Thuner Verwaltungsraum wird erweitert und das IT-Rechenzentrum ausgelagert

Um den Platzbedarf langfristig zu decken, plant die Stadt Thun an der Industriestrasse einen neuen Verwaltungsstandort mit 70 Büroarbeitsplätzen. Hauptnutzerin ist die Abteilung Informatikdienste. Die städtische IT-Infrastruktur wird ausgelagert. Am 25. Oktober 2018 befindet der Stadtrat über den Erweiterungsbau und die Auslagerung des Rechenzentrums.

Die Anforderungen im IT-Bereich wachsen rasant. Die heutige Infrastruktur der städtischen Informatikdienste sowie das Rechenzentrum stossen an ihre Grenzen. Die Kapazität der Informationstechnik muss dringend erweitert, die Datensicherheit erhöht werden. Mittel- und langfristig bedarf die Verwaltung zusätzlicher Räumlichkeiten. Im Rahmen der übergeordneten Verwaltungsplanung sieht die Stadt Thun deshalb die Erweiterung des Verwaltungsstandortes an der Industriestrasse vor. 2016 sprach der Stadtrat den Kredit für den Architekturwettbewerb, im Juni 2017 wurde das Siegerprojekt für den Neubau bestimmt (vgl. Medienmitteilung vom 22. Juni 2017). Ursprünglich war geplant, im Erweiterungsbau nebst Büroräumlichkeiten auch das Rechenzentrum zu integrieren. Nach vertieften Abklärungen entschied sich der Gemeinderat schliesslich für eine externe Unterbringung des Rechenzentrums (Housing). Der Stadtrat befindet am 25. Oktober 2018 über das Housing des IT-Rechenzentrums wie auch über die Erweiterung des Verwaltungsgebäudes (Verpflichtungskredit).

Vorteile der Housing-Lösung

Die Informatikdienste und das IT-Rechenzentrum (RZ) für die digitale Datenverarbeitung und -speicherung sind aktuell im Thunerhof untergebracht. Die RZ-Infrastruktur ist veraltet und genügt den Anforderungen nicht mehr. Auch die räumliche Umgebung ist bezüglich der Datensicherheit ungenügend. Der historische Thunerhof kommt als Standort für die technikintensive IT künftig nicht mehr in Frage. Ursprünglich war geplant, das Rechenzentrum im Erweiterungsbau unterzubringen. In der Stadtratsdebatte zum Wettbewerbskredit wurde die Frage nach einer externen Lösung gestellt. Wie bereits im Stadtrat in Aussicht gestellt, holte die Verwaltung weitere Angebote für ein externes Housing ein und fand ein besonders günstiges Angebot, was zu einer grundsätzlichen Überprüfung der Strategie führte. Der Eigenbetrieb des Rechenzentrums in einem Neubau wäre mit dem heutigen Wissensstand wesentlich teurer als das Auslagern. Aufgrund der heutigen Entscheidungsgrundlagen wird die Thuner RZ-Infrastruktur deshalb in einem professionellen Housing ausgelagert. Die jährlichen Folgekosten betragen 142’000 Franken. Für die Ausstattung beantragt der Gemeinderat dem Stadtrat 430’000 Franken. Mit der geplanten leistungsfähigen IT-Infrastruktur kann die Stadt Thun als regionales Zentrum IT-Dienstleistungen für weitere umliegende Gemeinden, Schulen und stadtnahe Organisationen anbieten.

Erweiterung Verwaltungsgebäude Industriestrasse
Aktuell hat die Verwaltung 355 Büroarbeitsplätze an den drei Standorten Rathaus, Thunerhof und Industriestrasse 2. Mit dem Zuwachs an Mitarbeitenden, mit der Zunahme von Teilzeitarbeit und mit der Strategie einer Konzentration der Verwaltung an drei Standorten (Verzicht auf Aussenstandorte) steigt auch der Platzbedarf an diesen drei Standorten. Die Büroräume sind voll ausgelastet, es gibt praktisch keine Reserve- und Rochadeflächen. Ziel ist es deshalb, den Verwaltungsstandort Industriestrasse nachhaltig im Sinne einer hohen Nutzbarkeit zu entwickeln. Die zusätzlichen 70 Arbeitsplätze im geplanten Erweiterungsbau decken den Platzbedarf langfristig. Hauptnutzerin wird die wachsende Abteilung Informatikdienste (IDT) sein. Die IDT betreibt das Informatiksystem für die gesamte Stadtverwaltung, die Thuner Volksschulen und angeschlossene Drittkunden.

Siegerprojekt wurde überarbeitet

Infolge der neuen Situation wurde das Wettbewerbsprojekt überarbeitet und in einen reinen Bürobau adaptiert. Dank der hohen Nutzungsflexibilität hat sich das Projekt kaum verändert, die ehemals für das Rechenzentrum vorgesehenen Bereiche sind nun Büros. Insgesamt werden – wegen der Auslagerung der RZ-Infrastruktur plus dem Bau eines Untergeschosses – zusätzlich rund 380 m² Hauptnutzfläche generiert. Das oberirdische Gebäudevolumen bleibt unverändert. Somit entsteht Büroraum für 70 Mitarbeitende. Nebst der Unterbringung der Abteilung IDT als Hauptnutzerin können weitere Aussenstellen am Verwaltungsstandort konzentriert werden. Die Projektierungskosten betragen 823'500 Franken. Nach der Genehmigung des Verpflichtungskredits und des Housings durch den Stadtrat wird im Jahr 2019 das Bauprojekt ausgearbeitet. Die ungefähren Investitionskosten für den Neubau werden auf 8,5 Millionen geschätzt. Über den Ausführungskredit entscheidet voraussichtlich anfangs 2020 die Thuner Stimmbevölkerung.