Entwicklungsschwerpunkt Bahnhof Thun
Mobilitätsdrehscheibe und lebendiges Stadtquartier
Das Stadtquartier Bahnhof Thun ist seit 1989 ein kantonaler Entwicklungsschwerpunkt (ESP) und ein Schlüsselgebiet der Thuner Stadtentwicklung. Als zentrale Verkehrsdrehscheibe und Visitenkarte der Stadt verbindet das Stadtquartier Bahnhof die Innenstadt mit dem Thunersee und ist Bindeglied zwischen verschiedenen Stadtteilen. Die hervorragende Lage und das Potenzial vielfältiger Nutzungen – Wohnen, Arbeiten, Mobilität, Einkauf und Freizeit – machen das Gebiet zu einem der bedeutendsten Entwicklungsvorhaben der Stadt. Ein lebendiges Stadtquartier an bester Lage entsteht.
Wirtschaftliche Bedeutung
Das Stadtquartier Bahnhof Thun hat eine bedeutende Funktion als zukünftiger Arbeitsstandort. Die zentrale Lage und die hervorragende Erschliessung machen das Gebiet attraktiv für Dienstleistungsunternehmen, Gastronomie/Hotellerie und urbanes Gewerbe. Im Gegensatz zum ESP Thun Nord steht hier nicht die industrielle High-Tech-Produktion im Vordergrund, sondern wissensintensive Dienstleistungen – Beratung, Entwicklung, Innovation.
Die geplanten Arealentwicklungen – Seestrasse, Rosenau und Scherzligen – schaffen neben neuen Arbeitsplätzen auch vielfältigen Wohnraum an zentraler Lage. Diese Mischung trägt zu einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Anwohnenden und Arbeitsplätzen bei und reduziert Pendlerströme.
Charakter und Identität
Das Bahnhofquartier ist geprägt durch seine Funktion als multimodaler Verkehrsknotenpunkt. Hier treffen Bahn, Bus, Fuss- und Veloverkehr sowie motorisierter Individualverkehr aufeinander. Diese Dichte und Vielfalt verleihen dem Gebiet einen urbanen Charakter, der sich deutlich von anderen Thuner Quartieren unterscheidet.
Gleichzeitig ist das Stadtquartier Bahnhof ein Mischgebiet, das Wohnen, Arbeiten und Freizeit integriert. Die bestehenden Nutzungen – von Dienstleistungsgebäuden über Wohnhäuser bis zu Gewerbebetrieben – bilden ein vielfältiges urbanes Gefüge. Die zukünftige Entwicklung soll diese Mischung bewahren und qualitativ aufwerten.
Eine besondere Herausforderung ist die Fragmentierung des Raums durch Verkehrsinfrastrukturen (Bahngleise, Strassen). Die Entwicklung zielt darauf ab, diese Barrieren zu überwinden und eine bessere Quervernetzung über die Aare und ins Seefeldquartier zu schaffen.
Planungsprozess und stadträumliche Entwicklung
Die Entwicklung des Stadtquartiers Bahnhof Thun erfolgt durch einen partizipativen, ergebnisoffenen Planungsprozess. Die Stadt Thun führte 2021/2022 eine Charrette durch – eine dynamische Planungsmethode mit starkem Einbezug der Bevölkerung. Im Dialog mit Experten, Grundeigentümern und Interessenvertretenden entwickelten drei interdisziplinäre Teams Entwicklungsszenarien.
Das Ergebnis ist das "LeiStbild" (Leistungsleitbild), das aufzeigt, was der Ort in Zukunft leisten soll. Dieses gemeinsam getragene Zukunftsbild dienst als belastbare Grundlage für die weitere Entwicklung. Darauf aufbauend entstand das Räumliche Entwicklungsleitbild Stadtquartier Bahnhof Thun, das die strategische Vision konkretisiert.
- Mensch und Gesellschaft: Lebendiges, offenes Quartier mit hoher Aufenthaltsqualität und Raum für Begegnung
- Nutzung und Angebot: Dichtes, durchmischtes Quartier mit Wohnen, Dienstleistungen und belebten Erdgeschossen
- Mobilität und Vernetzung: Multimodale Drehscheibe mit hoher Zirkulations- und Aufenthaltsqualität und verbesserter Quervernetzung (über Gleise, Aare)
- Ökologie und Stadtklima: Klimaangepasste Entwicklung nach Schwammstadtprinzipien, hoher Aufenthaltsqualität und Förderung der Biodiversität
- Stadtraum und Identität: Hochwertiger Stadtraum mit starker Identität und klarer Verankerung im Stadtgefüge
Planerische Absichten und Instrumente
Basierend auf dem Räumlichen Entwicklungsleitbild lanciert die Stadt Folgeplanungen:
- Erarbeitung eines kommunalen Gebietsrichtplans zur koordinierten und verbindlichen Sicherung des räumlichen Entwicklungsleitbilds
- Betriebs- und Gestaltungskonzept für die Neugestaltung des Stadtraums Bahnhof Thun zu einer zukunftsfähigen Verkehrsdrehscheibe und Visitenkarte der Stadt
- Entwicklung Freiraumkonzept als übergeordnetes Freiraumgerüst für ein optimales Zusammenspiel der öffentlichen und privaten Freiräume im Stadtquartier Bahnhof
- Qualitätssichernde Verfahren im Rahmen der Arealentwicklungen Seestrasse, Rosenau und Scherzligen für städtebaulich und architektonisch hochwertige Überbauungen mit urbanem Charakter und Ausstrahlungskraft
- Weiterverfolgung Panoramabrücke als direkte Fuss- und Veloverkehrsverbindung zwischen rechtem Thunerseeufer und dem Bahnhof
Die Realisierung erfolgt laufend und koordiniert, um auf dynamische Entwicklungen reagieren zu können.
Weitere Informationen zum Stadtquartier Bahnhof Thun finden Sie unter dialog.thun.chExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.
Zuständiger Projektleiter Planungsamt
Marc Aerni
Projektleiter Stadtplanung
033 225 85 77
Marc.Aerni@Thun.ch