Nisthilfen für Falken und Schwalben
Beim Schloss Thun hat die Stadt in Absprache mit dem Denkmalschutz auf der Nordseite einen Nistkasten für Wanderfalken montiert. Meldungen auf der Beobachtungsplattform ornitho.ch der Schweizerischen Vogelwarte zeigen, dass sich Wanderfalken bereits in der Umgebung der Stadt aufhalten. Es kann allerdings mehrere Jahre dauern, bis ein solcher Nistkasten tatsächlich angenommen wird. Entscheidend sind geeignete Brutbedingungen und ein ausreichendes Nahrungsangebot.
Der Wanderfalke ist ein natürlicher Feind von Stadttauben und Krähen. Bereits seine Präsenz kann eine abschreckende Wirkung haben. Rund um das Schloss Thun verursachen Tauben immer wieder Verschmutzungen, die auch die Gebäudesubstanz beeinträchtigen können. Ein ansässiger Wanderfalke könnte daher dazu beitragen, die Taubenpopulation auf natürliche Weise zu regulieren.
Lange Tradition
Falken sind in Thun historisch fest verankert. Bereits auf dem Siegel der Gräfin Elisabeth von Kyburg aus dem Jahr 1264, als sie der Stadt Thun ihre Handfeste verlieh, ist eine stilisierte Figur mit einem Falken auf der Hand dargestellt. Heute beleben Turmfalken das Schloss. Seit dem Corona-Lockdown hat sich ein Brutpaar angesiedelt. Eine Koexistenz zwischen den beiden Falken-Arten ist problemlos möglich.
Mehr Nisthilfen für Mehlschwalben und Mauersegler
Am Werkhof der Stadt Thun an der Industriestrasse wurden zudem zusätzliche Nisthilfen für Mehlschwalben und Mauersegler geschaffen. Mehlschwalben stehen in der Schweiz auf der Roten Liste und gelten als nahezu bedroht. Einer der Gründe dafür ist, dass bei modernen Neubauten oft geeignete Brutplätze fehlen.
Bereits im vergangenen Winter installierte die Stadt acht künstliche Mehlschwalbennester am Werkhofgebäude. Bis auf eines wurden alle Nester von den Vögeln genutzt. Aufgrund dieses Erfolgs wurde das Angebot nun erweitert: Insgesamt stehen den Mehlschwalben neu 32 Nester zur Verfügung. Zusätzlich wurden zwei Nisthilfen für Mauersegler montiert.
Diese Massnahmen sind Teil der gezielten Artenförderung im Rahmen des städtischen Biodiversitätskonzepts. Sie sollen dazu beitragen, dass auch in der Stadt weiterhin geeignete Lebensräume für verschiedene Vogelarten bestehen.