Hallenbad-Planung: Machbarkeitsstudie für Oberhofen wird abgewartet

Auf der Suche nach einer Lösung für zusätzliche gedeckte Wasserflächen für die Bevölkerung und die Schwimmsportvereine wartet der Thuner Gemeinderat die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie für eine weitere Schwimmhalle im Sportzentrum Oberhofen ab. Im Sommer 2014 hatte er eine Beteiligung an den Projektierungskosten beschlossen. Zugleich führt der Gemeinderat die Gespräche mit dem Sportzentrum Heimberg weiter. Vorerst sistiert wird die Standortevaluation für ein Hallenbad auf Thuner Boden.

 

Seit 2013 lotet der Thuner Gemeinderat in der Region Möglichkeiten aus, die nachgewiesenermassen fehlenden Hallenbad-Kapazitäten für Freizeit und Sport zu realisieren. Gemeinderat Roman Gimmel, Vorsteher der Direktion Bildung Sport Kultur, und Frank Heinzmann, Chef Amt für Bildung und Sport, führen Gespräche mit den Verantwortlichen des Sportzentrums Heimberg und der Sportzentrum Wichterheer AG in Oberhofen. Und im Sommer 2014 signalisierte der Gemeinderat, dass er sich ein Engagement in Oberhofen vorstellen könnte: Er sprach einen Beitrag von 100‘000 Franken an die Projektierung einer Sanierung, Modernisierung und allfälligen Erweiterung des dortigen Hallenbades (s. Communiqué vom 2. Juli 2014). Hier sind die Ausbaupläne schon weit fortgeschritten: Die Wichterheer AG prüft zusammen mit der Migros Aare als Betreiberin und den beteiligten Gemeindenmehrere Sanierungs-, Erweiterungs- und Modernisierungsvarianten. Eine Machbarkeitsstudie für eine zusätzliche Schwimmhalle soll etwa im Frühjahr 2016 vorliegen. „Wir warten nun die Ergebnisse dieser Studie ab, erst dann fällen wir den nächsten Zwischenentscheid“, hält Roman Gimmel fest. Die Stadt leistet vorerst bis und mit 2016 einen jährlichen Betriebsbeitrag von 30‘000 Franken an die Sportzentrum Wichterheer AG. Mit einer Beteiligung von 70‘000 Franken ist die Stadt Thun grösste Aktionärin.

 

Regionale Lösung steht vorerst im Vordergrund

Auch die Gespräche mit Heimberg werden weiter geführt. Die Standortevaluation auf Thuner Boden jedoch wird vorerst sistiert. Gemeinderat Gimmel: „Bevor wir die aufwändige Suche nach einem geeigneten Standort in Thun weiter führen, wollen wir wissen, ob wir uns bei einem regionalen Anbieter engagieren werden. Zudem wollen wir genauer wissen, welche Art von Hallenbad wir brauchen.“

 

Unbestritten: zu wenig gedeckte Wasserflächen

Auch nach dem Nein der Thunerinnen und Thuner am 9. Juni 2013 zu einer Volksinitiative, die ein Winterdach über einem Bassin des Strandbades verlangt hatte, blieb die Tatsache unbestritten, dass die Bevölkerung und mehrere Schwimmsportvereine Thuns über zu wenig gedeckte Wasserflächen verfügen. Eine Marktpotenzialanalyse kam zum Schluss, dass in Thun mindestens ein Hallenbad in der Grössenordnung der Anlagen in Heimberg oder Oberhofen fehlt – konkret sechs 25-Meter-Bahnen sowie zwei Kurs- oder Therapiebecken.

 

Migros Aare bleibt, vier Gemeinden investieren

Seit September dieses Jahres steht fest, dass die Migros Aare ihren Vertrag nach 2016 verlängern und Mieterin sowie Betreiberin des Sportzentrums in Oberhofen bleiben wird. Sie will rund 7,5 Millionen Franken in die Modernisierung investieren. Die Gemeinde Sigriswil hat im September bereits einem Investitionsbeitrag von 315‘000 Franken bewilligt, die Gemeinde Heiligenschwendi zuvor 35‘000 Franken. In den letzten Tagen haben die Gemeindeversammlungen Oberhofen und Hilterfingen Investitionsbeiträge von je 1,575 Millionen Franken beschlossen. „Ob und in welcher Höhe sich die Stadt Thun an den Investitionen in Oberhofen beteiligen würde, falls wir uns für diese Lösung entscheiden, kann heute noch nicht gesagt werden“, sagt Gemeinderat Roman Gimmel.

  

Auskünfte an die Redaktionen:

 

  • Gemeinderat Roman Gimmel, Vorsteher der Direktion Bildung Sport Kultur, Tel. 077 405 48 18
  • Frank Heinzmann, Chef Amt für Bildung und Sport,
    Tel. 033 225 84 01

 

Thun, 4. Dezember 2015