«Stadtquartier Bahnhof Thun»: Die Planung nimmt Form an

28. Mai 2026
Die Ergebnisse der öffentlichen Mitwirkung zum kommunalen Gebietsrichtplan «Stadtquartier Bahnhof Thun» liegen vor. Zudem hat der Gemeinderat das Betriebs- und Gestaltungskonzept für die Stadträume rund um den Bahnhof verabschiedet, das Vorprojekt wird gestartet.

Im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung hatten die Bevölkerung und interessierte Verbände die Möglichkeit, sich zum kommunalen Gebietsrichtplan des Stadtquartiers Bahnhof zu äussern (vgl. Medienmitteilung vom 30. Juni 2025). Die wichtigsten Entwicklungsziele und -grundsätze sowie entsprechende Massnahmen werden darin behördenverbindlich festgelegt. Die Mitwirkung zeigt ein grosses Engagement: Insgesamt sind über achtzig Mitwirkungseingaben von politischen Parteien, Verbänden und Organisationen, Transportunternehmungen, Firmen und Privatpersonen eingegangen.

Wertvolle Anregungen

Die Eingaben begrüssen die geplanten Verbesserungen für den Fuss- und Veloverkehr und die angestrebten attraktiven Freiräume. Im Bereich des motorisierten Individualverkehrs wurden zahlreiche Anregungen eingebracht, insbesondere zur weiteren Verkehrsberuhigung des Bahnhofplatzes. Die Aufteilung der Bushaltekanten auf die Nord- und Südseite wird differenziert beurteilt, und hat wertvolle Hinweise für die Weiterbearbeitung geliefert. Auch zu Siedlungsthemen gingen Rückmeldungen ein, etwa zum Umgang mit Bestandesbauten und bezahlbarem Wohnraum. Insgesamt unterstreichen die Eingaben den Wunsch nach einer qualitätsvollen, nachhaltigen Entwicklung mit lebendigen Freiräumen und hoher Aufenthaltsqualität sowie der Stärkung des Bahnhofsgebiets als «Visitenkarte» und Tor zur Stadt.

Die Eingaben haben zu diversen Anpassungen in den Unterlagen geführt. Die Ergebnisse sind im Mitwirkungsbericht dokumentiert. Wo für die Richtplanstufe zu konkret, werden Eingaben in Folgeplanungen aufgenommen.Der kommunale Gebietsrichtplan wird nun dem Kanton zur Vorprüfung unterbreitet. Nach erneuter Überarbeitung kann die Genehmigung ab Mitte 2027 erwartet werden.

Zentrale Massnahmen werden konkret

Eine der zentralen Massnahmen des kommunalen Gebietsrichtplans ist die Neuorganisation und Attraktivierung der Verkehrsdrehscheibe Bahnhof Thun inklusive Aufwertung der Schiffländte, Neuanordnung der Bushaltekanten, besserer Aufenthaltsqualität und optimierten Zweiradabstellplätzen. Dazu wurde von einem interdisziplinären Fachteam ein Betriebs- und Gestaltungskonzept (BGK) für den Stadtraum Bahnhof erarbeitet.

Stadtraum Bahnhof im Wandel

Das BGK skizziert den Stadtraum Bahnhof als vielseitiges Gebiet zwischen Ankunft, Bewegung und Aufenthalt. Der Bahnhof wird als identitätsstiftender Ort weiterentwickelt, der Altstadt, Quartiere und Landschaft verbindet - und als Treiber für ein durchmischtes Quartier mit attraktiven Wohn-, Arbeits- und Dienstleistungsnutzungen dient. Der Bahnhofplatz wird zu einer repräsentativen Visitenkarte der Stadt aufgewertet, der Mönchplatz wird zur neuen Bahnhofsadresse auf der Südseite weiterentwickelt. Seefeld- und Mönchstrasse stärken den südseitigen Zugang für den Bus- und Veloverkehr.

Die gesetzlich geforderten hindernisfreien Haltekanten für Busse führen zu einem höheren Flächenbedarf. Um allen räumlichen Ansprüchen gerecht zu werden, werden die Bushaltekanten auf beiden Bahnseiten angeordnet. Zukünftig wird es insgesamt 18 Haltekanten geben, diese schaffen die Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Drehscheibe für den öffentlichen Verkehr.

Die Haltekanten auf der Nordseite sind mit Wendemöglichkeit auf dem Bahnhofplatz sowie an der Bahnhofstrasse und der Seestrasse geplant. Auf der Südseite wird der Mönchplatz mit Haltekanten in südlicher Fahrtrichtung für die Linien 3, 4 und 5 entwickelt. In nördliche Fahrtrichtung verkehren die Busse über die Seefeldstrasse mit Halt in der Mönchstrasse. Die markante Baumallee in der Seefeldstrasse bleibt erhalten. Der Quartiercharakter wird mit weiteren Baumpflanzungen gestärkt. Die Anzahl Veloabstellplätze an der Mönchstrasse werden kurzfristig verdoppelt (vgl. Medienmitteilung vom 10. März 2026), mittel- bis langfristig ist im gesamten Stadtraum Bahnhof eine Neuorganisation der Veloabstellplätze vorgesehen.

Breite Unterstützung der Stossrichtung

Die Vernehmlassung bei Interessenverbänden zeigt eine breite Unterstützung für die Stossrichtung des BGK – sowohl für die Aufwertung des Stadtraums als auch für die Verbesserung der Verkehrssituation. Die Anordnung der Bushaltekanten am Mönchplatz anstatt in der Seefeldstrasse wird weiterverfolgt, da sie eine hochwertige Bahnhofsadresse auf der Südseite schafft, den Veloverkehr auf der Seefeldstrasse nicht beeinträchtigt und aufwändige Buszusatzschlaufen vermeidet. Die Forderungen nach guten Wegführungen, optimalen Beziehungen und die Berücksichtigung aller Verkehrsträger werden auch in den weiteren Planungsschritten mitberücksichtigt.

Nächste Schritte

Die Erarbeitung des Vorprojekts Stadtraum Bahnhof Thun startet nahtlos, ebenso die planungsrechtlichen Arbeiten für die notwendige Überbauungsordnung. Das Vorhaben wurde im Rahmen des Agglomerationsprogramms 5. Generation beim Bund eingereicht. Der Baubeginn der ersten Etappe ist bis spätestens 2032 vorgesehen.

 

Planungsunterlagen

Der kommunale Gebietsrichtplan Stadtquartier Bahnhof Thun (Vorprüfungsunterlagen) kann zusammen mit dem Mitwirkungsbericht online auf der Dialogplattform der Stadt Thun eingesehen werden: www.dialog.thun.ch/esp-bahnhof-thunExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.. Auch die Unterlagen zum Betriebs- und Gestaltungskonzept Stadtraum Bahnhof Thun stehen zur Verfügung.

Zu den Entwicklungen im Stadtquartier Bahnhof ist auch dieses Jahr eine öffentliche Fachveranstaltung geplant. Zu den Entwicklungen im Stadtquartier Bahnhof ist am 29. Juni 2026 eine öffentliche Fachveranstaltung geplant.