Wildvögel finden auch im Winter genug Nahrung

Das Füttern freilebender Vögel ist aus Sicht des Vogel- und Naturschutzes nicht notwendig, sondern sogar schädlich und fördert die Übertragung von Krankheiten. Deshalb ist die Vogelfütterung im Wasser- und Zugvogelreservat zwischen Thun, Hilterfingen und dem Kanderdelta verboten. Die Stadt Thun und der Kanton Bern bitten die Bevölkerung zudem, das Füttern von Wasservögeln und Tauben in der Stadt zu unterlassen.

Um die Bevölkerung auf die Problematik der Vogelfütterung aufmerksam zu machen, lancieren die Abteilung Sicherheit der Stadt Thun und das Amt für Landwirtschaft und Natur des Kantons Bern erneut eine Sensibilisierungskampagne. In Thun machen Schilder entlang des Ufers auf die negativen Folgen der Fütterung aufmerksam. Die Bevölkerung wird darauf hingewiesen, dass das Füttern von Vögeln im Wasser- und Zugvogelreservat verboten ist. Durch das Füttern werden Ansammlungen von Vögeln gefördert. Es besteht die Gefahr, dass sich Krankheiten wie die Vogelgrippe schnell verbreiten.

Fehlernährung und Wasserverschmutzung
Das Füttern von Wildvögeln ist auch aus Sicht des Natur- und Tierschutzes bedenklich und sogar schädlich: Die Vögel liefern sich teils kräftezehrende Auseinandersetzungen um das Futter. Die einseitige Ernährung durch Brot kann eine Fehlernährung zur Folge haben. Das grosse Futterangebot führt zudem zu einer übermässigen Vermehrung der Tauben. Die allgemeinen Lebensbedingungen der Vögel werden verschlechtert. Durch die übrig gebliebenen Brotreste und den am Fütterungsort konzentrierten Vogelkot leidet schliesslich auch die Wasserqualität.

Fakt ist: Wildvögel passen sich gut der kalten Jahreszeit an. Wasservögel und Tauben finden auch im Winter genügend Nahrung. Sie brauchen keine Fütterung durch die Menschen.

 

National bedeutendes Wasser- und Zugvogelreservat

Das Schutzgebiet liegt am Thunersee bei Thun und umfasst das Seebecken von Kanderdelta bis Hilterfingen und das Gebiet des Aare-Ausflusses nach Thun einschliesslich des Gwattlischenmoos. Es ist national bedeutend als Brutplatz, Mauserplatz sowie als Überwinterungsgebiet für verschiedene Entenarten und andere Wasservogelarten. Wegen seiner besonderen Bedeutung – auch als Überwinterungs- und Rastplatz für verschiedene ziehende Wasservogelarten – gelten im Schutzgebiet besondere Regeln. So ist es unter anderem verboten, Tiere zu füttern, zu stören und herauszulocken oder Drohnen fliegen zu lassen. Im ganzen Schutzgebiet gilt zudem die Hundeleinenpflicht.