Abstimmung: Stadtrat und Gemeinderat empfehlen Ablehnung der Quartierschulinitiative und Annahme der Verwaltungsraumerweiterung

In diesen Tagen erhalten die Thuner Stimmberechtigten die Abstimmungsunterlagen für den 27. September 2020. Auf städtischer Ebene kommen zwei Vorlagen zur Abstimmung. Die Stadtkanzlei empfiehlt, aufgrund der Corona-Situation nach Möglichkeit brieflich abzustimmen.

Im Herbst stimmen die Thuner Stimmberechtigten neben fünf eidgenössischen auch über zwei städtische Vorlagen ab. Ursprünglich waren diese für den Abstimmungstermin vom 17. Mai vorgesehen. Wegen der Corona-Pandemie wurde dieser Termin abgesagt. Am 27. September wird die Abstimmung nachgeholt. Die Unterlagen werden den Thuner Stimmberechtigten im Laufe dieser Woche zugestellt. Stadtrat und Gemeinderat empfehlen, die «Thuner Quartierschulinitiative» abzulehnen und die Verwaltungsraumerweiterung anzunehmen.

Stadtrat empfiehlt mit 38 zu 0 Stimmen Ablehnung der Thuner Quartierschulinitiative
Die «Thuner Quartierschulinitiative» will, dass künftig der Stadtrat über Schulhausschliessungen und -eröffnungen entscheidet. Stadtrat und Gemeinderat lehnen die Initiative ab, weil die geforderte Revision des Bildungsreglements einen unnötigen Eingriff in das funktionierende Gesamtsystem Volksschule Thun darstellt. Zudem sind die Gesamtinteressen höher zu gewichten als die Partikularinteressen des Initiativkomitees. Die Initiative kann für eine Mehrheit zu Nachteilen führen: Wenn künftig zu kleine Klassen weitergeführt werden, muss dies an andern Schulstandorten mit grösseren Klassen kompensiert werden. Die Initiative, die kürzere Schulwege im Schoren zum Ziel hat, kann längere Schulwege in anderen Quartieren zur Folge haben (vgl. Medienmitteilung vom 7. Januar 2020).

Stadtrat empfiehlt mit 36 zu 2 Stimmen Annahme der Verwaltungsraumerweiterung
Aufgrund des kontinuierlichen Wachstums der Stadt Thun nehmen auch die Aufgaben und die Anforderungen an die Stadtverwaltung laufend zu. Da die aktuelle Infrastruktur bereits jetzt an ihre Grenzen stösst, plant die Stadt Thun eine Erweiterung des Verwaltungsgebäudes an der Industriestrasse 2. Für die Realisierung ist ein Umsetzungskredit in der Höhe von 8.42 Millionen Franken erforderlich. Die Erweiterung an der Industriestrasse ermöglicht eine Konzentration der Verwaltung auf die drei Hauptstandorte Rathaus, Thunerhof und Industriestrasse und eine Aufhebung der Aussenstandorte (Bärfussgebäude und Chalet Hofstettenstrasse). Zudem sind die neuen und zeitgemässen Arbeitsplätze ein wichtiger Faktor bei der Rekrutierung von Personal und für den Ausbau neuer Arbeitsformen wie Desksharing, flexible Flächennutzung, multifunktionale Besprechungszimmer und digitale Infrastruktur (vgl. Medienmitteilung vom 8. Januar 2020).

Stadtkanzlei empfiehlt briefliche Stimmabgabe
Wegen der Corona-Pandemie findet die kommende Abstimmung unter besonderen Vorzeichen statt. Die Stadtkanzlei hat für die Wahllokale und für das Ausmittlungszentrum zweckmässige Schutzkonzepte erarbeitet. Alle Wahllokale sind offen und können für die Stimmabgabe grundsätzlich genutzt werden. Es gelten die allgemeinen Schutz- und Hygienemassnahmen. Die Stimmberechtigten sind allerdings gebeten, zum Schutz aller Beteiligten möglichst von der brieflichen Stimmabgabe Gebrauch zu machen und auf einen Besuch der Stimmlokale zu verzichten.