Aktionstage gegen Rassismus 2026

Die Stadt Thun setzt mit den Aktionstagen gegen Rassismus ein Zeichen für die Achtung der Menschenrechte. Die Aktionstage werden jeweils jährlich rund um den internationalen Tag zur Bekämpfung von Rassismus am 21. März vom Kompetenzzentrum Integration Thun-Oberland (KIO) organisiert.

Vom 18. bis zum 23. März 2026 finden die fünften städtischen Aktionstage gegen Rassismus statt. Zum ersten Mal beteiligen sich auch die Gemeinden Steffisburg und Spiez mit eigenen Beiträgen. Während der Aktionstage richtet sich der Fokus neben der Sensibilisierung auch auf den respektvollen Umgang. Ein Verhaltenskodex fordert alle Teilnehmenden auf, die körperlichen und emotionalen Grenzen des Gegenübers zu respektieren und die Menschenwürde zu achten. Bei Grenzüberschreitungen oder Unwohlsein können sich betroffene Personen an jedem Anlass an die dafür bezeichnete Ansprechperson wenden.
 

 

Programm

Kick-off: «Mir si vo hie»
12.00 – 13.15 Uhr, KIO, Uttigenstrasse 3

Präsentation des Kurzfilms «le gap» von Keerthigan Sivakumar mit anschliessendem Gespräch mit Thunerinnen und Thuner über Zugehörigkeit, Identität und Alltagsrassismus. Die Szene in Keerthigans Sivakumars Film gibt dazu einen guten Startpunkt. Abends in einem Schweizer Zug: Yalini, eine tamilisch-schweizerische Frau, erhält einen Anruf von ihren Eltern. Das Gespräch wird heikel und angespannt, einer der Fahrgäste spricht sie an und ärgert sich, dass sie zu laut spricht. Yalini steht zwei Welten gegenüber, die sie nicht verstehen.
Die Mittagsverpflegung wird vom Verein Mosaik angeboten. 
Ohne Anmeldung

 

Standaktion mit der Anlaufstelle Gemeinsam gegen Gewalt und Rassismus «gggfon»
14.00 – 17.30 Uhr, Wochenmarkt Bälliz

Anhand eines Glücksrads ziehen Passantinnen und Passanten einen kleinen Gewinn oder eine Frage zum Thema «Diskriminierung und Rassismus». Zur vollen Stunde findet jeweils das «Privilegien-Rennen» statt. Alle Teilnehmenden erhalten eine Rollenkarte, welche die anderen nicht lesen können. Die Spielleiterin liest Aussagen vor, und die Teilnehmenden werden aufgefordert, einzuschätzen, ob die Aussage auf ihre Rollenkarte zutrifft – oder nicht. Am Schluss gibt es einen Austausch über das Erlebte. Die Aktivität thematisiert rassistische Diskriminierung in der Freizeit und regt dazu an, die Positionen in der Gesellschaft und die (fehlenden) Privilegien zu reflektieren.
Ohne Anmeldung

 

Stadtrundgang «Jüdisches Leben in Thun»: Antisemitismus als Form von Rassismus
17.00 – 19.00 Uhr / Treffpunkt: 16.45 Uhr vor dem Restaurant Spedition, Gewerbestrasse 4

Antisemitismus ist eine Form von Rassismus – und antisemitische Aktionen gab und gibt es auch in Thun. Die Thuner Autorin Franziska Streun und der Basler Simon Erlanger, Lehr- und Forschungsbeauftragter am Institut für Jüdisch-Christliche Forschung an der Universität Luzern, nehmen Interessierte mit auf den historischen Rundgang «Jüdisches Leben in Thun» und dies auch zum Thema Antisemitismus. Wir schauen zurück in die Geschichte und nach vorne. Tickets: CHF 12.- (bitte in Bar mitbringen oder via Twint). Anmeldung erwünscht, es ist jedoch auch eine spontane Teilnahme möglich. 
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Rassismus – was hat das mit mir zu tun? Ein Austausch mit Personen von Asyl Berner Oberland
18.00 – 20.00, KIO, Uttigenstrasse 3

Im Workshop werden die Teilnehmenden in die Themen Rassismus und Diskriminierung eingeführt. Wie zeigt sich Rassismus in unserer Gesellschaft? Und was hat das alles mit mir zu tun?
Der Workshop gibt Raum, sich mit eigenen Denkmustern und Perspektiven auseinanderzusetzen und macht dies im Austausch mit geflüchteten Personen sowie Mitarbeitenden von Asyl Berner Oberland.
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Aktionstage gegen Rassismus in Spiez: Filmpräsentation «Je suis Noires»
19.00 – 21.00 Uhr, Podium (neben der Bibliothek), Sonnenfelsstrasse 1, Spiez

Der Film «Je suis Noires» lässt Frauen zu Wort kommen, die für die Anerkennung des strukturellen Rassismus kämpfen, Stereotypen dekonstruieren und sich zu ihrer Identität als Schwarze Schweizerin bekennen. Der Film wird in der Originalsprache Französisch mit deutschen Untertiteln gezeigt. Zum TrailerExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.
Im Anschluss an den Film gibt es einen Apéro.
Ohne Anmeldung

Workshop «Hallo Heimat» von HEKS Bern
17.00 – 19.00 Uhr, Rathaushalle, Rathausplatz 1

Was bedeutet Heimat für Sie? Zusammen mit Künstlerinnen und Künstler sprechen die Teilnehmenden über Zugehörigkeit und Ausschluss und übersetzen diesen Austausch in kreative Formen, um ihre Erfahrungen sichtbar zu machen. Der Workshop besteht aus zwei Terminen (Folgetermin: Montag, 30. März, 17.00 – 19.00 Uhr).
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Neue Einsichten hinter alten Bildern
18.30 Uhr, Stadtbibliothek Thun, Bahnhofstrasse 6

Was haben die Aktionstage gegen Rassismus mit der Geschichte von Thun zu tun?
Gespräch mit dem Thuner Thomas Müller, Gründer von Thunensis (thunensis.com), ein digitales Archiv mit Fotos, Dokumenten und Videos über die Stadt und Umgebung. Das virtuelle Archiv erzählt zu über 70 Themen der Geschichte der Region Thun. Im Gespräch mit Karl Johannes Rechsteiner erzählt er zum Beispiel vom Schloss Schadau und seiner kolonialen Vergangenheit oder wie Zugewanderte neue Impulse in die hiesige Wirtschaft gebracht haben.
Zu den TicketsExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.

Geführte Erzählrunde: «Safe Space» für Betroffene
10.30 – 12.30 Uhr, KIO Thun, Uttigenstrasse 3

Das KIO lädt alle Personen, die von Rassismus betroffen sind, zu einer Erzählrunde ein. Hier können sie in einem geschützten Raum («Safe Space») über ihre Erfahrungen mit Rassismus sprechen und voneinander lernen. Zwei Moderatorinnen begleiten durch den Vormittag und achten auf den respektvollen Umgang. 
Ohne Anmeldung

Filmmatinee «Echte Schweizer» von Luka Popadić
11.00 – 13.00 Uhr, Kino Rex, Aarestrasse 2a

Saâd, Thuruban, Andrija und Luka, sind alles Schweizer Offiziere mit serbischen, srilankischen und tunesischen Wurzeln. Im persönlichen Dokumentarfilm gibt Regisseur Luka Popadić einen Einblick in die Schweizer Armee aus Sicht von vier Offizieren mit Migrationsbiografie und hinterfragt auf humorvolle Weise Vorurteile über Heimat, Zugehörigkeit und Integration. Im Anschluss gibt es ein Gespräch mit dem Regisseur.
TicketsExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.: CHF 12.-

 

Stadtrundgang: Auf Thuns kolonialen Spuren
14.00 – 15.30 Uhr, Kirche Scherzligen, Seestrasse 41

Ein Stadtrundgang zu globaler Geschichte: Die Schweiz war keine Seefahrernation, doch die Thuner Wirtschaft und Kultur sind von der kolonialen Vergangenheit mitgeprägt. Kolonialwarenläden brachten neue Ernährung in die Küchen. An Völkerschauen wurden andere Menschen begafft. Den Skisport haben britische Kolonialoffiziere erfunden und Kandahar liegt nicht nur in Afghanistan. Leitung: Thomas Müller, Thunensis, und Karl Johannes Rechsteiner, Cooperaxion. Ende der Führung im Bälliz
Ticket: CHF 12.- (bitte in Bar mitbringen oder via Twint)
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Rassismus: (K)ein Kind der christlichen Kirchen?
15.00 – 18.00 Uhr, Römisch-katholische Kirche St. Martin, Martinstrasse 7

So lautet der Titel eines Podcast zum Thema «Kirche und Rassismus». Oder, wie Sarah Vecera in Ihrem Buch fragt: «Wie ist Jesus weiss geworden?» Der Workshop widmet sich diesen Fragen. Die Teilnehmenden hören verschiedene Statements und schauen geschichtlich und theologisch auf das Denken der Kirche. Nach kreativer Bearbeitung, Austausch und Beurteilung finden die Teilnehmenden zu einem gemeinsamen Fazit zusammen. In den Pausen stehen Getränke und Snacks zur Verfügung. 
Ohne Anmeldung

Zivilcourage Kurs mit gggfon
16.00 – 18.00 Uhr, Thunerhof, Zimmer 342, Hofstettenstrasse 14

In diesem Workshop mit der Anlaufstelle Gemeinsam gegen Gewalt und Rassismus «gggfon» liegt der Fokus auf den Themen Rassismus, rassistische Diskriminierung und Ungleichbehandlung. Diese Themen werden unter dem Aspekt der Zivilcourage behandelt. Ziel ist es, den Teilnehmern den Ansatz der Zivilcourage näherzubringen und das Engagement zu wecken, sich für Menschenrechte einzusetzen. Am Workshop lassen sich Handlungsmöglichkeiten erlernen, mit denen die Teilnehmenden im Alltag couragiert und ohne Gewalt auf ungerechte oder ungleiche Situationen reagieren können. Der Kurs richtet sich insbesondere an Mitarbeitende der Stadtverwaltung.
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«Rassismus im Rückspiegel» – Lesung mit Angélique Beldner
Türöffnung: 19.00 Uhr, Beginn: 19.30 Uhr, Theater Alte Oele, Freienhofgasse 10a

Angélique Beldner liest aus ihrem neusten Buch «Rassismus im Rückspiegel» vor.
Als Angélique Beldner 1976 geboren wird, können sich viele Menschen nicht vorstellen, dass Rassismus auch in der Schweiz existiert. Im Blick zurück auf ihre eigene Lebensgeschichte untersucht die Autorin, wie sich die Wahrnehmung von Rassismus in der Schweiz und der Umgang damit seit den 1970er-Jahren verändert hat: Es sind die stereotypen Darstellungen Schwarzer Menschen in Kinderbüchern, die Menschen, die ihr ungeniert in die Haare fassten oder die gut gemeinten Ratschläge, sich anzupassen. Rassismus hat viele Gesichter und Angélique Beldner begegnete ihnen im Lauf ihres Lebens immer wieder: bei der Jobsuche, beim Arztbesuch, auf offener Strasse, in der Familie und bei Unbekannten.
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Kinder und Jugend

Die offene Kinder- und Jugendarbeit sowie die Schulsozialarbeit der Stadt Thun und der Gemeinde Steffisburg beteiligen sich während und über die Aktionstage hinaus mit eigenen Veranstaltungen und Workshops. Programm folgt.