Thuner Gemeinderat nimmt Stellung zu Klimaschutz-Vorschlägen der Parteien

Über 150 Vorschläge für Klimaschutzmassnahmen hat der Stadtrat nach Aufruf des Gemeinderats eingereicht. Nun zeigt der Gemeinderat die Prüfergebnisse und das weitere Vorgehen auf.

Am 27. Juni 2019 rief der Thuner Stadtrat gestützt auf eine Jugendmotion den Klimanotstand in Thun aus. Der Gemeinderat hat daraufhin die in den Legislaturzielen formulierten klimapolitischen Strategien und Massnahmen gestärkt weiterverfolgt und bezog für weitere Vorschläge zur Reduktion der CO2-Emmissionen den Stadtrat ein. Insgesamt reichten die Stadtratsparteien über 150 Einzelmassnahmen ein, zum Teil auch in Form von Vorstössen (vgl. Medienmitteilug vom 30. August 2019). Sie umfassen Themen wie CO2-Neutralität, die Förderung von Biodiversität oder energietechnisch sinnvolle Gebäudesanierungen. Nun sind die Vorschläge fachlich, politisch und auf ihre Umsetzbarkeit hin geprüft. Der Gemeinderat dankt dem Stadtrat für die engagierte, vertiefte Auseinandersetzung und nimmt per Stadtratsbericht zu den Themenschwerpunkten Stellung.

Eingaben fliessen ein in Bestehendes
Eine Vielzahl der geforderten Anliegen werden in der Klima- und Energiestrategie sowie dem gemeindeübergreifenden Richtplan Energie aufgegriffen, welche die Stadt Thun in den kommenden Jahren als wegweisende Instrumente erarbeitet bzw. aktualisiert. Der Richtplan Energie wird ab 2021 erneuert. Die Klima- und Energiestrategie soll bis Ende 2021 vorliegen und wird sich an den Zielsetzungen des Pariser Klimaabkommens orientieren (vgl. Medienmitteilung vom 6. Februar 2020). So werden Treibhausgasemissionen bilanziert sowie Absenkpfade und Zwischenziele bestimmt. Mit der Ratifizierung der «Klima- und Energie-Charta Städte und Gemeinden» des Schweizerischen Städteverbands als Erstunterzeichnerin bestärkt die Stadt ihr Bestreben, bis 2050 CO2-Neutralität zu erreichen (vgl. Medienmitteilung vom 18. Mai 2020). Einige Energiethemen der über 150 Eingaben oder auch Vorschläge zu Grünflächen und Stadtklima wurden erneut während der Mitwirkung der Ortsplanungsrevision eingebracht und werden in diesem Zusammenhang behandelt.

Thun auf dem Weg zur «Energiestadt Gold»
Mit dem Legislaturziel «Thun ist auf dem Weg zur Energiestadt Gold» hat sich die Stadt Thun ausserdem ein ambitioniertes Ziel im Klima- und Energiebereich gesetzt. Das Label Energiestadt deckt Massnahmen in den Bereichen Entwicklungsplanung und Raumordnung, kommunale Gebäude, Ver- und Entsorgung, Mobilität, interne Organisation sowie Kommunikation und Kooperation ab. Zur Erreichung des erklärten Ziels lanciert die Energiestadt und Smart City Thun in diesem Jahr verschiedene Aktionen, Veranstaltungen und Projekte und setzt Massnahmen um. Unter anderem überarbeitet die Stadt gegenwärtig die Gebäudeenergiestrategie für bestehende und neue städtische Liegenschaften. Vorbehältlich der Genehmigung des Budgets sollen zum Beispiel ab 2021 die Gebäude der Stadt Thun zu 100 Prozent mit Biogas versorgt werden.

Stadtratsbericht zur Kenntnisnahme
Der Bericht des Gemeinderates ist für die Stadtratssitzung vom 2. Juli traktandiert. Das Parlament
kann den Bericht beraten und anschliessend zur Kenntnis nehmen. Auch künftig ist bei der
Erarbeitung der Klimaschutzmassnahmen der Einbezug von Politik, Interessensgruppen und
Bevölkerung wichtig. Verschiedene Gremien und Partizipationsformate gibt es bereits oder sollen
noch entstehen.