Sicherheitskosten: Stadt und FC Thun vereinbaren Gebühr pro Zuschauer

Der FC Thun beteiligt sich ab der neuen Spielsaison mit einer Entschädigung von 1.50 Franken pro Zuschauer an den Polizeikosten, die im Zusammenhang mit Fussballspielen entstehen. Dies regeln die Stadt Thun und die FC Thun AG in einer aktualisierten Vereinbarung. Diese enthält zusätzliche Massnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit, die unverändert weiter geführt werden.

 

Ausschreitungen und Schäden vor, während und nach Fussballspielen verursachen schweizweit hohe Kosten, insbesondere Einsatzkosten der Polizei. Auch wenn die Stadt Thun nicht zu den am stärksten betroffenen Gemeinden gehört, sucht sie mit der FC Thun AG seit Jahren nach Lösungen, die Situation zu entschärfen und die hohen Polizeikosten für beide Seiten zu minimieren. 2013 beispielsweise wendete die Stadt Thun für Polizeipräsenz, Verkehrsumleitungen, Abschrankungen usw. an Super-League-Spielen rund 750‘000 Franken auf. Im Sommer 2013 vereinbarten der FC Thun und die Stadt für die Spielsaison 2013/14 vorerst eine Pauschale von 60‘000 Franken an die Kosten der Stadt, was gegenüber bisher bereits eine deutliche Verbesserung darstellte (s. Communiqué vom 4. Juni 2013). Nun haben sich die beiden Partner darauf geeinigt, dass der FC Thun der Stadt ab der neuen Spielsaison, die am 20. Juli beginnt, pauschal 1.50 Franken pro Zuschauer an die Sicherheitskosten bezahlt. Im Gegensatz zu den Regelungen der Stadt Bern mit YB und dem SCB wird auf Wunsch des FC Thun kein Kostendach festgehalten. Massgeblich für die Entschädigung ist die Erhebung der Zuschauerzahlen an den Drehkreuzen zur Stockhorn-Arena. Die neue Regelung wird für vier Jahre abgeschlossen und ersetzt die bisherige Abmachung.

 

Sicherheitskosten werden über Ticketpreis verrechnet

Gestützt auf die Zuschauerzahlen der Saison 2012 / 2013, müsste die FC Thun AG der Stadt Thun etwas mehr als 150‘000 Franken an die Sicherheitskosten entrichten. Der FC Thun wird den Matchbesuchern die Sicherheitskosten über das Ticket verrechnen. Die Fans wurden entsprechend informiert.

 

Vereinbarung zu weiteren Sicherheitsmassnahmen

Eine bestehende Vereinbarung zwischen der Stadt Thun und der FC Thun AG hält nebst der neuen Gebühr auch vielfältige Massnahmen zur Verbesserung der Sicherheit fest, die bereits seit einiger Zeit umgesetzt werden. So legt der FC Thun unter anderem vor jeder Saison ein umfassendes Sicherheitskonzept vor und unterbreitet es der Kantonspolizei und der Stadt Thun zur Genehmigung. Auch distanziert er sich weiterhin öffentlich und aktiv von Gewalt und vom Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände, setzt mit gezielten Zutrittskontrollen die Stadionordnung durch und identifiziert Personen, die gegen die Stadionordnung oder das Gesetz verstossen. Vorbehalten bleiben die Bestimmungen des „Hooligan-Konkordates“, das am 9. Februar 2014 von den Stimmberechtigten des Kantons Bern deutlich angenommen wurde.

 

Senkung des Sicherheitsaufwandes bleibt ein Ziel

„Mit der neuen Entschädigung konnte die Stadt Thun ihren Kostenanteil nochmals deutlich senken“, hält Gemeinderat Peter Siegenthaler, Vorsteher der Direktion Sicherheit und Soziales der Stadt Thun, fest. „Aber auch unter dem Konkordat bleibt es ein Ziel beider Vertragspartner, den Polizeiaufwand im Zusammenhang mit Fussballspielen zu senken.“

 

Zu den Bestimmungen des Konkordates gehört, dass neu alle Spiele mit Beteiligung einer Super-League-Mannschaft bewilligungspflichtig sind. Eine erste solche Bewilligung hat der Thuner Gemeinderat nun auf Gesuch hin erteilt: Der FC Thun erhielt eine Rahmenbewilligung zur Durchführung der ersten fünf Spiele ab Beginn der Fussballmeisterschaft am 20. Juli bis 23. September.

Auskünfte an die Redaktionen:

 

  • Gemeinderat Peter Siegenthaler, Vorsteher der Direktion
    Sicherheit und Soziales, Tel. 033 225 84 93 heute ab 10.00 Uhr

 

Thun, 18. Juli 2014