Nutzung ermittelt und umgesetzt ist, sollen Zwischennutzungen ermöglicht werden, die eine künftige Entwicklung nicht präjudizieren.

 

 

Erkenntnisse aus bisherigen Abklärungen

Die bisher vorgenommenen Abklärungen ergaben im Hinblick auf künftige Nutzungsszenarien unter anderem folgende Erkenntnisse:

·              Das Casino-Gebäude ist zur Zeit noch als erhaltenswert eingestuft, kann aber gemäss einer Neubeurteilung durch die kantonale Denkmalpflege und den städtischen Beauftragten für Städtebau im Rahmen einer Neubebauung des Areals abgebrochen werden. Seit kurzem gehört die Liegenschaft inklusive Einstellhalle der Stadt Thun. Sie konnte gemäss einer Heimfallklausel im Baurechtsvertrag mit der Casino Thun AG im letzten Frühjahr vorzeitig an die Stadt verkauft werden.

·              Auf der Casino-Einstellhalle könnte gemäss einer externen Expertise grundsätzlich gebaut werden, wenn diese statisch verstärkt würde.

·              Das Feuerwehrmagazin an der Hofstettenstrasse - neben dem Restaurant Dampfschiff - ist heute leer und kann in eine künftige Arealentwicklung einbezogen werden.

 

 

Auskünfte an die Redaktionen

·         Marianne Dumermuth, Vorsteherin der Direktion Stadtentwicklung, Tel. 033 225 85 96 (v.a. zu planerisch-städtebaulichen Fragen)

·         Raphael Lanz, Stadtpräsident, Tel. 033 225 82 15 (v.a. zu planerisch-finanzpolitischen Fragen

·         Hansueli Graf, Stadtplaner
Tel. 033 225 83 80 (zu planerischen Detailfragen)

 

 

Thun, 5. September 2012