Uferweg Schadau - Bonstetten

Mit der App MyWay Pro (iWayPro)Externer Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. können blinde und sehbehinderte Menschen den Uferweg selbstständig entdecken und dabei kulturelle Informationen entlang einer vordefinierten Route abrufen. Die Inhalte wurden von der Stadt Thun erarbeitet und in Abstimmung mit dem Schweizerischer Blinden- und Sehbehindertenverband (SBV) für die Nutzung in der App aufbereitet.

Schadaupark 

Der Schadaupark ist eine grosse Parkanlage am Thunersee. Im Park stehen das Schloss Schadau aus dem 19. Jahrhundert und das Thun-Panorama mit dem ältesten erhaltenen Rundbild der Welt.

Der Schadaupark ist eine weitläufige Landschaftsanlage mit offenen Wiesen, dichten Wäldern und klar angelegten Wegen. An Wochenenden im Sommer fährt auch eine kleine Miniatureisenbahn durch die Parkanlage.

Das Schloss Schadau ist das Herzstück vom Park und wurde zwischen 1846 und 1854 für den Bankier Abraham Denis Alfred de Rougemont gebaut. Heute gehört es der Stadt Thun und beherbergt Hotelzimmer, historische Räume und ein Restaurant.
Weiter befindet sich mit dem Thun-Panorama ein Rundbild von Marquard Wocher im Park. Das Bild entstand von 1809 bis 1814 und zeigt Thun zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit vielen Alltagsszenen, Gebäuden und Figuren in präziser Detaildarstellung.

 

Geschichte und Bedeutung vom Schloss Schadau

Schloss Schadau hat eine lange baugeschichtliche Entwicklung, die im 17. Jahrhundert beginnt. Ab dem 19. Jahrhundert wird es zu einem repräsentativen Sommersitz ausgebaut, später saniert und öffentlich zugänglich gemacht. Heute gilt es als Kulturgut von nationaler Bedeutung.

Um 1638 entstand an dieser Stelle ein erstes Landschlösschen, errichtet für Franz Ludwig von Erlach. Im Jahr 1837 übernahm das Ehepaar Alfred und Sophie de Rougemont das Anwesen und gestaltete den englischen Landschaftspark. Zwischen 1847 und 1852 liessen sie das heutige Schloss als Sommersitz erbauen.

Nach dem Tod der Familie de Rougemont verfiel das Gebäude zunächst. 1925 ging es in den Besitz der Stadt Thun über, die den Park öffnete und das Schloss für kulturelle Zwecke nutzte. Die Aussenfassade wurde zwischen 1954 und 1996 sorgfältig saniert. Weitere Umbauten erfolgten ab 2018 im Inneren, um den heutigen Hotel- und Gastronomiebetrieb zu ermöglichen.

Das Schloss Schadau besitzt mehrere Türme, die dem Gebäude eine verwinkelte Silhouette geben. Die Fassade besteht aus verschiedenfarbigem Sandstein, dessen warmen Töne durch zahlreiche kunstvolle Ornamente und detaillierte Steinmetzarbeiten ergänzt werden. Auch das Innere zeigt aufwendige handwerkliche Gestaltungen aus dem 19. Jahrhundert.

 

Naturschutz im Schadaupark und am Thunersee

Der Schadaupark grenzt an ein wichtiges Wasser- und Zugvogelreservat. Viele Wasservögel nutzen das Gebiet zum Rasten, Überwintern und Brüten.

Dem gesamten Ufer des Schadauparks entlang verläuft ein kiesiger Weg. Eine Steinmauer bildet dabei eine klare Abgrenzung zwischen dem Weg und dem Thunersee und somit auch dem Beginn des Wasser- und Zugvogelreservats.

Hier tauchen die Lachmöve, Kolbenente, Gänsesäger, Schwarzhalstaucher, Schnellente und Reiherente auf. Mehr zu den Vögeln gibt es bei einer nächsten Station.

 

Strandbad Thun

Das Strandbad im Lachenareal bietet grosszügige Schwimmbereiche und Zugang zum Thunersee. Es dient als wichtiger Erholungs- und Bewegungsort alle Menschen aus der Region, die Wassersport oder Entspannung schätzen.

Das weitläufige Strandbad ist bei den Menschen in und um Thun sehr beliebt. Die Anlage bietet Zugang zu offenen Schwimmzonen und erlaubt damit sportliche Betätigung im See. Die grossen Liegeflächen eignen sich zum Ausruhen sowie für leichte Bewegung im Freien. An sonnigen Sommertagen ist das Strandbad der Ort, an dem man sein möchte.

Dank der direkten Lage am Ufer verbindet das Strandbad sportliche Nutzung mit Erholung. Die klare Wegführung und die offene Gestaltung erleichtern die Orientierung und machen das Strandbad zu einem wichtigen Bestandteil des gesamten Bewegungs- und Freizeitangebots im Lachenareal.

 

Grunderinseli

Das Grunderinseli ist eine kleine Insel im Thunersee, die über einen Holzsteg erreichbar ist. Sie ist ein beliebter Ort zum Grillieren und Picknicken und bietet einen offenen Blick über den Thunersee.

Auf dem Grunderinseli befindet sich ein Grillhaus mit mehreren Feuerstellen sowie Tischen und Bänken. Die Anlage eignet sich für Gruppen, Familien und Einzelpersonen, die im Freien kochen und essen möchten.

Die Insel liegt etwas vom Ufer entfernt und wirkt dadurch ruhig und abgeschirmt. Von den Sitzplätzen aus öffnet sich der Blick über die Wasserfläche des Thunersees. Das Grunderinseli ist daher ein stark frequentierter Aufenthaltsort, besonders an warmen Tagen im Sommer.

 

Lachenareal

Das Lachenareal umfasst offene Sportflächen, die für viele verschiedene Aktivitäten geeignet sind. Die Angebote bieten Raum für Training, Spiel und Bewegung im Alltag.

Im Lachenareal steht der Sport im Mittelpunkt. Mehrere gut zugängliche Anlagen ermöglichen Trainings- und Spielbetrieb für unterschiedliche Altersgruppen und Bedürfnisse. Die offenen Felder eignen sich für Fussball, Leichtathletik und weitere Sportarten wie Handball, Tennis, Beachvolleyball oder American Football.

Die Verbindung zum Uferweg macht das Lachenareal zu einem zentralen Bewegungsraum, der sowohl für organisierte Sportangebote als auch für freie Aktivitäten genutzt wird.

 

Naturschutz bei der Seeallmend

Das Gebiet am Ende des Thunersees dient zahlreichen Wasservogelarten als Überwinterungs-, Rast- und Brutplatz. Besonders hier in der Seeallmend werden wertvolle Lebensräume mit Schilf, Schwimmblattpflanzen und Ufergebüsch bewahrt.

Rund 3000 Wasservögel aus mehr als 30 Arten verbringen den Winter im unteren Seebecken des Thunersees. Das Gebiet ist wichtig für Arten wie Kolben- und Reiherente, die hier brüten, sowie für Schwarzhalstaucher während der Mauserzeit im Spätsommer. Die natürlichen Verlandungszonen bieten gefährdeten Sumpf- und Wasservögeln geschützte Brutplätze und sind zugleich Laichgebiete für Amphibien und Fische. Auch zahlreiche Insektenarten finden dort geeignete Lebensräume.

Die Stadt Thun fördert im Rahmen des Biodiversitätskonzepts gezielt die Vernetzung von Lebensräumen mit Kleinstrukturen wie Naturstein- und Totholzelementen. Damit die Tierwelt ungestört bleibt, gelten klare Regeln: Hunde müssen an der Leine geführt werden, Wasserfahrzeuge sollen während der Brutzeit mindestens 150 Meter Abstand zu Schilfgürteln halten, und das Füttern von Wasservögeln ist verboten, da es Stress und Krankheiten fördert.

 

Brücken und Naturschutz im Schadaupark

Die Brücken entlang des Uferwegs ermöglichen den Übergang über sensiblere Uferabschnitte, ohne die geschützten Lebensräume zu betreten. Gleichzeitig erfüllen sie eine wichtige Funktion für den Schutz der Wasservögel, die hier rasten, brüten und überwintern.

Das Reservat zwischen Kanderdelta und Hilterfingen wurde 2001 eingerichtet und dient den rund 3000 Wasservögeln aus über 30 Arten als Winterquartier. Diese Bereiche sind auch wichtige Brut- und Laichplätze für bedrohte Tierarten.

Entlang dieses Abschnitts vom Uferwegs führen mehrere Holzstege und -brücken durch die fragile Uferlandschaft. Sie lenken Besuchende so, dass empfindliche Zonen geschützt bleiben. Gleichzeitig wird das Störungspotenzial reduziert. So ermöglichen sie die Begegnung zwischen Menschen und Natur, ohne das zerbrechliche Ökosystem zu gefährden.

 

Badezone, Freizeit und Camping

Damit Erholung und Naturschutz nebeneinander bestehen können, sind bestimmte Regeln in den Bade- und Freizeitzonen wichtig. Sie schützen die Wasservögel, die hier rasten, brüten und überwintern.

Der Bonstettenpark ist in erster Linie eine Grünanlage zum Spazieren, Liegen, Picknicken. Es gibt aber auch Campingplätze und Freizeitangebote, die teilweise in der Nähe der sensiblen Reservate liegen. Jede Störung kann negative Folgen haben: Vögel reagieren mit Flucht, verlieren Energie oder verlassen ihre Nester.

Darum gelten hier die bereits erwähnten Verhaltensregeln. Diese einfachen Massnahmen ermöglichen, dass Freizeitaktivitäten und Naturschutz miteinander vereinbar bleiben.

 

Der Ausblick vom Seesteg

Der Seesteg Thun ist ein rund 20 Meter langer Betonsteg, der auf den Thunersee herausführt. Die Thunerinnen und Thuner schätzen diesen ruhigen Ort, da man die Nähe zum See und zur Landschaft besonders gut erleben kann.

Wenn man auf dem Steg steht, befindet sich rundherum offenes Wasser. Auf 9 Uhr befindet sich eine kleine Steininsel und auf 11 Uhr eine Vogelinsel. Vor einem liegt aber der weite Thunersee. Das Wasser bewegt sich meist ruhig in kleinen Wellen. In der Ferne steigen Berge auf, die die Landschaft einrahmen. An klaren Tagen sind die Gipfel deutlich erkennbar, im Winter oft mit Schnee bedeckt. Der Ort wirkt offen und weit. Viele Menschen empfinden hier Ruhe, weil sich die Geräusche der Stadt mit dem natürlichen Klang des Wassers mischen.

 

Naturschutzgebiet Gwattlischenmoos

Das Gebiet des angrenzende Gwattlischenmoos ist Teil des Wasser- und Zugvogelreservats. Hier gelten besonders strenge Schutzbestimmungen, um seltene Lebensräume und gefährdete Arten zu erhalten.

Das Gwattlischenmoos ist ein wertvolles Feuchtgebiet mit Schilfzonen, Ufergebüsch und Flachwasserbereichen. Es dient Sumpf- und Wasservögeln als Brut- und Rückzugsraum und ist zugleich Lebensraum für Amphibien, Fische und zahlreiche Insekten. Um diesen ökologischen Reichtum zu erhalten, sind verschiedenste Aktivitäten verboten. Unteranderem ist das Eindringen in das Schilf, der Einsatz von Modellbooten und Modellflugzeugen sowie das Pflücken von Pflanzen sind untersagt. Die Schutzmassnahmen sichern, dass die Natur im Gebiet Bonstetten langfristig erhalten bleibt.

 

Bonstettenpark – Geschichte, Landschaft und Naturschutz

Die heutige Form des Bonstettenparks entstand über mehrere Jahrhunderte durch gezielte Gestaltung, Landkäufe und spätere Renaturierungen. Der Park verbindet historische Gartenarchitektur mit moderner Naherholung und wichtigen Naturschutzmassnahmen.

Der Park wurde ab dem späten 18. Jahrhundert schrittweise geformt. Zwischen 1766 und 1780 entstanden erste gestaltete Landschaftselemente, darunter der kanalartige Wasserzug und ein Wäldchen mit Spazierwegen. 1794 wurde eine künstliche Insel im See geschaffen. Im frühen 20. Jahrhundert wurde das Anwesen vergrössert und 1930 in einen englischen Landschaftspark umgestaltet. Seit 1962 ist der Bonstettenpark öffentlich zugänglich.

Mit dem Masterplan von 2016 wurde der Park weiterentwickelt, um Kulturwert, Erholungsnutzung und Naturschutz in Einklang zu bringen. Zwischen 2018 und 2021 wurden dabei wichtige Massnahmen umgesetzt. Dazu gehören die Aufwertung des Kanals, der Bau eines Steges und eines Hafenbeckens, die Renaturierung von Uferbereichen und die Schaffung einer Vogelinsel. Wege wurden verlegt, um sensible Naturzonen zu schützen. Gleichzeitig wird die extensive Landwirtschaft im Gebiet erhalten, was zur ökologischen Vielfalt beiträgt. Diese Massnahmen stärken den Lebensraum für Wasser- und Sumpfvögel und unterstützen die natürliche Entwicklung der Seeufer.

 

Campagne Bellerive im Bonstettenpark

Die Campagne Bellerive ist ein historischer Landsitz im Bonstettenpark, dessen Wurzeln bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen. Der heutige Charakter entstand im 18. Jahrhundert, als weitläufige Gartenanlagen und der Landsitz gestaltet wurden.

Das Gut gehörte ursprünglich den Herren von Strättligen und wurde 1273 erstmals urkundlich erwähnt. Zwischen 1763 und 1811 liess Emanuel Fischer die heutige Campagne mit Gärten und Parkstrukturen anlegen. Der Landsitz «Bellerive» stammt aus dem Jahr 1764. Von 1922 bis 1960 prägte Betty Lambert, die letzte private Eigentümerin, das Anwesen nachhaltig. Sie hinterliess eine unverwechselbare gestalterische Handschrift, die den Bonstettenpark bis heute prägt.

Die Geschichte des Landschaftsgartens, der Bauten und der Besitzverhältnisse ist ausführlich im Kunstführer zur Campagne Bellerive dokumentiert. Ergänzende Einblicke in das Leben von Betty Lambert bietet die Romanbiografie «Die Baronin im Tresor».