Blümlimatt-Siedlung: Siegerprojekt "Bellavista" fügt sich gut ins Quarter

Nach dem Ja der Thuner Stimmberechtigten zum Verkauf der Blümlimatt Mitte Juni steht nun fest, wie die künftige Überbauung mit etwa 50 Wohnungen in Südwest-Hanglage aussehen soll: Sechs markante Einzelgebäude mit vielfältigen Wohnungstypen charakterisieren das Projekt "Bellavista" des Zürcher Architekturbüros Bob Gysin und Partner. Es ging als Sieger aus einem Architekturwettbewerb der privaten Investoren hervor. Die Jury, in der auch die Stadt vertreten war, hatte 13 Projekte zu beurteilen.

Hohe städtebauliche Qualität, die Einbettung in die Landschaft und das angrenzende Quartier, Marktkonformität und Ökologie gehören zu den wichtigsten Kriterien, welche die künftige Überbauung Blümlimatt auf rund 17'000 Quadratmetern am Südwesthang oberhalb der Thuner Altstadt erfüllen muss. Nun hat ein Preisgericht anlässlich eines Architekturwettbewerbs aus 13 anonym eingereichten Vorschlägen das Projekt "Bellavista" des Architekturbüros Bob Gysin + Partner (BGP), Zürich, als Siegerprojekt ausgewählt. Die 50 Wohneinheiten an attraktiver Wohnlage sollen demnach in sechs markanten Einzelgebäuden, die in lockerer Form auf dem Areal angeordnet sind, realisiert werden.

Vielfältiges Wohnungsangebot
"Die Baukörper fügen sich trotz ihrer Grösse gut in die Struktur des umliegenden Quartiers ein", würdigt die Jury das Vorhaben der BGP Archiekten (siehe Modellbild). Durch ihre Vieleckigkeit erschienen sie differenziert und nähmen in ihrer räumlichen Erscheinung die Proportionen der umliegenden Einzelbauten auf.Das Angebot an Wohnungen ist nach einstimmiger Beurteilung des Preisgerichts sehr vielfältig und ausgewogen und lässt unterschiedliche Wohnformen zu. Speziell hebt die Jury hervor, dass jeder Wohnung ein sehr privater Aussenraum zugeordnet ist. Die verschiedenen Wohnungstypen gingen gut auf den Charakter des Quartiers und die Umgebung ein. "Bellavista" bietet acht Wohnungstypen in unterschiedlicher Grösse und mit ganz verschiedenen Grundrissen für alle Lebensphasen der Bewohnerinnen und Bewohner. Positiv gewürdigt wird auch, dass die drei Tiefgaragen den sechs Baukörpern direkt zugeordnet sind.

Leichte Überarbeitung nötig
Im Rahmen der weiteren Planung muss das Siegerprojekt gemäs Jury noch etwas überarbeitet werden: Die Baukörper erscheinen talseitig teilweise als dreigeschossig, obwohl in dieser Wohnzone gemäss Zonenplan nur zweigeschossig gebaut werden darf.

Drei Projekte ausgezeichnet
Anlässlich einer sogenannten Präqualifikation hatte das Preisgericht 40 Anmeldungen von Architekturbüros erhalten. Von diesen wurden 14 eingeladen, Projekte einzureichen. Als Preisgeld erhielt das Büro BGP 30'000 Franken. Im zweiten Rang (20'000 Franken) wurde "alperose" der architekten.sued 5 aus Biel eingestuft, im dritten (je 10'000 Franken) vier weitere Projektentwürfe. Das achtköpfige Preisgericht setzte sich aus fünf Fachpreisrichterinnen und –richtern (darunter Stadtplaner Guntram Knauer) sowie drei Sachpreisrichterinnen und –richtern zusammen. Die Sachpreisrichter vertraten die beiden Investoren sowie die Stadt Thun, für welche Gemeinderätin Jolanda Moser im Gremium Einsitz nahm. Die 13 eingereichten Projekte werden nun während einer Woche öffentlich ausgestellt (siehe Kasten).

Die Durchführung eines Architekturwettbewerbes war eine Verkaufsbedingung gewesen. Die Stimmberechtigten der Stadt Thun hiessen am 17. Juni dieses Jahres den Verkauf der 16'813 Quadratmeter grossen Blümlimatt – eine der letzten grösseren Wohnflächen an attraktiver Lage in Thun - an die privaten Investoren Hauser, Rutishauser, Suter AG (HRS), Bern und Frauenfeld, und Altavista AG, Bern, mit rund 51,2 Prozent Ja-Stimmen knapp gut. Die für den Landverkauf zuständige Gemeinderätin Jolanda Moser, Vorsteherin der Direktion Bau und Liegenschaften, versprach nach dem Urnengang, dass den Anliegen der Anwohnerschaft besonders Rechnung getragen werden solle und eine optimale Erschliessung der künftigen Siedlung vorgesehen sei.

Als nächstes wird das Siegerprojekt überarbeitet und optimiert. Anschliessend  werden die nötigen Plan- und Baubewilligungsverfahren durchgeführt. Frühestens im Sommer 2008 sollen die Bauarbeiten beginnen. Die ersten Bewohnerinnen und Bewohner könnten dann etwa Anfang 2010 einziehen.

Ausstellung der Wettbewerbsprojekte auf dem Ruag-Gelände – bis 19. August
Die 13 im Rahmen des Architekturwettbewerbs für die Wohnüberbauung Blümlimatte in Thun eingereichten Projekte sind vom Dienstag, 14. August bis und mit Sonntag, 19. August an einer Ausstellung im Ruag-Geände in Thun zu besichtigen.

Ort: Uttigenstrasse 31, Thun.

Öffnungszeiten: Di bis Fr 9 bis 12 und 13.30 bis 17 Uhr; Do bis 21 Uhr; Sa 9 bis 17 Uhr, So 12 bis 17 Uhr.

Mit dem öffentlichen Verkehr: Bus Nr. 4 (bzw. 50 oder 51) bis Haltestelle Dufourkaserne, 150 Meter zu Fuss Richtung Lerchenfeld, dann rechts durch Fuss- und Radwegunterführung bis zum Tor des Ruag-Areals, danach links etwa 100 Meter, Gebäude links.

Mit dem Auto: Wenige öffentliche Parkplätze auf dem RUAG-Areal; das Tor ist für Autos von Montag bis Freitag bis 18.00 Uhr geöffnet. Der Parkplatz Aareterrasse kann am Donnerstag ab 18.00 Uhr und Samstag/ Sonntag benutzt werden.

Auskünfte an die Redaktionen:  

  • Jolanda Moser, Gemeinderätin, Vorsteherin der Direktion Bau und Liegenschaften, Tel. 033 225 83 33
  • Guntram Knauer, Stadtplaner,
    Tel. 033 225 83 75
  • Stephan Rausch, HRS, Tel. 052 728 80 80

Thun, 13. August 2007