Uferwege: Kompromisslösung für Schadau und Pfaffenbühl liegt öffentlich auf

Wo die Uferwege in den Gebieten Schadau bis Lachen sowie Pfaffenbühl in Thun verlaufen werden, ist in intensiven Gesprächen und einer breiten Mitwirkung ausgehandelt worden. Alle massgeblichen Behörden und Organisationen sind mit der heute vorliegenden Lösung einverstanden, jedoch konnten nicht alle Einzelinteressen Privater befriedigt werden. Nun werden die Pläne vom 31. August bis 1. Oktober öffentlich aufgelegt. Im Gebiet Rougemontweg ist als neues Element ein Stichweg ans Ufer vorgesehen, und im Gebiet Pfaffenbühl soll, wie ursprünglich vorgesehen, mit einem neuen Wegabschnitt eine ufernahe und direkte Verbindung zwischen den bestehenden Uferwegen geschaffen werden.

Seit der Annahme des See- und Flussufergesetzes (SFG) im Jahr 1982, welches einerseits die Uferlandschaften schützen und andererseits den öffentlichen Zugang zu den See- und Flussufern verbessern soll, hat das Thema Uferwege auch die Thuner Behörden und die Bevölkerung intensiv beschäftigt. Mitwirkungen, öffentliche Auflagen mit Einsprachen und Beschwerden, ein Volks-Nein, ein Bundesgerichtsentscheid und eine Gesetzesänderung (siehe weiter unten) blockierten die Realisierung eines durchgängigen Uferweges vom Bahnhof Thun bis ins Gwatt. Nun aber kann für die Abschnitte Schadau bis Lachen sowie Pfaffenbühl eine konkrete Lösung öffentlich aufgelegt werden.


Erarbeitet wurde dieser Konsens im Rahmen eines Workshops im Sommer 2005, an dem alle massgeblichen Amtsstellen der Stadt und des Kantons vertreten waren. Anfang 2006 fand eine öffentliche Mitwirkung dazu statt, an der sich 53 Bürgerinnen und Bürger sowie vier Organisationen beteiligten. Wenn auch nicht alle Anliegen von privaten Seeanstössern gänzlich berücksichtigt werden konnten, hofft der Gemeinderat, mit der nun vorliegenden Planung endlich eine realisierbare Lösung gefunden zu haben. Die Uferschutzpläne für den Abschnitt Schadau bis Lachen und das Gebiet Pfaffenbühl werden nun öffentlich aufgelegt - vom 31. August bis zum 1. Oktober 2007 (siehe Kasten). Direkt Betroffene sowie bestimmte Organisationen können in dieser Frist Einsprache erheben.


Gegenüber der Mitwirkungsvorlage von Anfang 2006 gibt es eine wesentliche Änderung im Abschnitt Schadau - Lachen: Vom Rougemontweg her kommend, kurz nach dem Westende des Schadauparks, soll ein Stichweg zum Ufer führen. Der Kanton machte die Genehmigung der Planung von dieser Änderung abhängig, da der Uferweg sonst nicht gesetzeskonform wäre. Dieser wird zwischen dem 1. November und dem 30. April jeweils geschlossen, da das Gebiet zwischen Schadau und Pfaffenbühlbucht ein national bedeutendes Winterruhegebiet für Wasservögel ist.

Im Folgenden die wichtigsten Elemente der neuen Uferwege:

Abschnitt Schadau bis Lachen:

- Vom Schadaupark her kommend, führt ein neuer Weg etwa 80 Meter seeseitig entlang der
   Seestrasse,   von dort bis etwa 50 Meter zum See hin. Die Liegenschaft mit schützenswerten
   Bauten und Anlagen wird damit umgangen. In diesem Abstand zum Ufer führt der Weg weiter
   bis in den Rougemontweg hinein, welcher als Uferweg anerkannt wird. ’·Mit einem Stichzugang
   zum Ufer wird für die Fussgänger ein attraktiver Aussichtsbereich geschaffen. ’·Uuml;ber eine
   neue Brücke gelangen die Spaziergänger über den Lachengraben. Zusätzlich entsteht entlang
   der Seestrasse vis-à -vis des Schadausaals ein neues, etwa 60 Meter langes Trottoir.

Abschnitt Pfaffenbühl:
- Von der Pfaffenbühlbucht an der Ecke des Lachenareals führt der neue Uferweg auf direktem 
  Weg hinter der ersten Reihe von Liegenschaften an der Bucht durch.
- Der Norddamm an der Bucht des Yachtclubs Thunersee wird als Uferweg anerkannt.
  Nach der öffentlichen Auflage werden allfällige Einspracheverhandlungen geführt. Voraussichtlich
  Anfang 2008 wird der Stadtrat über die beiden Uferschutzpläne befinden, bevor diese durch den
  Kanton endgültig genehmigt werden können.

See- und Flussuferplanung begann 1982

Die wichtigsten "Meilensteine" der See- und Flussuferplanung der Stadt Thun:1982Inkraftsetzung des See- und Flussufergesetzes (SFG)1985Der Kanton erlässt den behördenverbindlichen Richtplan. Die Stadt hat nun die Aufgabedie  Ziele des SFG für sämtliche 15 km Ufer in Thun in grundeigentümerverbindlichen Plänen festzuhalten.

 

1986Öffentliche Planauflage mit Uferwegführung rückwärtig über den Rougemontweg. Einsprachen der Interessengemeinschaft für freie See- und Flussufer und der Berner Wanderwege, die eine ufernahe Wegführung forderten. 1991 Die damalige Kantonale Baudirektion heisst die Einsprachen gut und auch das Bundesgericht verlangt eine Wegführung direkt am See.1994Öffentliche Mitwirkung mit Wegführung entlang der Ufer in allen Bereichen.1995Neues Gutachten der Vogelwarte Sempach ergibt, dass das Schutzinteresse der Ufer aufgrund der Winterruhegebiete für Wasservögel von nationaler Bedeutung ist, und deshalb zumindest für die Wintermonate eine nicht direkt dem Ufer entlang führende Wegführung zu wählen ist.1996Neue Planung mit rückwärtiger Wegführung auf Grund der neuen Ausgangslage.1998Das Amt für Gemeinden und Raumordnung beurteilt eine rückwärtige Wegführung nach wie vor als nicht gesetzeskonform, was dazu führte, dass der damalige Bauvorsteher und Grossrat (FDP) Melchior Buchs mittels Motion eine Flexibilisierung der Gesetzgebung verlangte. Die Änderung wurde vom Grossen Rat angenommen.2001Inkraftsetzung geändertes Uferschutzgesetz 2005Workshop aller beteiligten Amtsstellen Kanton und Stadt. Danach Orientierung und Einbezug der Grundeigentümer. 2006Erneute öffentliche Mitwirkung mit Wegführung rückwärtig über Rougemontweg, aber mittels Brücke über den Lachengraben. 2007 Öffentliche Auflage der angepassten Uferschutzpläne - wieder mit Stichweg im Gebiet Rougemontweg und ufernaherer Führung im Gebiet Pfaffenbühl.

Öffentliche Planauflage ab 31. August

Gestützt auf Art. 60 des kantonalen Baugesetzes werden die Uferschutzpläne für die Abschnitte "Schadau bis Lachen" und "Pfaffenbühl" 30 Tage, von Freitag, 31. August bis Montag, 1. Oktober 2007 öffentlich aufgelegt. Die Unterlagen können im Erdgeschoss der Stadtverwaltung, Industriestrasse 2, 3602 Thun, von Montag bis Freitag, 08.00 bis 11.45 Uhr und 13.30 bis 17.00 Uhr (Freitag bis 16.00 Uhr) eingesehen werden. Allfällige Einsprachen und Rechtsverwahrungen sind innerhalb der Auflagefrist, bis spätestens Montag, 1. Oktober 2007 schriftlich und begründet an den Gemeinderat der Stadt Thun, Stadtkanzlei, Rathaus, 3600 Thun zu richten.

Die Dokumente sind auch im Internet abrufbar unter:

www.thun.ch/stadtplanung => Aktuelle Planungen => Auflage Uferschutzplanung.

 

Für Auskünfte steht das Planungsamt der Stadt Thun gerne zur Verfügung (Tel. 033 225 83 76). Für persönliche Auskünfte an der Industriestrasse wird um Voranmeldung gebeten.

 

 

Auskünfte an die Redaktionen:

  • Ursula Haller, Gemeinderätin, Vorsteherin der Direktion Bildung und Entwicklung, Tel. 033 225 83 93 – bitte Rückruf verlangen
  • Thomas Judt, Planungsamt, Projektleiter, Tel. 033 225 83 78

 

Dokumentation im Internet abrufbar:

 

 

 

Thun, 29. August 2007