ESP Bahnhof Thun: Stadt überarbeitet die Planung aufgrund der Mitwirkung

Im Rahmen der Mitwirkung zum Grundlagenprojekt Verkehr des Bahnhofs Thun wurde die geplante Verlegung von Buskanten in die Seefeldstrasse kritisch beurteilt. Der Gemeinderat nimmt diese Kritik ernst und will das Projekt überarbeiten. Ziel ist es, eine gesamthaft tragfähige Lösung zu finden. Die Planung wird weitergeführt und bis Ende 2021 sollen erste Ergebnisse vorliegen.

Das Bahnhofgebiet Thun ist ein kantonaler Entwicklungsschwerpunkt (ESP). Als Drehscheibe für den Verkehr und Schlüsselgebiet für die Stadtentwicklung kommt dem Gebiet für Thun und die Region eine grosse Bedeutung zu. Im Rahmen der Mitwirkung zum Grundlagenprojekt Verkehr gingen bei der Stadt 298 Eingaben ein, davon 179 wortgleiche Sammeleingaben sowie 22 von Parteien und Verbänden. Grundsätzlich wird der Handlungsbedarf sowie die grosse Bedeutung des Raums und seiner Funktion als Verkehrsdrehscheibe anerkannt. Die im Grundlagenprojekt Verkehr vorgeschlagene Lösung – insbesondere die Ausweitung des Bushofs auf die Südseite des Bahnhofs mit den dafür nötigen Eingriffen in der Seefeldstrasse – wird dagegen mehrheitlich kritisch beurteilt. Der Gemeinderat nimmt dies ernst und berücksichtigt die wichtigsten Kritikpunkte im weiteren Vorgehen. Auf eine definitive Verlegung der Buskanten in die Seefeldstrasse gemäss den im Grundlagenprojekt Verkehr skizzierten Vorschlägen soll daher verzichtet werden. Der Gemeinderat sieht vor, die Planung weiterzuführen und unter Einbezug der wichtigsten Stakeholder bis Ende 2021 erste Ergebnisse zu erarbeiten. Das Ziel ist eine gesamthaft tragfähige Lösung.

Entwicklung des ESP weiter vorantreiben
Die Bedeutung des Bahnhofs und einer zukunftsfähigen Lösung ist für den Gemeinderat unverändert hoch. Deshalb hält die Stadt Thun an der Optimierung und Entwicklung des ESP fest und treibt diese weiter aktiv voran. Die Anforderungen an den Raum sind komplex und es ist weiterhin vordringlich, eine Lösung zur kurz- bis mittelfristigen Optimierung der Situation sowie zur langfristigen Sicherstellung der Funktion des Bahnhofs als Verkehrsdrehscheibe aufzuzeigen. Darüber hinaus muss es gelingen, die Entwicklung des Potentials des ESP prioritär voranzutreiben. Die unumstrittenen, positiven Aspekte aus dem Grundlagenprojekt Verkehr – wie das Freispielen der Ländte, die Verlegung der Seestrasse und das Entwicklungskonzept – gilt es weiterzuverfolgen.

Mittelfristig sollen weitere betriebliche Optimierungen (z.B. Fliesskanten, bei denen sich mehrere Buslinien eine Haltekante teilen) gesucht werden. Langfristig sind auch grössere infrastrukturelle Massnahmen zu prüfen, wie z.B. die Idee eines unterirdischen Busbahnhofs. Nebst der Projektdelegation des ESP Bahnhof Thun sollen auch weitere Anspruchsgruppen in den Planungsprozess einbezogen werden.