Thun ehrt Kulturschaffende

Die Stadt Thun zeichnet den Künstler George Steinmann mit dem Grossen Kulturpreis aus. Zudem wird der Cembalist Vital Julian Frey mit dem Musikpreis geehrt. Der Kulturstreuer geht dieses Jahr an den Verein Thuner Kulturnacht, den Kulturförderpreis erhält die Artistin und Bewegungsschauspielerin Susanne Zoll. Die öffentliche Preisverleihung findet am 7. November im Kultur- und Kongresszentrum Thun statt.

Die Stadt Thun zeichnet mit dem Grossen Kulturpreis ausserordentliche kulturelle Leistungen von überregionaler Bedeutung aus. Der Preis zielt auf ein künstlerisches Gesamt- oder Lebenswerk. In diesem Jahr ehrt die Stadt Thun den Künstler George Steinmann für sein seit rund vier Dekaden andauerndes engagiertes, relevantes und visionäres Schaffen mit dem Grossen Kulturpreis. «George Steinmanns Werk zeichnet sich durch ein ausgeprägtes Interesse und Verantwortungsbewusstsein gegenüber gesellschaftlichen wie ökologischen, ethischen wie wissenschaftlichen und politischen Themen aus», begründet die Kulturkommission ihren Entscheid. Der Grosse Kulturpreis ist mit 15‘000 Franken dotiert.

George Steinmann – Kunst mit langfristigem Engagement
George Steinmann (*1950) ist in Thun aufgewachsen, lebt und arbeitet in Bern. Der bildende Künstler, Musiker und Forscher studierte Malerei, Musik und Afro-Amerikanistik in Basel und San Francisco. Er ist seit 1966 als Musiker auf Tourneen und Festivals in Europa mit eigenen Bands und mit namhaften Musikern wie Mike Henderson aktiv. Seit 1979 zeigt er seine Kunst international in Museen und Galerien, zuletzt u.a. in den Niederlanden, in Deutschland und Österreich. George Steinmann wurde für sein Schaffen mehrfach ausgezeichnet u.a. 2011 mit dem Ehrendoktor der philosophisch-historischen Fakultät der Universität Bern, 2001 mit dem «Prix Meret Oppenheim» des Bundesamtes für Kultur und 1996 als einziger ausländischer Künstler mit dem «Kristjan Raud Kunstpreis» (Estland). 2014 hat George Steinmann im Rahmen der Einzelausstellung «Call an Response» im Kunstmusem Thun den Kunstpreis «Prix Thun für Kunst und Ethik» ins Leben gerufen.

Vital Julian Frey – international gefragter Cembalovirtuose
Mit dem Musikpreis würdigt die Stadt Thun in diesem Jahr den international gefragten Cembalisten Vital Julian Frey. «Sein Spiel steht für technische Brillanz und Leichtigkeit. Mit seiner Offenheit für experimentelle und spartenoffene Arbeitsweisen bringt er sein Instrument breiten Publikumskreisen näher», begründet die Kulturkommission die Vergabe des Musikpreises an Vital Frey. Das Preisgeld beträgt 10'000 Franken. Vital Julian Frey (*1979) lebt und arbeitet in Steffisburg. Als gefragter Solist hat ihn seine Konzerttätigkeit auf die wichtigsten internationalen Bühnen und Festivals geführt. So trat er am Lucerne Festival oder am Rheingau Musik Festival auf. 2016 übernahm der umtriebige Musiker die Intendanz der Bachwochen Thun. Vital Julian Frey ist ausserdem Ensembleleiter, unterrichtet an der Musikschule Region Thun, ist Organist sowie Kulturbeauftragter der reformierten Kirchgemeinde in Steffisburg. Im Jahre 2000 erhielt er den Kulturförderpreis der Stadt Thun.

Verein Thuner Kulturnacht – ein wahrer Kulturvermittler
Den Verein Thuner Kulturnacht zeichnet die Stadt Thun mit dem Kulturstreuer aus. In ihrer Begründung hebt die Kulturkommission den Verein als veritablen Kunstvermittler hervor. «Die Programme bringen einem breiten Publikum die Vielfalt der regionalen Kulturszene nahe und tauchen die Stadt in eine unvergleichbare Atmosphäre. Als inzwischen fester Programmpunkt der Thuner Kulturagenda hat sie sich von Ausgabe zu Ausgabe stets innovativ weiterentwickelt.» Der Kulturstreuer ist mit 5'000 Franken dotiert.
Der Verein Thuner Kulturnacht veranstaltet seit 2007 alle zwei Jahre die Kulturnacht. An über 40 Spielorten in der ganzen Stadt finden jeweils Veranstaltungen statt. Das Programm reicht von Musik über Literatur und Architektur bis Tanz.

Susanne Zoll – gestaltet den zeitgenössischen Zirkus mit
Die gebürtige Thuner Artistin und Bewegungsschauspielerin Susanne Zoll (*1981) erhält den Thuner Kulturförderperis 2018. Die Jury des Thuner Kulturförderpreises hält in ihrer Begründung fest, dass Susanne Zoll «sowohl mit ihrem Werdegang, ihrer Auftrittsbiographie als auch mit ihrem Engagement für den zeitgenössischen Zirkus überzeugt. Susanne Zoll gestaltet mit ihrer Arbeit die Zirkusszene aktiv mit.» Susanne Zoll hat ihre Ausbildung an der Schule für darstellende Künste «Die Etage» in Berlin an der «Ecole Arc en Cirque» in Chambéry und an der «Ecole Internationale de Théâtre Lassaad» in Brüssel absolviert. 2014 gründete sie ihre eigene Compagnie «Zanna» (Zirkustanztheater). Das Preisgeld von 10‘000 Franken verwendet sie für eine Weiterbildung im Bereich Hochseiltanz.

Kulturpreisverleihung am 7. November 2018
Die Preisträger werden durch die Kulturkommission der Stadt Thun bestimmt, die Gewinner der Kulturförderpreise durch eine speziell dafür gewählte Jury. Beide Gremien präsidiert Gemeinderat Roman Gimmel. Die Preisgelder werden aus dem Heinrich und Martha Streuli-Fonds finanziert, der Kulturförderpreis seit 2004 durch den Gemeindeverband Amtsanzeiger Verwaltungskreis Thun. Auf den jährlich ausgeschrie-benen Preis können sich Kulturschaffende aller Sparten bis zum 40. Lebensjahr bewerben. Das Preisgeld soll vor allem für die Aus- und Weiterbildung verwendet werden.
Die öffentliche Preisverleihung findet am Mittwoch, 7. November, um 20 Uhr, im Kultur- und Kongresszentrum Thun (KKThun) statt.

Atelierstipendium an Simone Lüscher
Neben den Kulturpreisen vergibt die Stadt Thun das Atelierstipendium Berlin für den Zeitraum vom Februar bis Juli 2019. Die Stadt Thun betreibt das Atelier zusammen mit den Städten St. Gallen und Winterthur sowie dem Kanton Bern. In diesem Jahr vergibt die Kulturkommission das Stipendium an die Theatermacherin und Schauspielerin Simone Lüscher (*1975) und würdigt damit deren seit über zehn Jahren konstante, eigenständige Arbeit, die sich durch fantasievolle und unkonventionelle Erzählformen auszeichnet. In den letzten acht Jahren hat Simone Lüscher fast ausschliesslich für die Wanderbühne Dr. Eisenbart gearbeitet, die sie zusammen mit dem Gründer, Lorenz Eisenbarth, leitet. Gemeinsam entwickeln und veranstalten sie Theaterstücke für Kinder.

Thun, 21. August 2018