Angespannte Verkehrssituation: Stadt Thun und Kanton Bern ergreifen weitere Massnahmen

Aufgrund diverser Strassenbaustellen in der Region Thun und einer pandemiebedingten Zunahme des Ausflugs- und Ferienverkehrs ist die Verkehrssituation in den letzten Wochen angespannt geblieben. Parallel zum laufenden Forumsprozess wollen die Stadt Thun und der Kanton Bern flankierende Massnahmen zur Verbesserung der Situation umsetzen. Das Hauptaugenmerk gilt der Hofstettenstrasse.

Die Region Thun verzeichnet aktuell mehrere grössere Baustellen, die sich aufgrund von Sperrungen und Umleitungen auf den Verkehr auswirken. An der General-Wille-Strasse müssen Fernwärmeleitungen verlegt und zusätzlich die Strassenentwässerung saniert werden. Die Baustelle mit Umleitung dauert noch bis 13. August 2021. In Steffisburg laufen die Sanierung und der Einbau von Fernwärmeleitungen an der Schwäbisstrasse weiter bis voraussichtlich April 2022. Die Verlegung von Fernwärmeleitungen in der Thunstrasse in Steffisburg endet mit dem Einbau eines lärmmindernden Deckbelags am Wochenende vom 17. bis 19. Juli 2021. Gleichzeitig saniert das Bundesamt für Strassen weiterhin den Autobahnabschnitt A6 zwischen Thun-Nord und Kiesen. Die Erneuerung auf offener Strecke dauert noch bis in Frühjahr 2022.

Die diversen Strassenbaustellen in der Agglomeration beeinflussen auch das Verkehrsgeschehen in der Thuner Innerstadt. Spürbare Mehrbelastungen der Hauptein- und -ausfallachsen führen zu teils schwer kalkulierbaren Verlängerungen der Fahrzeiten, insbesondere auch auf der Hofstettenstrasse stadteinwärts. Bei Ausflugswetter führen zudem Stausituationen auf der Autobahn A8 im Raum Interlaken zu Ausweichverkehr ans rechte Thunerseeufer und in der Folge bei Stau auf der Staatsstrasse/Hofstettenstrasse zu Ausweichverkehr in die Hangquartiere von Hilterfingen und Thun.

Flankierende Massnahmen

Während im Rahmen des laufenden Forumsprozesses zur generellen Verkehrssituation in Thun der Kanton Bern und die Stadt Thun gemeinsam mit Gemeinden und Institutionen nach kurz- und mittelfristigen Lösungen suchen (vgl. Medienmitteilungen des Kantons Bern vom 28. Januar 2021), sollen flankierende Sofortmassnahmen ausserhalb des Forumsprozesses zu einer Entspannung der Lage beitragen:

  • Optimierung des Verkehrsflusses auf der mehrbelasteten Allmendstrasse durch temporären Ersatz der Lichtsignalanlage (LSA) am Knoten Allmendstrasse/Alpenbrücke durch eine flexible mobile LSA seit Anfang Mai (vgl. Medienmitteilung der Stadt Thun vom 29. April 2021).
  • Plakataktion in Thun und Hünibach an den Zufahrten zu den Hangquartieren, die unter dem Ausweichverkehr leiden (seit April 2021).
  • Kontrolle der Fahrverbote in den Hangquartieren durch die Kantonspolizei Mitte Juni 2021.
  • Gemeinsame Prüfung weiterer Verkehrsmassnahmen in den Hangquartieren durch die Behörden von Thun und Hilterfingen und die Kantonspolizei Mitte Juli 2021.
  • Intervention beim Bundesamt für Strassen zwecks Signalisation von Routenempfehlungen auf der Autobahn A8 bei Interlaken; Autolenkenden soll von der vermeintlichen Abkürzung über das rechte Thunerseeufer abgeraten werden unter Angabe der effektiven Fahrzeiten via A8/A6 bzw. Staatsstrasse.

Zwischenstand Verkehrsforum

Aktuell läuft der Forumsprozess zur Verkehrssituation Thun mit verschiedenen Gemeinden und Institutionen unter der Leitung eines spezialisierten Mediationsteams. Ziel ist es, gemeinsame Verkehrsziele zu identifizieren, auf welche mit kurz- und mittelfristig realisierbaren Massnahmen spürbar hingewirkt werden kann, insbesondere im Raum Hofstettenstrasse und zwecks Schutz der Wohnquartiere. Zwei Runde Tische fanden im Mai und Juli in einer konstruktiven Atmosphäre statt. Dabei zeichnet sich eine Einigung auf eine überschaubare Anzahl konkreter Zielsetzungen ab. Ein erster Satz von zweckdienlichen Massnahmenvorschlägen ist erhoben und soll in der nächsten Runde am 30. August verifiziert und ergänzt werden.

 

 
 

Informationen zur Verkehrszukunft Thun

Im Raum Thun werden in den kommenden zehn Jahren über 20 grössere Strassenbau- und Werkleitungsvorhaben auf wichtigen Verkehrsachsen umgesetzt, welche Auswirkungen auf das Verkehrsgeschehen haben. Der Kanton Bern, die Stadt Thun und die Gemeinde Steffisburg stimmen die Baustellen zeitlich aufeinander ab und informieren auf der Website www.verkehrszukunft-thun.ch, wo aufgrund dieser Vorhaben Verkehrsführungen ändern und allenfalls Verkehrsbehinderungen auftreten können.