Entwicklungsschwerpunkte Thun: ein grosses Ganzes
Bereits heute ist der Geburtenüberschuss in Thun negativ und dürfte bis 2055 weiter sinken. Gemäss Bevölkerungsszenarien des Kantons Bern (2025) wird in Thun bis 2055 rund ein Drittel der Bevölkerung über 65 Jahre alt sein. Mit den drei Entwicklungsschwerpunkten (ESP) hat Thun Hebel, diesen Trends entgegenzuwirken. «Das Stadtquartier Bahnhof, Thun Nord und Thun West stellen zusammen eine historische Chance für Thun dar», sagt Stadtpräsident Raphael Lanz. «Die Projekte sind weit fortgeschritten, die Partnerinnen und Partner bereit zu investieren und die Rahmenbedingungen günstig.»
Zukunftsfähige Entwicklung ermöglichen, attraktiv bleiben
Der demographische Wandel verschlechtert die finanzielle Tragbarkeit der Infrastrukturen (weniger Bewohnende zahlen mehr für dieselbe Infrastruktur) und erschweren eine ausgewogene, nachhaltige Entwicklung Thuns. Aus diesem Grund will die Stadt mit den Entwicklungsschwerpunkten einerseits eine zukunftsfähige Entwicklung ermöglichen. Durch attraktive Arbeitsplätze und eine hohe Lebensqualität werden neue Fachkräfte angezogen. Andererseits soll vielfältiger Wohnraum und ein breites Angebot an Sport- und Freizeitnutzungen für die bestehende Bevölkerung geschaffen und damit eine zunehmende Abwanderung verhindert werden.
Koordinierte Entwicklung der Thuner Schlüsselgebiete
Das Stadtquartier Bahnhof Thun ist ein Schlüsselgebiet der Thuner Stadtentwicklung. Der Bahnhof ist eine multimodale Verkehrsdrehscheibe und soll sich zu einer attraktiven Visitenkarte der Stadt entwickeln. Im Fokus steht die enge Verbindung von Arbeiten und Wohnen an zentraler Lage. In Zukunft soll am Bahnhof ein lebendiges Stadtquartier entstehen, das sich als neuer Wirtschafts- und Lebensstandort in Thun positioniert.
Auch in Thun Nord zeigt sich diese Dynamik: Das Gebiet entwickelt sich als Arbeits- und Innovationsstandort von regionaler Bedeutung weiter und wird gleichzeitig zu einem attraktiven, lebenden neuen Stadtteil. Zentrale Treiber sind der geplante neue Standort der Empa und die neue S-Bahn Haltestelle, welche auch den Thuner Bahnhof entlastet. Langfristig sollen entlang der Uttigenstrasse und in Stadtnähe ein gemischt genutztes, lebendiges Quartier mit Gastronomie und Läden entstehen und der Aareraum aufgewertet werden.
Ergänzt werden die Entwicklungsschwerpunkte durch Thun West: Die Schaffung von Wohnraum im Siegenthalergut mit einem Park ist ein wesentlicher Bestandteil des ESP Thun West. Mit dem geplanten Sport- und Freizeitcluster wird Thuns Positionierung als Sportstadt weiter gestärkt und ein umfassendes Angebot für Breiten-, Leistungs- und Spitzensport geschaffen. Dank dem geplanten Fussballcampus des Schweizerischen Fussballverbands (SFV) gewinnt Thun an Strahlkraft bis über die Landesgrenzen hinaus.
Investitionen notwendig
«Die drei Entwicklungsstandorte stärken Thun; jeder mit einem eigenen Schwerpunkt, aber alle mit dem gemeinsamen Ziel einer nachhaltigen, multimodalen Stadt. Trotzdem behält Thun seinen Charakter und seine Identität», sagt Stadtpräsident Raphael Lanz.
Die Realisierung dieser Standorte bedingt grosse Investitionen in die städtische Infrastruktur (Wohnen, Arbeit, Freizeit, Mobilität). Diese werden nicht allein durch die öffentliche Hand getätigt, sondern insbesondere auch durch private Investoren.