Ortsplanungsrevision: Gemeinderat beantragt dem Stadtrat einen Gesamtkredit

Für die angekündigte Gesamtrevision der Ortsplanung beantragt der Thuner Gemeinderat dem Stadtrat am 17. September einen Gesamtkredit in der Höhe von 3,35 Mio. Franken. Damit werden die externen und internen Personalkosten für die zusätzlichen Aufwände in den nächsten fünf Jahren finanziert. Die Ortsplanungsrevision ist ein für die Entwicklung der Stadt zentrales, sehr umfassendes Legislaturziel des Gemeinderates.

 

Am 17. September wird der Thuner Stadtrat über ein Geschäft befinden, das die Stadt und die Öffentlichkeit in den nächsten fünf Jahren stark beschäftigen wird: die im Herbst letzten Jahres angekündigte Gesamtrevision der baurechtlichen Grundordnung. Die Stadtregierung beantragt dem Stadtparlament einen Gesamtkredit von 3,35 Mio. Franken für die Ortsplanungrevision (OPR). Der Kredit basiert auf einer Vollkostenrechnung, die sowohl sämtliche externen, von Dritten bezogenen Leistungen in der Höhe von 1.69 Millionen Franken wie auch den zusätzlichen internen Personalaufwand in der Höhe von 1.65 Millionen umfasst. Diese Ausgaben sind bereits im Finanzplan 2016 bis 2019 eingestellt.

 

Die heute gültige Grundordnung der Stadt Thun stammt aus dem Jahr 2002 und ist revisionsbedürftig. Die Auslöser sind vielfältig: Nebst einer periodischen Revision alle 10 bis 15 Jahre verpflichtet insbesondere das 2013 vom Volk angenommene, revidierte eidgenössische Raumplanungsgesetz Kantone und Gemeinden dazu, eine haushälterische Bodennutzung durchzusetzen. Zudem wurden in den letzten Jahren verschiedene politische Vorstösse überwiesen, die die baurechtliche Grundordnung betreffen.

 

Grundlage für eine optimale Entwicklung der Stadt

Der Gemeinderat ist überzeugt, mit der Ortsplanungsrevision eine zeitgemässe baurechtliche Grundordnung erarbeiten zu können, welche die Voraussetzung für eine optimale bauliche, wirtschaftliche, finanzielle und gesellschaftliche Entwicklung der Stadt sein wird. „Mit der Ortsplanungsrevision wollen wir sicherstellen, dass die Qualität unserer lebenswerten Stadt Thun nicht nur erhalten bleibt, sondern gesteigert werden kann“, ist Gemeinderätin Marianne Dumermuth, Vorsteherin der Direktion Stadtentwicklung, überzeugt.

 

Wachstum ermöglichen – Qualitäten wahren

Im Vergleich zu früheren Ortsplanungsrevisionen ist der bevorstehende Prozess aufwändiger. Das übergeordnete gesetzliche Korsett ist heute deutlich enger geschnürt. Die Möglichkeiten, das Siedlungsgebiet zu erweitern und unüberbautes Land als Bauland einzuzonen, sind aufgrund der eidgenössischen und kantonalen Vorgaben stark eingeschränkt bzw. an strenge Auflagen geknüpft. „Siedlungsentwicklung nach innen ist angesagt, das heisst Verdichtung im gebauten Bestand. Die neue baurechtliche Grundordnung soll dazu die Grundlage schaffen“, erläutert Gemeinderätin Marianne Dumermuth. Diese Ziele hat der Gemeinderat in seinen Legislaturzielen 2015 bis 2018 festgehalten und verdeutlicht.

 

Fünf thematische Schwerpunkte

Die Ortsplanungsrevision wird in folgende fünf thematische Schwerpunkte gegliedert:

 

·         Organisation/Grundlagen

·         Städtebau/Siedlung

·         Nutzung/Erschliessung

·         Landschaft/Natur/Energie/Umwelt

·         Festsetzung baurechtliche Grundordnung (BGO)

 

Insgesamt werden ab Herbst 2015 innerhalb dieser Schwerpunkte 19 Teilprojekte bearbeitet.

 

Gut informierte Bevölkerung soll mitwirken

Partizipation und Information der Bevölkerung nehmen in der Ortsplanungsrevision eine wichtige Rolle ein. Die räumlichen Veränderungsprozesse sollen nachvollziehbar und die Akzeptanz für die neue baurechtliche Grundordnung erhöht werden. Bei allen Schwerpunkten werden die Bevölkerung und wichtige Akteurinnen und Akteure bereits in der Erarbeitung der Inhalte einbezogen. Im Jahr 2018 ist eine breite öffentliche Mitwirkung geplant. Die Genehmigung der neuen baurechtlichen Grundordnung wird 2019 erwartet.

 

 

Auskünfte an die Redaktionen:

 

  • Gemeinderätin Marianne Dumermuth, Vorsteherin der Direktion Stadtentwicklung, Tel. 079 793 47 52

 

 

Thun, 3. September 2015