Energiezukunft der Region: Orientierungsabend zur Mitwirkung am 6. September

Vermehrt erneuerbare Energien wie Sonnenwärme und Fernwärme aus der KVA verwenden, zudem den Energieverbrauch insgesamt senken: Was andernorts jede Gemeinde für sich anstrebt, haben sich die Gemeinden Thun, Steffisburg, Uetendorf und Heimberg gemeinsam zum Ziel gesetzt. Nun stellen sie während zwei Monaten ihren Richtplan Energie öffentlich zur Diskussion. Am Montagabend, 6. September findet in Thun ein Orientierungsabend zum Thema statt.

Die Energieversorgung der Zukunft ist eine der brennendsten Fragen unserer Zeit. International, national, aber auch auf Kantons- und Gemeindeebene bestehen Verträge und Richtlinien. Nach den Vorgaben des Kantons haben die Stadt Thun und die Gemeinden Steffisburg, Heimberg und Uetendorf die Energiepotenziale und den Handlungsbedarf in der Region erhoben und einen Richtplan Energie erarbeitet. "Bei einem so übergreifenden Thema wie der Energieversorgung macht es Sinn, dass mehrere Gemeinden zusammenspannen", betonte Jolanda Moser, Gemeinderätin und Vorsteherin der Direktion Bau und Liegenschaften der Stadt Thun, an einer gemeinsamen Medienkonferenz der vier Gemeinden. Vom 7. September bis Ende Oktober (siehe Kasten) wird der Richtplan anlässlich einer Mitwirkung öffentlich zur Diskussion gestellt. Die vier Gemeinderatsmitglieder Marcel Schenk, Steffisburg, Philipp Schlosser, Uetendorf; Beat Schertenleib, Heimberg und Jolanda Moser, Thun, betonten, dass der Richtplan Energie und insbesondere die vorgeschlagenen konkreten Massnahmen vorerst Absichtserklärungen sind. Nun möchten sie als Behördenvertreter die Meinung der Bevölkerung erfahren. Details und Hintergründe dieser Mitwirkung sind an einem öffentlichen Orientierungsabend am 6. September zu erfahren.

4000-Watt-Gesellschaft bis 2035

Leitgedanke des Richtplans ist die sogenannte 2000-Watt-Gesellschaft, die der Kanton langfristig anstrebt, bzw. vorerst die 4000-W-Gesellschaft im Jahre 2035. Um diese Ziele zu erreichen, ist eine erhebliche Reduktion des Energieverbrauchs gegenüber heute - mit einem (Dauer-)Verbrauch von rund 6000 W pro Kopf - zwingend nötig. Wichtigste Ziele auf diesem ehrgeizigen Weg sind die Förderung von erneuerbaren Energien, das Sparen von Energie und eine hohe Energieeffizienz. Der Richtplan Energie schlägt 24 Massnahmen vor, mit denen die beteiligten Akteure diese Ziele erreichen wollen (Details siehe www.thun.ch/stadtplanung). Neben der Fernwärme aus der KVA Thun sollen auch die Umweltwärme aus dem Untergrund und aus dem Grundwasser in Zukunft grössere Bedeutung erhalten. Aber auch für Sonnenenergie und Holz soll das vorhandene grosse Potenzial vermehrt nutzbar gemacht werden.

Wichtige Weichenstellung für die Energiezukunft

Der Richtplan Energie schafft wichtige Leitplanken für eine koordinierte Energiepolitik der vier Gemeinden. Er setzt die kantonale Energiepolitik in jenen Bereichen um, in denen die Gemeinden aktiv werden können und müssen. Er ist für die Behörden verbindlich, und einzelne Elemente daraus sollen später auch grundeigentümerverbindlich festgelegt werden. Der Richtplan befasst sich mit der Produktion und Versorgung der Gemeinden mit Wärme und Strom. Er stimmt die Raumentwicklung mit der kommunalen Energieversorgung ab. Nicht Thema dieses Richtplans ist der Energieverbrauch des Verkehrs, der auf anderem Weg geregelt wird.

Auch regionale Wirtschaft soll profitieren

Der in Zukunft anzustrebende Stellenwert der einzelnen Energieträger wurde aufgrund einer umfassenden Untersuchung ihrer jeweiligen Chancen und Risiken hergeleitet. Auf einer Karte werden Vorranggebiete für die einzelnen Energieträger vorgeschlagen. Von der Förderung erneuerbarer Energien und von baulichen Massnahmen soll auch die regionale Wirtschaft profitieren können. Privathaushalte und Unternehmungen haben vor allem bei Gebäude- und Heizungssanierungen, aber auch bei Neubauten die Möglichkeit, erneuerbare Energien zu fördern und den Energiebedarf deutlich zu reduzieren.

Jede Gemeinde profitiert von gemeinsamer Energiepolitik

Marcel Schenk hielt namens des Steffisburger Gemeinderates fest, dass vorbildliches Verhalten im Energiebereich bereits seit 2004 im Leitbild seiner Gemeinde, die seither ausschliesslich im Minergie-Standard baue, festgehalten sei. "Mit dem Richtplan Energie werden weitere Schritte in diese Richtung umgesetzt", ergänzte Schenk. Für den Uetendorfer Gemeinderat Philipp Schlosser ist diese überkommunale Planung "die konsequente Weiterführung der Bestrebungen, welche unsere Gemeinde seit Jahren betreibt". Der Richtplan stehe "für eine nachhaltige Entwicklung der Energiepolitik, welche den Anliegen der regionalen Bevölkerung und Wirtschaft, aber auch der Umwelt nachkommt", sagte Schlosser. Beat Schertenleib zeigte als Gemeinderat von Heimberg auf, dass auch seine Gemeinde von einer gemeinsamen Energiepolitik profitieren werde. Schertenleib: "Der überkommunale Richtplan ist für Heimberg nicht nur ein zukunftsgerichtetes Führungsinstrument, sondern auch ein starkes Zeichen einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit in der Region zu Gunsten künftiger Generationen."

Starkes Echo wichtig im Hinblick auf die Umsetzung

Während der Mitwirkung können sich alle Bürgerinnen und Bürger sowie Parteien und Organisationen zum Entwurf des Richtplans äussern. Nach der Auswertung der Eingaben soll der Richtplan überarbeitet und im nächsten Jahr dem Kanton zur Vorprüfung eingereicht werden. Die vier Gemeinden erhoffen sich, wie an der Medienkonferenz festgehalten wurde, "ein starkes Echo auf diese gemeinsamen Vorschläge, denn für eine erfolgreiche Umsetzung des Energierichtplans ist ein grosses Engagement aller Beteiligten wichtig."

Informationsabend zum Energierichtplan

Montag 6. September 2010, 20.00 bis 22.00 Uhr

Thun, Beau-Rivage-Saal, Hofstettenstrasse 6 (Bus Nr. 21, Haltestelle Thunerhof)

Vertreter der beteiligten Gemeinden und Fachleute erläutern Ziele und Möglichkeiten der einzelnen Energieträger sowie die daraus abgeleiteten Massnahmen des Richtplans Energie.

Mitwirkung mit kleiner Posterausstellung in den beteiligten Gemeinden:

Dienstag 7. September bis Freitag 29. Oktober 2010

Thun: Stadtverwaltung, Industriestrasse 2, Montag bis Freitag 08.00 - 11.45 Uhr, 13:30 - 17.00 Uhr (Freitag bis 16.00 Uhr)

Steffisburg: Abteilung Hochbau/Planung, Höchhusweg 5, Montag bis Freitag 08.00 - 12.00 Uhr, 14.00 - 17.00 Uhr

Uetendorf: Bauverwaltung, Dorfstrasse 48, Montag bis Freitag 08.30 - 12.00 Uhr, 14.00 - 16.30 Uhr (Donnerstag bis 19.00 Uhr)

Heimberg: Bauverwaltung, Alpenstrasse 26, Montag, Mittwoch und Freitag 08.00 - 12.00 Uhr, 14.00 - 17.00 Uhr (Mittwoch bis 18.00 Uhr), Dienstag 08.00 - 12.00 Uhr, Donnerstag 14.00 - 17.00 Uhr

Mitwirkungsunterlagen im Internet

www.thun.ch/stadtplanung => Aktuelle Planungen => Öffentliche Mitwirkungen

Auskünfte an die Redaktionen

Jolanda Moser, Vorsteherin Direktion Bau und Liegenschaften der Stadt Thun, 033 225 83 33

Christoph Diez, Umweltbeauftragter der Stadt Thun, 033 225 84 75

Marcel Schenk, Gemeinderat Steffisburg, Tel. 033 924 11 00

Philipp Schlosser, Gemeinderat Uetendorf, Tel. 079 798 73 66

Beat Schertenleib, Gemeinderat Heimberg, Tel. 031 634 89 28

Thun, 30. August 2010