Zonenplanänderung Bubenberg- und von May-Strasse erfährt breite Akzeptanz

Die Zonenplanänderung für die Erneuerung der Siedlung Bubenberg- und von May-Strasse stiess in der Mitwirkung auf Zustimmung. Nach der Vorprüfung durch den Kanton wird die Planauflage erfolgen. Voraussichtlich im Frühling 2021 befindet der Stadtrat über das Geschäft.

Die drei Gebäudekomplexe der Pensionskasse Previs Vorsorge an der Bubenberg- und von May-Strasse im Bostudenquartier stammen aus den 1980er-Jahren und sind sanierungsbedürftig. Sie sollen durch eine neue Wohnüberbauung ersetzt werden, da eine Sanierung aus energetisch-ökologischen, städtebaulichen und wirtschaftlichen Gründen keine Option ist. Für das Bauprojekt bedarf es einer Zonenplanänderung, zu der sich die Öffentlichkeit im Rahmen der Mitwirkung äussern konnte. Das Vorhaben stösst bei den 19 Mitwirkenden – davon fünf politische Parteien, vier Organisationen, der Neufeld-Leist und neun Privatpersonen – auf breite Akzeptanz. Insbesondere gewürdigt wurde das durchgeführte qualitätssichernde Verfahren für eine zeitgemässe Stadtverdichtung.

Förderung Biodiversität, Konzepte zu Mobilität und Energie
Die Stadt Thun nimmt die Forderung einiger Eingaben auf, Vorschriften zur Bepflanzung der Gebäude und des Aussenraums in der Zone mit Planungspflicht (ZPP) detaillierter festzulegen. So sollen Flachdächer begrünt und die Siedlung mit biodiversitätsfördernden Pflanzen bestückt werden. Weitergehende qualitätssichernde Kriterien für die Gestaltung von Bauten und Aussenräumen können später im Rahmen des Architekturwettbewerbs festgelegt werden.
In der ZPP schreibt die Stadt ausserdem fest, dass die Bauherrschaft ein Betriebskonzept Mobilität sowie ein Energieversorgungs- und Energieanwendungskonzept vorlegen muss. In mehreren Mitwirkungseingaben wurden Massnahmen für eine nachhaltige Mobilität und Energie-Mindeststandards gefordert. Mit den Konzepten soll eine nachhaltige, umweltfreundliche Siedlung gewährleistet werden. In der ZPP wird maximal ein Einstellhallenplatz pro Wohnung zugelassen.

Nicht geeignet für gemeinnützigen Wohnungsbau
Auf die Forderung nach einem Anteil von 30-40 Prozent für gemeinnützigen Wohnungsbau resp. für preisgünstigen Mietwohnraum geht die Stadt Thun nicht ein. Die Erneuerung und Stärkung von Wohnbaugenossenschaften ist zwar ein wichtiges Ziel der städtischen Wohnstrategie 2030, das Areal der Previs im Bostudenquartier gehört allerdings nicht zu den geeigneten Gebieten.

Weiteres Vorgehen
Nach der Vorprüfung durch den Kanton Bern und der öffentlichen Planauflage wird die Zonenplanänderung voraussichtlich im Frühling 2021 im Thuner Stadtrat behandelt. Der Beschluss untersteht dem fakultativen Referendum. Im Sommer 2021 soll die rechtsgültige Planung vorliegen. Mit der Durchführung des Architekturwettbewerbs und dem anschliessenden Baubewilligungsverfahren wird der Planungsprozess fortgesetzt.

Der Bericht zur Mitwirkung steht zum Download bereit unter:
www.thun.ch/mitwirkung