Rechnung 2025 mit schwarzer Null

23. April 2026
Die Stadt Thun schliesst das Jahr 2025 trotz der erfolgten Steuersenkung mit einer ausgeglichenen Rechnung ab. Die Finanzlage präsentiert sich stabil, der Stadtrat kann an seiner Sitzung vom 11. Juni über eine solide Ausgangslage beraten.

Bei Ausgaben von 335,4 Millionen Franken und Einnahmen von 335,9 Millionen Franken weist die Erfolgsrechnung einen Überschuss von 0,5 Millionen Franken aus (Budget: CHF 0,4 Mio.).
«Trotz Senkung der Steueranlage erzielen wir ein positives Resultat. Das zeigt die robuste finanzielle Basis der Stadt Thun», sagt Gemeinderätin Andrea de Meuron, Vorsteherin Finanzen Ressourcen Umwelt.

Steuererträge leicht über Budget

Zum Ergebnis tragen tiefere Ausgaben in den Bereichen Liegenschaften und Informatik bei. Zudem fällt der Aufwand für den Lastenausgleich Ergänzungsleistungen tiefer aus.
Auf der Ertragsseite haben sich die Steuereinnahmen leicht positiver entwickelt als budgetiert. Der gesamte Steuerertrag beträgt 143,8 Millionen Franken, 1,4 Millionen Franken (+0,98 %) mehr als budgetiert. Innerhalb der Steuerarten zeigt sich ein differenziertes Bild:

  • Natürliche Personen: 108,2 Millionen Franken (+CHF 0,2 Mio.)
  • Juristische Personen: 12,2 Millionen Franken (-CHF 1,8 Mio.)
  • Übrige direkte Steuern: 23,2 Millionen Franken (+CHF 3,1 Mio.; insbesondere dank höherer Grundstückgewinnsteuern und Sonderveranlagungen).

Ausgaben unter Kontrolle
Die beeinflussbaren Ausgaben wie der Personalaufwand (-CHF 0,2 Mio.) oder der Sach- und Betriebsaufwand (-CHF 0,1 Mio.) liegen unter dem Budget. Auch der Finanzaufwand fällt tiefer aus – insbesondere beim Zinsaufwand und beim baulichen Unterhalt des Finanzvermögens. 

Lastenausgleich wächst, Handlungsspielraum sinkt

Die Beiträge an die sechs kantonalen Lastenausgleichssysteme steigen auf 69,6 Millionen Franken. Das sind 0,3 Millionen mehr als budgetiert und 3,1 Millionen mehr als im Vorjahr. Damit machen die Zahlungen 48,4 Prozent des gesamten Steuerertrags aus (Vorjahr: 45,6 %). Der finanzielle Handlungsspielraum sinkt deshalb innerhalb eines Jahres um 5,2 Millionen Franken.

Solide Bilanz stärkt die Position der Stadt

Die Nettoinvestitionen betragen 17,6 Millionen Franken und liegen damit rund 5 Millionen Franken unter dem Budget. Die Selbstfinanzierung beläuft sich auf 6,6 Millionen Franken, woraus ein Finanzierungsfehlbetrag von 11,0 Millionen Franken resultiert.

Die Bilanzsumme beträgt 521 Millionen Franken. Dem Finanzvermögen von 346,4 Millionen Franken steht ein Fremdkapital von 231,2 Millionen Franken gegenüber. Das Nettovermögen liegt bei 115,2 Millionen Franken bzw. 2'636 Franken pro Einwohnerin und Einwohner. 

Festhalten an Strategie

In Zukunft stehen der Stadt Thun weniger Einnahmen zur Verfügung: Einerseits bedingt durch die Senkung der städtischen Steueranlage, andererseits führt die zusätzlich geplante kantonale Tarifanpassung ab 2027 voraussichtlich zu Mindereinnahmen von rund 2,8 Millionen Franken. Gleichzeitig sind in den Jahren 2026–2030 hohe Investitionen geplant, das dürfte zu einer höheren Verschuldung der Stadt führen.

«Der Gemeinderat verfolgt eine langfristige Strategie und verzichtet vorerst auf Massnahmen oder eine Kurskorrektur», fasst Gemeinderätin de Meuron die Situation zur künftigen Finanzpolitik zusammen. Die solide Finanzlage erlaubt es, die Finanzstrategie konsequent fortzusetzen. «Sollten sich jedoch kurzfristig Trendänderungen abzeichnen, wird der Gemeinderat rechtzeitig und mit Augenmass handeln.»

 

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