Gemeinderat befasste sich mit Auswirkungen der Finanzmarktkrise

Der Thuner Gemeinderat hat sich mit den Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf den Finanzhaushalt der Stadt Thun befasst. Dabei beurteilte er vor allem die Auswirkungen auf Steuerertrag, Finanzaufwand und -ertrag sowie auf die Pensionskasse. Notwendige Anpassungen von Budgetwerten 2009 wird der Gemeinderat dem Stadtrat gegebenenfalls am 20. November 2008 beantragen.

Die Börsenturbulenzen und ihre Folgen beeinflussen mit zeitlicher Verzögerung auch das Wachstum beim Steuerertrag im Kanton Bern, in den Bernischen Gemeinden und damit auch bei der Stadt Thun. Deshalb hat sich der Gemeinderat mit den möglichen Auswirkungen der Finanzmarktkrise befasst.

Der Finanzsektor hat im Kanton Bern keine so dominierende Rolle wie etwa in den Kantonen Zürich, Genf und Basel. Unmittelbare Auswirkungen sind über tiefere Kurswerte beim Vermögenssteuerertrag zu erwarten. Wie sich die Finanzmarktkrise auf die Löhne und damit auf die Entwicklung des Einkommenssteuerertrages auswirken wird, kann derzeit nicht abgeschätzt werden. Das gleiche gilt in Bezug auf den Steuerertrag von juristischen Personen. Immerhin besteht, auf einzelne Firmen bezogen, kein "Klumpenrisiko".

Bisher hatte die Stadt Thun keine Schwierigkeiten, die nötigen liquiden Mittel zu beschaffen. Die Zinsbedingungen haben sich im Vergleich zur Zeit vor der Finanzmarktkrise nicht wesentlich verändert. Auswirkungen auf den Finanzaufwand und -ertrag der Stadt durch die Veränderung von Zinssätzen für Finanzierungen und Anlagen zeichnen sich im Moment nicht ab.

Das Wertschriftenvermögen der Pensionskasse der Stadt Thun hat per 15. Oktober 2008 gegenüber dem Stand Ende 2007 um rund 13 % abgenommen. Der Rückgang beim Swiss Market Index (SMI) betrug im gleichen Zeitraum über 30 %. Die Pensionskasse hat einen langen Anlagehorizont, und die eingetretenen Verluste werden bei steigenden Börsenkursen wieder aufgefangen.

Der Thuner Gemeinderat wird die Entwicklung auf den Finanzmärkten weiterhin aufmerksam verfolgen und dem Stadtrat anlässlich der Stadtratssitzung vom 20. November 2008 allenfalls notwendige Anpassungen von Budgetpositionen 2009 beantragen.

Bei der Aufgaben- und Finanzplanung 2009 bis 2012 wurden die Planungsannahmen vorsichtig getroffen. Da weder die Dauer noch die konkreten Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf das Wirtschaftswachstum, die Teuerung, die Zinssätze und die Steuereinnahmen bekannt sind, erübrigt sich eine sofortige Überarbeitung dieser Planung. Das Potenzial für die Verbesserung der Stadtrechnung liegt zudem mit der Aufgabenverzichtsplanung und dem beabsichtigten Teilverkauf der Energie Thun AG auf dem Tisch.

Auskünfte an die Redaktionen:

·        Stadtpräsident Hans-Ueli von Allmen, Vorsteher Präsidiales und Finanzen, Tel. 033 225 82 15

 

Thun, 30. Oktober 2008