Stadt einigt sich mit Wohnbaugenossenschaften auf Erhöhung der Baurechtszinsen

Günstige Mietzinse bezahlt man in Thun in den 2400 Wohnungen der Wohnbaugenossenschaften (WBG) auf Boden der Stadt Thun. Möglich ist dies auch dank tiefer Baurechtszinsen. Nun erhöht die Stadt diese im Einvernehmen mit den WBG per Anfang 2009 um 11 Prozent. Einerseits gestattet die neue Preisbasis den WBG weiterhin, preisgünstige Wohnungen anzubieten. Andererseits entlasten die Mehreinnahmen die angespannte Finanzlage der Stadt.

18 Wohnbaugenossenschaften (WBG) mit rund 2400 preisgünstigen Mietwohnungen gibt es in der Stadt Thun. Für die Nutzung des stadteigenen Bodens bezahlen 13 Wohnbaugenossenschaften der Stadt Baurechtszinsen, die seit 1992 alle fünf Jahre einvernehmlich erhöht wurden. Nachdem in den entsprechenden Verträgen seit 2002 ein damals vereinheitlichter Baurechtszins von 180 Franken pro Quadratmeter gilt, wird dieser Wert nach über zweijährigen intensiven Verhandlungen per 1. Januar 2009 um 11 Prozent auf 200 Franken erhöht. Die Anpassungen der Verträge und des Baurechtszinses werden in über 30 Vertragsnachträgen geregelt.

Der durchschnittliche Bodenpreis in Thun würde höhere Zinsen ermöglichen. So aber können die WBG auch nach der Preiserhöhung, welche in den meisten Fällen auf die Mietzinsen überwälzt werden müssen, noch preisgünstige Wohnungen anbieten. Dies kommt unter anderem Personen mit kleinem Einkommen sowie Empfängerinnen und Empfängern von Sozialhilfe zugute. In den Vertragsverhandlungen nahm das federführende Amt für Stadtliegenschaften im Weitern darauf Rücksicht, dass in zahlreichen Liegenschaften der WBG umfangreiche Umbau- und Renovationsarbeiten bevorstehen.

Müsste die Stadt günstigen Wohnraum für sozial Benachteiligte heute auf dem freien Markt beschaffen, läge der Aufwand wesentlich über den Mindereinnahmen aus der weiterhin bestehenden Differenz zum durchschnittlichen Bodenpreis in Thun.

Die Erhöhung der Baurechtszinsen von 180 auf 200 Franken pro Quadratmeter ergibt jährliche Zusatzeinnahmen von rund 150'000 Franken - ein willkommener Beitrag zur Verbesserung der angespannten Finanzlage der Stadt. Die Mehrheit der Baurechtsverträge läuft in den Jahren 2040 bis 2046 aus.

Auskünfte an die Redaktionen:

·        Gemeinderätin Jolanda Moser, Direktion Bau und Liegenschaften, Tel. 033 225 83 33

·      Urs Frey, Leiter Amt für Stadtliegenschaften,
Tel. 033 225 82 68 (10.30 bis 12.00 Uhr) 

Thun, 28. Oktober 2008