Biodiversität

Die Förderung der Biodiversität und der Artenvielfalt ist der Stadt Thun ein wichtiges Anliegen. Durch die Gestaltung und Pflege der Grünflächen wie auch durch die Sensibilisierung der Bevölkerung leistet sie verschiedene gezielte Beiträge.

Gestaltung der öffentlichen Flächen

Nicht intensiv genutzte Flächen gestaltet die Stadt Thun in Bereiche mit hohem ökologischen Wert um und pflegt sie entsprechend. Unter Berücksichtigung der Lichtverhältnisse und des Bodenaufbaus der jeweiligen Standorte entstehen Grünflächen mit einheimischen Pflanzenarten, blühenden Naturwiesen sowie Stein- und Asthaufen für Tiere. Entlang von Wildhecken sorgt Stadtgrün Thun für so genannte Krautsäume, also ökologisch wertvolle Übergangsbereiche zwischen Gehölz und offenen Flächen. Die Natur- und Magerwiesen mäht Stadtgrün schrittweise, so dass auf den Flächen immer 10 bis 15 Prozent Gras als Rückzugsort für Kleinlebewesen bestehen bleibt.

 

Das kann die Bevölkerung tun

Im eigenen Garten lassen sich ökologisch wertvolle Bereiche schaffen, zum Beispiel mit einer Gruppe einheimischer Beerensträucher, mit Natursteingärten, Hochstammobstbäumen, ungemähten Randbereichen oder bewusst liegengelassenem Gehölz. Selbst kleinen Grünflächen kommt eine hohe Bedeutung zu. Auf einer einzelnen Eiche können bis zu 1'000 Insektenarten leben. Wenig Platz benötigen Wildsträucher. Wildtiere mögen zum Beispiel Dornensträucher, Holunder oder Haseln. Die grösste Artenvielfalt bergen Blumenwiesen. Es sind Saatgutmischungen für humusreiche oder magere Böden erhältlich.

Wer für Igel einen idealen Rückzugsort schaffen will, findet hier eine Anleitung.

 

Wildpflanzenmärit

Am Thuner Wildpflanzenmärit anfangs Mai auf dem Mühleplatz ist das Thema Biodiversität zentral. Interessierte Personen erhalten Auskunft von Fachpersonen zu verschiedensten naturbezogenen Themen, können für ihren Garten heimische Pflanzen erwerben oder einen Nistkasten für verschiedene Tierarten kaufen. Der nächste Wildpflanzenmärit findet am 6. Mai 2023 auf dem Mühleplatz statt. Organisiert wird der Wildpflanzenmärit von Pro Natura Region Thun.

 

Forschungsprojekt Wildstauden

Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) führt in verschiedenen Schweizer Städten ein Forschungsprojekt zur Förderung der Biodiversität durch. Auch Stadtgrün Thun beteiligt sich daran und pflanzte bei der Schule Länggasse 1000 einheimische Wildstauden. Getestet werden Wildstauden-Mischpflanzungen, die speziell für nährstoffreiche Böden entwickelt sind. Böden im Siedlungsraum haben verhältnismässig viel Humus und somit viele Nährstoffe, jedoch ist die Pflege von Wildstauden auf nährstoffreichen Böden anspruchsvoller. Untersucht wird mit dem Projekt, wie praxistauglich die Bepflanzungen sind.

Detaillierte Informationen zum Projekt der ZHAW und Forschungsergebnisse finden Sie hier.