Thuner Gemeinderat will den FC Thun unterstützen

Mit Besorgnis hat der Gemeinderat von den existenziellen finanziellen Schwierigkeiten des FC Thun Kenntnis genommen. Aufgrund der grossen Bedeutung des Traditionsvereins besteht dringender Handlungsbedarf. Der Gemeinderat ist bereit, dem FC Thun im Sinne einer Überbrückungshilfe ein Darlehen zu gewähren. Er macht seine Unterstützung allerdings davon abhängig, dass sich auch die Wirtschaft an den Unterstützungsmassnahmen beteiligt.

Nach der Beilegung des Stadionstreites zwischen dem FC Thun und der Genossenschaft Arena Thun, bei der auch die Stadt Thun mitgewirkt hat (vgl. gemeinsame Medienmitteilung der Burgergemeinde Thun und der Stadt Thun vom 7. April 2016), steht der FC Thun erneut vor einer grossen Herausforderung. Markus Lüthi, Präsident der FC Thun AG, und Stadtpräsident Raphael Lanz haben in den letzten Monaten immer wieder intensive Gespräche über die Situation des FC Thun geführt und Lösungsmöglichkeiten erörtert.

In den letzten Wochen hat sich die finanzielle Lage beim FC Thun immer mehr zugespitzt. Der Gemeinderat wurde laufend über die Entwicklung dieser Situation informiert. Mitte Oktober hat der Präsident der FC Thun AG die Stadt Thun um finanzielle Unterstützung ersucht. Heute sind die Verantwortlichen der FC Thun AG erneut mit einem dringenden Aufruf an die Öffentlichkeit getreten. Die Lage ist ernster denn je und es besteht Handlungsbedarf.

Der Gemeinderat ist aufgrund einer Gesamtbeurteilung der Situation bereits vor einigen Tagen zum Schluss gekommen, dass die Stadt Thun den FC Thun in dieser besonderen Notsituation unterstützen sollte. Nach Angaben des FC Thun geht es insbesondere darum, die laufende Saison zu überbrücken. Ab der nächsten Saison sollen die TV- und Ligagelder für die Vereine der Super League erhöht werden.

FC Thun als Wirtschaftsfaktor

„Der FC Thun hat als Wirtschaftsfaktor und mit seinen anerkannten Leistungen in der Jugendarbeit und im Bereich der Integration eine grosse Bedeutung für die Region. Das drohende Grounding muss deshalb gemeinsam und mit allen verfügbaren Kräften abgewendet werden. Es braucht jetzt ein gemeinsames Einstehen von Behörden, Wirtschaft und Gesellschaft. Wir wollen mit der vorliegenden raschen Kommunikation unserer Unterstützung auch einen Beitrag leisten, um den vom Präsidenten der FC Thun AG erwähnten Dominoeffekt auszulösen,“ hält Stadtpräsident Raphael Lanz fest. Die Stadt Thun könne die Fehlbeträge aber aus grundsätzlichen Überlegungen nicht allein aufbringen. Als Beweis der guten Verankerung des FC Thun in der Region sollten sich auch die Wirtschaft und die Fans an den Unterstützungmassnahmen beteiligen.

FC Thun als Botschafter von Stadt und Region Thun

Der FC Thun ist durch seine nationale und internationale Präsenz zu einem wichtigen Botschafter für die Stadt und die Region Thun sowie für das ganze Berner Oberland geworden. Viele Einwohnerinnen und Einwohner identifizieren sich mit diesem Verein. Die guten Leistungen finden weit über Thun hinaus Beachtung und Respekt, umso mehr als sie mit im schweizerischen Vergleich eher geringen finanziellen Möglichkeiten erzielt werden. Ein attraktives Angebot an Fussball generell und somit auch ein Klub wie der FC Thun bilden für die Region Thun positive Standortfaktoren im Wettbewerb mit anderen Städten und Gemeinden. Fussballvereine leisten zudem grosse Jugend- und Integrationsarbeit.

Stadtrat ist zuständig für das Überbrückungsdarlehen

Der Gemeinderat wird dem Stadtrat deshalb demnächst – in Absprache mit dem FC Thun – ein Darlehen im mittleren sechsstelligen Bereich beantragen. Die genaue Höhe des Darlehens und die konkreten Modalitäten werden gegenwärtig noch geprüft. Zuständig für die Gewährung von Darlehen ab einer Höhe von 200‘000 Franken ist der Stadtrat. Damit besteht auch die Möglichkeit, dass sich der Stadtrat als Volksvertretung zur Frage der Unterstützung des FC Thun äussern kann. Das Darlehen wird dem Stadtrat an der Stadtratssitzung vom 16. Dezember 2016 unterbreitet.

 

Thun, 2. November 2016