Arealentwicklung Freistatt: Stadt und Investorinnen führen einen Architekturwettbewerb durch

In der Arealentwicklung Freistatt steht der nächste bedeutende Schritt an. Gemeinsam mit der Stadt Thun planen die zwei Investorinnen einen Architekturwettbewerb. Ziel ist es, ein städtebaulich, architektonisch und ökologisch überzeugendes Gesamtprojekt umzusetzen. Im März befindet der Stadtrat über den Kredit zur Vorfinanzierung des Wettbewerbs.

Der Gemeinderat will Thun gemäss einem aktuellen Legislaturziel als Wohnstandort optimieren. Eine wichtige Arealentwicklung ist jene in der Freistatt. Nach einem mehrjährigen Planungs- und Partizipationsprozess sowie der Annahme der Zonenplanänderung konnte mit der Pensionskasse der Stadt Thun (PKT) eine weitere Investorin gewonnen werden. Die PKT ist eine langjährige, zuverlässige Partnerin der Stadt und wird das Areal «Ost» entwickeln. Die Gemeinnützige Bau- und Wohngenossenschaft (GBWG) Freistatt ist als Hauptpartnerin vorgesehen für die Entwicklung von zwei Dritteln der Fläche (Areal «Mitte/West»). Gemeinsam erarbeiteten die beiden Investorinnen ein überzeugendes Wettbewerbsprogramm. Ziel ist es, ein städtebaulich und architektonisch überzeugendes Gesamtkonzept umzusetzen.

Leuchtturmprojekt für Thun
Geplant ist ein 2000-Watt-Leuchtturmprojekt im Sinne einer qualitätsvollen Siedlungsentwicklung nach innen und einer nachhaltigen Quartierentwicklung. Konkret sollen auf dem Areal über 200 neue Wohnungen mit einer ausgewogenen sozialen Durchmischung entstehen. Besondere Bedeutung erhalten dabei baufeldübergreifende Themen wie die Aussenraumgestaltung, aber auch die optimale Nutzung von Synergien (Mobilität, Energie, Gemeinschaftsräume usw.). Im Knotenpunkt des Areals, der Kreuzung Mattenstrasse/Länggasse, ist einerseits die neue Poststelle geplant, andererseits sind in diesem Bereich diverse gewerbliche Nutzungen wie eine Quartierbeiz mit Zusatzdienstleistungen für das gesamte Quartier vorgesehen. Weiter sollen ein Kindergarten sowie eine KITA entstehen. Der Wohnungsmix beinhaltet diverse Massnahmen, die das Mehrgenerationenwohnen unterstützen. Dazu gehören grosszügige 2.5-Zimmer-Wohnungen sowie Clusterwohnungen für gemischte Wohngemeinschaften.

Anzahl gemeinnütziger Wohnungen kann erhöht werden
Die GBWG Freistatt ist heute schon Baurechtnehmerin und hat sich während der letzten zehn Jahre aktiv am Entwicklungsprozess des Areals und an der Testplanung beteiligt. Die GBWG erhält somit die Möglichkeit, sich vor Ort zu erneuern und die Weichen für ihre Zukunft zu stellen. Dadurch, dass die Stadt der GBWG Freistatt künftig zwei Drittel des Areals — dies entspricht der heutigen Parzellenfläche — im Baurecht abgibt, kann mit der Verdichtung nach innen der Anteil an gemeinnützigem Wohnen erhöht werden. 

Stadt bleibt vorläufig im Lead
Nach Vorliegen des Wettbewerbsergebnisses mit der Definition der Perimetergrenze wird die Stadt die beiden Baurechtsverträge mit den Investorinnen abschliessen. Eine Projektentwicklungsvereinbarung liegt vor. Aufgrund der politischen Relevanz und um die gesetzten Ziele sowie die hohen Ansprüche an Qualität, Ökologie und Nachhaltigkeit  garantieren zu können, will die Stadt den Wettbewerb vorfinanzieren und bis zum Vorliegen des Resultats im Lead bleiben. Sobald die Zustimmung des Stadtrates und des Volkes zu den finanziellen Rahmenbedingungen vorliegen, werden der Stadt die Wettbewerbskosten von den beiden Baurechtnehmerinnen anteilmässig zurückerstattet.

Stadtrat befindet über Wettbewerbskredit
Am 18. März befindet der Stadtrat über den Kredit von 946'000 Franken für die Vorfinanzierung des Wettbewerbs. Im Kredit sind Aufwendungen für die Wettbewerbsbegleitung, die 2000-Watt-Begleitung, eine Kostenplanung, eine Sozialraumplanung sowie die Erarbeitung eines Mobilitätskonzepts eingerechnet. Die Durchführung des Wettbewerbs ist 2021 bis 2022 vorgesehen. Voraussichtlich 2023/2024 entscheidet das Stimmvolk über die Arealentwicklung Freistatt. Die etappierte Realisierung erfolgt frühestens in den Jahren 2025 bis 2027.