"Aktion Bänkli": Gefährdete Jugendliche werden gezielt kontrolliert und den Eltern gemeldet

Ungenügend beaufsichtigte Kinder und Jugendliche werden in Thun ab sofort durch die Polizei kontrolliert, danach werden die nötigen Massnahmen eingeleitet. Mit dieser Präventionsaktion "Bänkli" wollen die Stadt Thun und Polizei Thun gemeinsam die vermehrte Szenenbildung Jugendlicher im öffentlichen Raum, Alkoholkonsum, Sachbeschädigungen und Littering bekämpfen. Auch Rückführungen und Gefährdungsmeldungen gehören dazu.

 
Kinder und Jugendliche, die sich vor allem abends und nachts treffen, Alkohol konsumieren, Abfälle liegen lassen und Sachbeschädigungen vornehmen: Solche Szenen haben deutlich zugenommen. Auch vor dem Hintergrund einer Interpellation im Stadtrat, welche die Rückführung Minderjähriger zu ihren Eltern verlangt, soll dieser unguten Entwicklung nun mit der "Aktion Bänkli" entgegen getreten werden - "Bänkli", weil die Jugendlichen sich oftmals rund um Sitzbänke versammeln.

 
Die Direktion Sicherheit, die Direktion Soziales und das Amt für Bildung und Sport bzw. die städtische Jugendarbeit und die Polizei Thun werden eng zusammenarbeiten. Die Aktion soll nicht nur die Entstehung störender Ansammlungen von Jugendlichen verhindern, sondern den Jungen auch Hilfe vermitteln, die Eltern für ihre Sorgepflicht sensibilisieren, den Alkoholkonsum Jugendlicher im öffentlichen Raum eindämmen, Abfall vermindern und nicht zuletzt das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung stärken.

 
Das Vorgehen der Behörden hat in erster Linie präventiven Charakter. "Wir beabsichtigen nicht etwa, Jagd auf Junge zu machen", betont Peter Siegenthaler, Vorsteher der Direktion Sicherheit. "Es ist uns wichtig, ihnen und ihren Eltern Hilfe anzubieten. Ganz ohne repressive Schritte geht es jedoch nicht." Der Aktionsplan sieht unter anderem vor:

·         Personenkontrollen nachts und an Wochenenden;

·         Rückführung Jugendlicher, in der Regel durch Abholenlassen durch die Eltern, ausnahmsweise durch Überbringen an die Eltern;

·         Einreichen von Gefährdungsmeldungen an die Vormundschaftsbehörden

·         allenfalls Einreichen von Strafanzeigen;

·         Orientierung zuständiger Stellen bei Jugendlichen, die nicht in Thun wohnen;

·         Einbezug der Schulsozialarbeit.

Im Rahmen der Aktion "Bänkli" wird die Polizei Thun im September und Oktober Kontrollen durchführen. Je nach Ergebnis werden diese weitergeführt. Die Aktion muss durch die Stadt nicht zusätzlich entschädigt werden, da sie als Schwerpunkt innerhalb des Vertrags Polizei Thun eingeordnet wird.

 

Meldungen und Rückführungen: Klare Kritieren

Gefährdungsmeldungen oder Rückführungen erfolgen nach klaren Kriterien, nämlich wenn:

-          sich Jugendliche unter 13 Jahren nach 22 Uhr ohne Begleitung Erwachsener im öffentlichen Raum oder in Gastgewerbebetrieben aufhalten,

-          sich schulpflichtige Jugendliche unter 16 Jahren nach Mitternacht ohne Begleitung Erwachsener im öffentlichen Raum oder in Gastgewerbebetrieben aufhalten,

-          Jugendliche unter 16 im öffentlichen Raum Alkohol konsumieren,

-          Jugendliche unter 18 durch Alkoholexzesse oder schwere Störungen der öffentlichen Ruhe und Sicherheit auffallen.

 Auskünfte an die Redaktionen:

·       Peter Siegenthaler, Gemeinderat, Vorsteher der Direktion Sicherheit, Tel. 033 225 85 86

 
Thun, 29. August 2008