Durchgangsplatz für Fahrende in Allmendingen: Baugesuch für Sanierung eingereicht

Der Durchgangsplatz für Fahrende in Thun-Allmendingen, seit 1990 jeweils im Sommerhalbjahr in Betrieb, muss dringend saniert werden. Da der Kanton zusätzliche Plätze für Fahrende sucht, hat sich der Thuner Gemeinderat bereit erklärt, den Durchgangsplatz das ganze Jahr offenzuhalten, wenn der Kanton die Sanierungskosten vollumfänglich übernimmt. Dem hat der Regierungsrat zugestimmt und den Baukredit bewilligt. Nun liegt das Baugesuch für die Sanierung öffentlich auf. Der Durchgangsplatz soll auch in Zukunft vorwiegend Schweizer Fahrenden zur Verfügung stehen.

Die Stadt Thun betreibt seit 1990 in Thun-Allmendingen einen Durchgangsplatz für Fahrende. Dessen Infrastruktur ist dringend sanierungsbedürftig. Der Regierungsrat des Kantons Bern hat sich angesichts der fehlenden Durchgangs-, Stand- und Transitplätze bereit erklärt, die Sanierungskosten von 435‘000 Franken zu übernehmen. Dies war eine Bedingung des Thuner Gemeinderates, wenn der Platz, wie vom Kanton verlangt, ganzjährig zur Verfügung gestellt werden soll.

Nun liegt das entsprechende Baugesuch öffentlich auf. Vorgesehen ist, den Sanitärtrakt mit WC, Dusche, Waschtrog und Spülbecken sowie die Elektroanschlüsse zu sanieren, den Platz zu umzäunen, den Zugang mit einer Barriere zu versehen und den Kiesbelag auszubessern.

Gleiches Konzept, gleiche Grösse, aber ganzjährig offen

Der Thuner Durchgangsplatz war bisher von März bis Oktober geöffnet. Neu soll er den Fahrenden das ganze Jahr zur Verfügung stehen. Der Durchgangsplatz wird auch in Zukunft vorwiegend Schweizer Fahrenden zur Verfügung stehen. Die Grösse bleibt mit maximal 15 Wohneinheiten ebenfalls unverändert.

Einbezug des Leist-Vorstandes

Das Projekt wurde im Vorfeld dem Vorstand des Allmendingen-Leistes vorgestellt. Der Betrieb des Durchgangsplatzes lief bis heute ohne nennenswerte Probleme. Deshalb hat der Leist-Vorstand keine Einwände gegen die geplante Sanierung.

Neueröffnung ist im Frühling 2015 vorgesehen

Falls gegen das Baugesuch keine Einsprachen erfolgen, ist die Wiedereröffnung des sanierten Durchgangsplatzes im Frühling 2015 vorgesehen. Für die Baubewilligung zuständig ist der Thuner Regierungsstatthalter.

„Stadt Thun will ein Signal setzen“

Auch nach der Sanierung des Thuner Durchgangsplatzes werden in der Schweiz und insbesondere auch im Kanton Bern Durchgangs-, Stand- und Transitplätze für die Fahrende Bevölkerung fehlen. „Die Stadt Thun hat sich schon immer auch für Minderheiten eingesetzt. Mit der Sanierung will sie ein Signal setzen und weiterhin eine Vorbildfunktion wahrnehmen“, hält Gemeinderat Peter Siegenthaler, Vorsteher der zuständigen Direktion Sicherheit und Soziales, fest.

Auflage beim Bauinspektorat Thun

Das Baugesuch liegt während der Büro-Öffnungszeiten vom 18. September bis 20. Oktober 2014 beim Bauinspektorat der Stadt Thun an der Industriestrasse 2 öffentlich auf.

Auskünfte an die Redaktionen:

- Peter Siegenthaler, Gemeinderat, Vorsteher Direktion Sicherheit und Soziales, Tel. 079 208 27 93

- Reto Keller, Abteilungsleiter Sicherheit, Tel. 033 225 82 36 (Fragen zum Betrieb)

- Peter Froidevaux, Projektleiter Bau, Amt für Stadtliegenschaften, Tel. 033 225 83 47 (Fragen zum Bau)